Heute bin ich irgendwie ideenlos.

Normalerweise, wenn ich einen Blog schreibe, dann habe ich ein Thema, marschiere in den Stall, setze genau das Thema um und mache die passenden Fotos dazu.

Das läuft dann easy.

Aber das ging diese Woche nicht.

Nicht nur, dass Calle gerade ausfällt, es hätten ja auch Ginny oder Linn übernehmen können, aber jetzt fällt auch noch Nina mit ihrem gebrochenen Finger aus.

Und auch sonst mussten sich in Baden-Württembergs erster Schulwoche alle wieder sortieren und wir waren tatsächlich die ganze Woche nicht auf dem Springplatz.

Keine Bilder- kein Blog.

Aber das geht ja auch nicht.

Freitag ist Basiswissenblogtag und ich habe euch heute mal den Weg vom kleinsten Springen, das man auf dem Turnier reiten kann, bis hin zum M-Springen auseinandergenommen.

Schließlich unterscheiden sich die Springen ja nicht nur in der Höhe, da gehört ja  noch viel mehr dazu.

Vom ersten Springreiterwettbewerb bis hin zum A-Springen auf dem Turnier bringt ein Reiter einen langen Weg hinter sich.

Es geht ja nicht nur darum einfach höher springen zu können, die Schwierigkeiten liegen ja vor allem auch darin, schwierigere Wege reiten zu können, die Sprünge folgen schneller aufeinander, und sind natürlich auch höher.

Um das zu erreichen ist es wichtig sein Pferd rittig, reaktionsschnell und aufmerksam zu haben.

Ein Pferd durch einen anspruchsvollen Parcours zu steuern geht natürlich auch nur, wenn der Reiter weiß, was er tut und wie er es macht.

Schon im Springreiterwettberb ist also eins wichtig, nämlich die Übersicht des Reiters.

Auch, wenn hier die Sprünge noch klein sind möchten die Richter hier sehen, dass die Reiter die Aufgabe als Ganzes ansehen. Es geht nicht darum, einzelne Teile gut zu überwinden, sondern um das Gesamte, vor allem auch die Einteilung der Wege und des Tempos zwischen den Sprüngen.

Im Springreiterwettbewerb gibt es noch keine engen Wendungen.  Die Sprünge stehen auf einfachen, meist relativ langen Linien, so dass die Reiter genug Zeit haben, sich und ihr Pferd zu sortieren, die Richter aber auch Zeit haben zu sehen, wie sich der Reiter zwischen den Sprüngen verhält.

In der Regel beginnt ein Springreiterwettbewerb  mit einer kleinen Dressuraufgabe in der Abteilung.

Abgefragt werden hier erstmal das Leichttraben mit Springbügeln, also im Entlastungssitz. Galopp einzeln oder in der Abteilung wird gefordert, ebenso meistens im leichten Sitz. Hier möchte man schon sehen, dass der Reiter sein Pferd was Gangart, Weg un Tempo betrifft, unter Kontrolle hat.

Die Linienführung begrenzt sich meistens auf einen Zirkel um die vorhandenen Sprünge herum.

Nach der Dressuraufgabe erwartet die Reiter ein kleiner Parcours, der einzeln geritten wird.

In der Regel ist das ein Parcours mit 4 oder 5 Hindernissen, der mit Trabstangen beginnt, oft mit einem Kreuz mit Vorlegsstange weitergeht und danach im Galopp fortgeführt wird. Meistens hat man dann noch zwei kleine Steilsprünge und einen Oxer vor sich.  Diese Sprünge sollte  man im Galopp überwinden.

Hier wird darauf geachtet, wie der Reiter seine Wege einteilt, ob er merkt, wenn sein Pferd im falschen Galopp ist und ob und wie er das korrigiert. Das Tempo sollte gleichmäßig sein. Der Reiter zeigt auf den noch langen Wegen zwischen den Sprüngen leichten Sitz und sitzt dann rechtzeitig vor dem Sprung ein, um sein Pferd auf den Sprung vorzubereiten.

Die Trabstangen, das Springen von Kreuzen oder In-Outs aus dem Trab wird uns bis hin zum A-Springen mit Standardanforderungen begleiten.

 

 

 

 

Im E-Springen ist der Reiter dann auch sich alleine gestellt.

Jeder geht einzeln in die Prüfung und muss einen Parcours überwinden, der in der Regel aus 6-8 Hindernissen besteht.

Steilsprünge und Oxer mit einer Höhe von ca. 80 cm wechseln sich ab und auch die ersten Kombinationen aus Steil -Steil oder Steil-Oxer auf 1 oder 2 Galoppsprünge werden schon abgefragt.

 

Auch hier finden wir noch einfache, logische Wege die selbsterklärend sind. Die meisten E-Springen ( in Baden-Württemberg) werden als Stilspringen ausgeschrieben,  so dass hier auch  der Fokus auf gutem, übersichtlichem Reiten im gleichmäßigem Tempo gelegt wird.

