Der letzte Basiswissenbeitrag behandelte die Gangart Schritt.

Es ist ja nur logisch, dass darauf nun der Trab und nächste Woche noch der Galopp folgt.

Ich werde mich bemühen nun jede Woche einen Beitrag zu dieser Kategorie hinzuzufügen.

Auf den Schrittbeitrag kamen viele positive Reaktionen und ich denke, so ein bisschen kurz zusammengefasstes Wissen kann nicht schaden.

Wie immer lege ich euch, wenn ihr mehr in die Tiefe gehen wollt, die Richtlinien für Reiten und Fahren ans Herz, da alles, was ih hier im Blog schreibe nur ein kurzer Anriss sein kann und das Ganze auch noch in meinen eigenen Worten.

Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß damit, vielleicht kann ja der ein oder andere noch was mitnehmen, egal, ob ihr im Alltag seid, oder euch vielleicht auf ein Reitabzeichen vorbereitet.

Was man über den Trab wissen sollte

Tempo

Im Trab

ist ein Pferd mit ca. 8-10 Stundenkilometern unterwegs.

Zweitakt

Der Trab ist ein Zweitakt in vier Phasen, bei dem das Pferd diagonal tritt.

Die Bewegung, die ein Pferd im Trab macht, nennt man Tritte.

 

ABLAUF

Also gleichzeitig das jeweils diagonale Beinpaar, Schwebephase, dann das andere diagonale Beinpaar und wieder eine Schwebephase.

Tempi

Es gibt vier verschiedene Arten Trab zu reiten

– Arbeitstrab

-Mitteltrab ( ab Klasse A/L) ( Vorstufe dazu Tritte verlängern)

-Versammelter Trab ( ab Klasse L)

-Starker Trab ( ab Klasse M)

Häufigste Fehler

 

Natürlich steht auch im Trab die Erhaltung des Taktes an oberster Stelle.

Das heißt,  das Gleichmaß bleibt  immer erhalten, egal ob auf der Geraden, in der Wendung, in den Seitengängen.

Schwebetritte sind ebenso wenig erwünscht, wie verspannte oder kraftlose Tritte.

Das Pferd fußt im Trab energisch vom Boden ab, und tritt im Arbeitstrab in die Hufspur der Vorderbeine.

Am Beginn der Reitausbildung, sei es als Reitanfänger oder als Jungpferd, steht der Arbeitstrab.

Wenn das Pferd und/ oder der Reiter einen sicheren Arbeitstrab im Takt reiten/ laufen können, kann man mit den weiteren Trabtempi beginnen.

Orientiert man sich am Aufbau im Turniersport, findet man bis zur Klasse E noch einfache Linien im Trab, wie z.B. Zirkel, einfache Schlangenlinien, Mittelzirkel, Durch die ganze und durch die halbe Bahn wechseln und Volten/ halbe Volten mit einem Durchmesser von 10m.

Oft wird auch in der Aufgabe noch leichtgetrabt, vor allem auch, um das Umsitzen zu überprüfen.

Ab der Klasse A wird in der Regel nicht mehr leichtgetrabt, außer mal beim Tritte verlängern, aber das richtet sich nach der Aufgabe.

In der Vielseitigkeit wird es dem Reiter oft freigestellt, ob er in der Verstärkung lieber leichttraben oder aussitzen möchte.

Das eine Pferd zieht im leichttraben besser, andere Pferde wiederum brauchen die bessere Unterstützung durch die Gewichtshilfe im aussitzen. Das kann und sollte man im Training individuell behandeln, auf dem Turnier ist es dann so, wie es gefordert wird.

Ab der Klasse A werden die Trabverstärkungen dann gefordert.

Man sieht auch hier wieder, zuerst werden die Verstärkungen abgefragt, bevor es in die Versammlung geht.

 

Vor einer Zeit hat man das “Tritte verlängern” mit in die Aufgaben aufgenommen. Der Hintergrund ist, dass viele Reiter, sobald sie Mitteltrab hören,  Vollgas geben.  Das ist ja aber nicht der Sinn davon. Im Mitteltrab soll ein Pferd im Rahmen weiter werden, längere Tritte machen und nicht nur schnell durch die Bahn rennen. Die Schwebephase wird ebenso länger. Wenn ich einfach nur Gas gebe, sind viele Pferde überfordert und das Verlängern gleicht dann einem Ameisenrennen.

Deshalb hat man die Zwischenstufe eingeführt, dass die noch jungen Reiter herangeführt werden,  längere Tritte zu reiten, ohne gleich mit Vollgas durch die Bahn segeln zu wollen.

Aus dem korrektem Tritte verlängern,  (das Pferd  nimmt mit dem Hinterbein  mehr Last auf, schiebt kraftvoll mit dem Hinterbein unter den Schwerpunkt, erhebt sich im Widerrist, trägt das Genick als höchsten Punkt und ist frei in der Schulter) entwickelt sich dann der Mitteltrab.

Natürlich ist Mitteltrab auch immer pferdebedingt.

Nicht jedes Pferd wird es lernen im Traummitteltrab durch die Bahn zu fliegen.

