Nach diesem Supersommer freuen wir uns jetzt auf den Herbst mit Ginny Gibson

und hoffen, dass wir noch ganz lange vom Winter und damit dem Hallenreiten verschont werden.

Der Sommer war ja schon irgendwie toll. Aber er erforderte auch einiges an Organistionstalent, um das Programm, das wir uns vorgenommen hatten, in die reitbaren Zeiten zu legen d.h. am Besten morgens zwischen 6 und 10. Danach war das einfach zu heiß, diese Zeiten haben wir dann nicht mehr auf dem Pferd verbracht.

Für Ginny steht jetzt nach dem Sommer, in dem sie sehr viel und eigentlich auch sehr gut Dressur ging wieder ein bisschen mehr Tempoarbeit an.

Wir werden über viele kleine Sprünge wieder daran arbeiten sie noch sicherer am Sprung zu machen und immer wieder drauf zu achten, dass sie sich lang macht.

Ginny ist eine, die sich wahnsinnig kurz machen kann. Ihr kurzer Rücken, der kurze Hals und die angeborene Rittigkeit helfen ihr dabei. Aber man muss immer aufpassen, dass sie es nicht übertreibt. Denn man merkt immer gleich, wenn man es verpasst hat, sie aus ihrer Kürze wieder rauszuholen. Dann beginnt sie nicht mehr richtig durch dem Körper zu schwingen und verfällt in einen Hoppelgalopp, weil sie diese Kürze eigentlich gar nicht tragen kann.

Die Folge sind Verspannungen und daraus resultieren dann wieder Reitprobleme.

Inzwischen haben wir das raus. Man kann mit ihr schon mal versammelnd arbeiten, aber man darf einfach den Wechsel zwischen Anspannen und sie ganz bewusst abspannen nie verpassen.

Und deshalb ist es gut, wenn man sie ab zu zu mal in ein höheres Grundtempo reitet.

und so hoffen wir nun drauf, dass es der Herbst gut mit uns meint, uns ab und zu eine vernünftige Menge Regen schickt, damit wir mit Ginny auch wieder mehr ausreiten gehen können. Das haben wir im Sommer komplett eingestellt, da wir auf unseren Lehmböden keinen Spaß mehr haben, wenn die steinhart sind und wir das den Pferden nicht antun können.

Leider gibt es da eine sehr schmale Grenzen, wann man auf diesen Böden wirklich reiten kann. Bei zuviel Regen werden sie schnell matschig und dadurch rutschig, bei wenig Regen steinhart. Man muss also tatsächlich den perfekten Zeitpunkt finden um auszureiten.

Zudem ist Ginny recht bodenempfindlich. Wir sind jetzt gerade mal wieder so weit, dass sie sich traut auf unebenen Grasböden zu galoppieren, aber ein einziges Wegrutschen auf schlechtem Boden, würde ihr den Spaß wahrscheinlich gleich wieder verderben.

Manchmal handelt sich das um einen halben Tag, an dem man sagen könnte, die Böden sind perfekt. Einen Tag später kann das schon wieder anders sein.

Also müssen wir jetzt absolut flexibel sein und jede Möglichkeit nützen um mit Ginny rauszukommen.

Schade ist halt echt, dass wir kein zweites Pferd haben und sie dadurch immer alleine raus muss.

Aber dadurch wird es ab und zu vielleicht mal Fotos für euch geben, da ich dann ja mit dem Foto und dem Auto mitgehen kann.

Die ersten Tage, die wir nun nach langer Abstinenz wieder mit Ginny ausreiten konnten waren schon ziemlich gut.

Die schüchterne Ginny, die sich sonst immer gerne hinter Calle oder Paul versteckt hat und bei manchen Wegen, die ihr ungeheuer waren, einfach nicht weiterlief oder alternativ einfach bockend und steigend im Feld stand, scheint mit ihren 9 Jahren erwachsener zu werden.

Wir haben keine Ahnung, was gerade los ist, aber sie schaut sich zwar immer noch alles an, eskaliert aber nicht sofort.

Mir fällt dabei nur mein Sturz mit ihr vor 4 Jahren ein, als wir sie nur zum Spazieren reiten mit auf der Süddeutschen in Seelitz hatten und sie im Schritt so wütend wurde, dass sie gestiegen und mit mir drauf hingefallen ist. Das war schon eine eigene Nummer. Sie hatte im Schritt am langen Zügel eigentlich gar keinen Grund, aber sie wollte den Weg nicht entlang gehen und das hatte sie mir damals sehr schnell deutlich gemacht.

Naja, das ist lange her, aber man hat natürlich immer im Hinterkopf,, dass sie kein Engel ist, wenn ihr was nicht passt.

Deshalb sind wir jetzt einigermaßen erstaunt und auch froh darüber, dass es gerade so gut geht.

Sie geht überall hin, sie schaut sich gruselige Sachen an, geht aber nicht mehr sofort in die Luft, sondern lässt sich überzeugen.

Für uns heißt das jetzt, so viel raus wie möglich, die Gunst der Stunde – oder der Ginny- nutzen und versuchen ihr zu zeigen, dass es nichs Schlimmes ist, in die Wildnis zu gehen.

Die meisten pferdefressenden Monster sollten ja in Deutschland ausgestorben sein. Vielleicht schaffen wir es ja diesen Herbst sie davon zu überzeugen, dass ausreiten Spaß machen kann.

 

Wir sind gespannt, ob sie es nervlich wirklich packt und würden uns für Ginny total freuen, wenn sie es einfach mal genießen könnte, die Seele baumeln lassen könnte und sich nicht vor jedem falsch gewachsenen Grashalm am Wegesrand fürchten würde.

 

 

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