Die Wege zwischen den einzelnen Sprüngen sind so lang, dass der Reiter immer genug Zeit hat, sich auf den nächsten Sprung vorzubereiten, gegebenenfalls den Galopp  nochmal zu korrigieren, den leichten Sitz zu zeigen ohne in Zeitstress zu kommen.

Wegen mir persönlich müsste es gar keine E-Springen auf Zeit geben, da ich finde, die jungen Reiter haben in dem Ausbildungsstand noch genug anderes zu tun, als auf die Zeit zu achten.

 

 

 

 

Auch im A* – Springen werden die Wege noch nicht wesentlich schwerer. Die Linien sind meist noch lang und gut reitbar.

Reitet man ein Springen mit Standardanforderung zählen auch der korrekte Gruß, teilweise das Antraben, das Angaloppieren an einem bestimmten Punkt, das Überwinden von Sprüngen aus dem Trab und die Weiterführung des Parcours im Galopp zur Aufgabenstellung und damit zur Wertnote.

Im Stil-A-Springen werden dann auch schon Distanzen mit einer festgelegten Anzahl an Galoppsprüngen abgefragt.

Wieviele Galoppsprünge in einer Distanz geritten werden sollen, findet man auf der Parcoursskizze. Spätestens ab jetzt sieht man die Reiter beim Parcours abgehen die Schritte zählen. Damit das aber auch einen Sinn macht, muss man mit den ermittelten Metern auch etwas anfangen können, indem man in der Theorie weiß, wieviele Meter wieviele Galoppsprünge ergeben und wie groß eigentlich der Galoppsprung des eigenen Pferdes ist.

 

 

 

Bis hierhin bin ich  noch voll dabei diese Prüfungen als Stilspringen auszuschreiben, da es schwierig genug ist, diese Anforderungen korrekt zu bewältigen, das aber eben die Basis für alles weitere ist.

Auch im A** findet  man noch oft die Ausschreibung nach Stil, aber Zeitspringen werden hier schon häufiger.

In der Anforderung unterscheidet sich ein A* und ein A** erstmal natürlich in der Höhe, aber auch die Wege werden langsam schwieriger. Man  muss schon mal relativ schnell aus einer Wendung rausreiten, dadurch, dass die Sprünge schneller aufeinanderfolgen hat man weniger Zeit, sich zwischen den Sprüngen zu sortieren. Vor allem im Zeitspringen möchte man ja doch schon den ein oder anderen Weg abkürzen, dafür ist aber eben die Grundvoraussetzung, das Pferd an den Hilfen zu haben, was wir ja zuvor im Stilspringen hoffentlich gelernt haben.

Der Übergang vom Stil- zum Zeitspringen besteht daraus, den Galopp während des Parcours mal zu verändern. Sind im Stilspringen die Wege  noch selbsterklärend, und reitet man ein gleichmäßigesTempo, so muss man, wenn es um Zeit geht schon die ein oder andere Entscheidung treffen.

Manchmal kann es besser sein, den längeren Weg zu reiten und dafür die Galoppsprünge zu verlängern, manchmal ist der kürzeste Weg der geschickteste, was aber eben voraussetzt, dass ich die Wendung auch reiten kann. Sonst geht es nämlich auch mal ganz schnell am Sprung vorbei.

Ab jetzt ist es also noch wichtiger sein Pferd rittig zu haben, da wir ja, wenn wir Gas gegeben haben danach auch wieder bremsen können müssen.

Die Aussage, ” Ich muss das  nicht üben, ich will ja nur Zeitspringen reiten” gilt bei mir  nicht. Gerade im Zeitspringen geht  ja nicht nur drum schnell zu reiten, sondern eben geschickt und dadurch schnell zu sein.

Deshalb beginnen wir im Training für A** auch schon die Sprünge schräg anzureiten. Lag bisher der Fokus immer noch drauf, gerade an den Sprung zu kommen  und danach geradeaus weiterzureiten, so sollte das jetzt selbstverständlich abrufbar sein.

Als Reiter muss man jederzeit das Tempo und damit auch die Größe der Galoppsprünge kontrollieren können, muss nach dem Sprung schnell wieder im Gleichgewicht sein, damit ich die nächste Wendung schnell einleiten und reiten kann.

Die Reiter, die die Basis richtig gelernt haben, haben in der Regel kein Problem damit das umzusetzen, weil sie ja gelernt haben einen Parcours mit Übersicht zu reiten und dadurch reaktionsschneller und konzentrierter sind.

Was auch anspruchsvoller wird, wenn die Klassen ansteigen, wird die Ansicht der Hindernisse. Die Hindernisse, die im E-Springen oft noch nur aus Stangen bestehen werden guckiger. Da kommen Unterbauen rein, wie z.B. Planken, Maueruntersteller, ich habe dieses Jahr sogar schon ein Wasser im A-Springen erlebt.

Auch das ist etwas, was man geübt haben sollte. Dem einen Pferd macht es was aus, dem anderen weniger, aber auch viele junge Reiter sind beeeindruckt, wenn sie plötzlich über ein Mauerteil springen sollen.

 

 

 

 

 

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