Aber gerade bei denen, die vielleicht nicht ganz so viel Talent abbekommen haben, darf man nicht versuchen, das durch mehr Tempo auszugleichen. Im Gegenteil, gerade bei diesen Pferden ist weniger meistens mehr.

In einer Aufgabe wird der Mitteltrab/ Tritte verlängern meist auf einer Diagonalen oder an der langen Seite geritten.

Zuhause reite ich gerne andere Wege. Ich entwickle die Verstärkung gerne aus dem Schulterherein, nehme mir kürzere Diagonalen vor, oder verlängere und verkürze an einer langen Seite mehrfach, gerade um das “Rennen”  zuverhindern. Das wird aber ein eigener Blog werden, das würde den Rahmen hier sprengen.

Ab der L-Dressur gibt es dann nur noch den Mitteltrab, kein Tritte verlängern mehr. Hier wird dann manchmal auf dem 40er Viereck geritten, manche Aufgaben werden aber auch auf 60m geritten. Das hört sich erstmal nicht weiter schlimm an, aber 60m auf der Diagonalen, können ganz schön  lang werden. Hier ist es tatsächlich von Vorteil, wenn man fürs Training auch einen großen Platz hat, auf dem man das üben kann.

In der L-Dressur kommt dann auch noch der versammelte Trab dazu.

Im versammelten Trab verkürzt sich das Pferd.  Es nimmt noch mehr Last auf das Hinterbein und wird in sich geschlossener. Das heißt, vom Genick, das der höchste Punkt ist, über die Hals,- und Rückenlinie bis ins Hinterbein, kommt mehr Spannung  ins Pferd.

Hier will man nicht sehen, dass das Pferd  langsamer wird, oder dass es sich verspannt. Einen korrekten Übergang vom Arbeitstrab zum versammelten Trab zu reiten ist gar nicht so einfach und erfordert sehr viel Übung.

Im versammelten Trab werden dann auch die Volten ab der L-Dressur schon kleiner. Hier sind nur noch 8m Volten angesagt, die natürlich immer noch im Takt sein müssen. Je mehr sich ein Pferd versammeln kann, desto kleiner können die Wendungen geritten werden. Ist das Pferd zu frei im Tempo wird es einen aus “der Kurve” tragen. Deshalb ist es auch für Springpferde sehr wichtig, dass sie sich versammeln können, weil sie sonst die engen Wendungen im Pracours nicht gehen können.

Ab der M-Dressur gibt es dann den Starken Trab. Auch das ist keine Renneinheit entlang der Diagonalen, sondern die höchste Steigerung im Trab. Die Hinterhufe fußen deutlich über die Spur der Vorderhufe, die Schulterfreiheit lässt den Schub aus der Hinterhand zu. Vorraussetzung, um diesen höchsten Grad der Verstärkung erreichen zu können, ist die vorhergehende Versammlung des Pferdes, aus der sich die Schub,- und Tragkraft entwickelt hat.

Was ich persönlich echt gut finde, ist, dass in vielen Turnieraufgaben auch immer wieder das Zügel -aus- der- Hand-kauen-lassen abgefragt wird. Auch in der Arbeitsphase sollte ein Reiter ja immer überprüfen, ob das Pferd beim verlängern der Zügel nach vorwärts-abwärts an die Hand herantreten würde und so zeigt, dass es zwar angespannt, aber nicht verspannt ist.

Ich selbst lasse auch während einer Arbeitseinheit immer gerne mal zwischendurch die Zügel aus der Hand kauen um dem Pferd die Möglichkeit zu geben zwischendurch abzuspannen.

 

 

Ab der M-Dressur kommen dann auch noch die Seitengänge im Tab dazu wie Schulterherein und Traversalen.

Auch hier liegt der Fokus darauf, Takt, Losgelasenheit und Schwung in der Seitwärtsbwewegung  zu erhalten. Kann ein Pferd auf normalen Linien den Takt und den Schwung noch nicht halten, so wird das in der Seitwärtsbewegung erst recht nicht funktionieren. Ihr seht also, auch hier, wie es im Reiten immer so ist, baut sich eins auf das andere wie eine Pyramide auf.

Bei der Anordnung der Reihenfolge in den Dressuraufgaben hat sich jemand etwas gedacht und auch wir sollten  uns im täglichen Training immer wieder an dieser Reihenfolge orientieren und daran denken, wenn die Basis wackelt, kann das Gebäude am Ende nicht stehen.

In diesem Sinne, viel Spaß mit eurer weiteren Arbeit im Trab. Ich hoffe, ihr könnt mit meinen Erklärungen etwas anfangen.

Ich setze mich dann mal an den Beitrag über den Galopp, den ihr dann nächste Woche lesen könnt.

Lasst mir gerne ein  Feedback da und denkt  beim Betrachten der Bilder immer dran, dass meine Modellpferde hier entweder Jugendreitpferde sind, die im E und A-Bereich unterwegs sind oder meine Springpferde, die sich redlich bemühen und wir Reiter natürlich auch. Nichtsdestotrotz sind es einfach nur ganz normale Alltagsbilder, die nicht den Anspruch haben, dass wir hier das perfekte Reiten demonstrieren. In der Theorie wissen wir zwar schon, wie es aussehen soll, aber wie bei euch sicherlich auch, ist es manchmal gar nicht so einfach sein theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen.

 

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