Nun gehört er schon 6 Wochen zur Familie und ist eigentlich auch schon gar nicht mehr wegzudenken. Genau wie alle anderen auch, ihr wisst ja, wir können uns sowieso von keinem mehr trennen.

Und eins muss ich ja gleich mal sagen. Wir schaffen es immer wieder uns aus allen Pferden dieser Welt die Quatschköpfe rauszusuchen. Calli macht da keine Ausnahme. Er bringt uns jeden Tag zum Lachen und das hat es so super einfach gemacht, ihn einfach in unser Familienteam zu integrieren, als wäre er schon immer da gewesen.

Ihr wisst ja, wir reiten schon Turnier, aber weder Nina noch ich leben vom Turniersport. Wenn ihr es so wollt, sind wir Freizeit-Turnierreiter und genau deshalb ist uns das ganze drumrum so wichtig. Es dreht sich nicht alles immer nur ums nächste Turnier, um die nächste Schleife, die Welt bricht nicht zusammen, wenn es kein Turnier und keine Schleife gibt, aber das tägliche Miteinander, das rumalbern, das ausbilden und das wachsen mit unseren Pferden, das wollen wir nicht missen.

Aber egal, ihr wollt wissen, was Calli für einer ist.

Also fange ich mal mit den Eckdaten an. Calli, sein richtiger Name ist Calisto G ist ein 2012 geborener Hannoveranner Wallach.

Er ist irgendwie ein bisschen zu groß geraten, wer weiß, in welchen Zaubertrank er als Fohlen gefallen ist.

Er ist einer von mehreren Vollgschwistern aus der Zucht der Familie Gropengieser, daher auch das G im Namen.

Bei der Züchterfamilie leben jetzt noch die Geschwister, das Jüngste, dieses Jahr geboren hat einen anderen Vater. Auch die Oma und die Mama sind noch dort beheimatet, so dass wie alle kennenlernen konnten.

Das ist Callis Mama und seine kleinste Halbschwester

Calli stammt ab ( aber das habt ihr wahrscheinlich längt gegoogelt) von Crazy true Colour, der selbst bis S-Springen erfolgreich war.

Crazy true Colour geht väterlicherseits auf Calido I zurück, also ist Callis Opa auch gleichzeitig Calles Papa. Könnt ihr noch folgen? Ist gar nicht mehr so einfach hier mit Calli und Calle und Calli und Paul, aber das wird schon.

Mütterlicherseits stammt Calli von Cantana G ab, die auf Contago und Corrado I zurückgeht. Eigentlich also ganz schön viel Holsteiner Blut in unserem Hannoveraner.

So durfte Calli aufwachsen

Was uns an Calli als allererstes aufgefallen ist, waren seine endlos langen Beine. Und dann auch noch vier weiße, da war es um uns geschehen. Dazu noch der treue Blick aus seinen Kulleraugen, ja, das war die halbe Miete. Deshalb hat Nina wohl ihn ausgesucht, zum probereiten. Eigentlich passte er überhaupt nicht in unsere Vorstellungen.

Unser neues Pferd sollte kleiner als Calle sein – hat ja schonmal nicht geklappt

Es sollte Turniererfahrung haben und wenn er älter als 6 ist, möglist auch schon mehr gegangen sein – hat auch nicht geklappt

Wir wollten nicht wieder den ersten nehmen, der uns über den Weg läuft – wieder falsch

Na gut, als Nina drauf saß hatten wir uns schon ergeben. Alle Vorsätze über den Haufen geworfen. Der war es, aber das wisst ihr ja schon.

Also weiter gehts.

Calli war schon ein paarmal mit auf dem Turnier, aber weil er ja nicht der einzige ist, nicht regelmäßig. Eine Platzierung in Springpferde-A steht auf seinem Erfolgskonto.

Bei uns wird es noch eine Weile dauern, bis wir mit Calli losfahren. Für Nina ist das Langbein eine große Umstellung und ihr wisst ja, wir reiten ungerne auf gut Glück in einen Parcours, so nach dem Motto ” Wird schon klappen”

Deshalb ist momentan noch ganz viel Dressurarbeit und Zusammenwachsen der Beiden angesagt. Leonberg ist ja insgesamt von seinen Gegebenheiten nicht ganz einfach. Bei uns ist immer viel los, wir haben viele verschiedene Plätze und wir wollten Calli erstmal die Möglichkeit geben, sich in Ruhe an alles Neue zu gewöhnen. Er ist schon noch sehr aufgeregt, wenn plötzlich von überall her Pferde kommen, wenn es Geräusche gibt, die er nicht einordnen kann, oder auch mal einfach so.

Dann nimmt er seinen Kopf hoch, ist plötzlich 2 m groß und man hat zu tun bis er wieder losgelassen geht, und mit den Gedanken beim Reiter ist.

Es ist uns aber wichtig, dass er losgelassen geht und deshalb brauchen wir sehr viel Zeit mit ihm. In der Regel machen wir ihn auch immer zu zweit, deshalb gibt es auch so oft neue Bilder

Vom Training her macht er auch noch gar nicht so viel. Eigentlich wird er nur locker geritten, bis das so ist, wie wir uns das vorstellen geht eine ganze Zeit ins Land. Das Arbeitspensum wird sich dann mit der Zeit steigern, wenn er mehr Muskulatur aufgebaut und sich an das regelmäßige Arbeiten gewöhnt hat. Übrigens bin ich sehr froh, dass er noch nicht so viel gemacht hat. So hatte er genügend Zeit in seinen Riesenbabykörper hineinzuwachsen. Arbeiten kann der noch früh genug, das läuft nicht weg.

Und so kommt es auch, dass wir keine Ahnung haben, wie hoch er springen kann. Diese Frage kommt immer mal wieder. Ehrlich, wir haben keine Ahnung, wir reiten ihn momentan noch über kleine Sprünge, bis ca. 1,15m und die soll er sicher und gut machen. Diese dann noch zu einem Parcours zusammenzusetzen, die Linien schwieriger zu reiten ist erstmal genug Arbeit.

Die Höhe kommt nachher von alleine, da habe ich keine Bedenken. Erstmal geht es aber um Kontrolle, Sicherheit, Takt, Rhytmus und vor allem darum ihn jedes Mal wieder mit einem guten Gefühl zu beenden. Was nützt es mir, wenn er hoch springen kann, aber irgendwann Angst bekommt, weil er doch überfordert war. Von dem her – es eilt nicht und alles wird kommen wie es kommt.

Ja, das ist also der aktuelle Stand zu Calli. Das ist noch ganz viel Arbeit, da geht noch einiges an Zeit ins Land und wir werden sehen, was die Zeit am Ende bringt.

Bis dahin werde ich euch weiterhin mitnehmen in die Ausbildung unserer Zukunftshoffnung.

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