Das war wohl nix mit einem Beitrag

Es sind jetzt zu Beginn des dritten Tages schon wieder so viele Informationen, Bilder, Videos und vieles mehr zusammengekommen, die ich euch aber auch irgendwie zeigen wollte. Aber der erste Beitrag ist ja jetzt schon wieder so lang geworden, dass ich den Plan geändert habe. Es gibt jetzt doch für jeden Tag einen eigenen Beitrag, sonst müsst ihr immer erst das Alte wegscrollen, das macht ja keinen Spaß.

Das ist die Aachener Soers, bevor das erste Springen beginnt

oder praktisch: “Die Ruhe vor dem Sturm”

da stand ich heute morgen erst mal und habe das auf mich wirken lassen. Am Dienstag abend durften wir mit der Kutsche in dieses Stadion einfahren, unseren Preis entgegen nehmen und eine Runde drehen. Verrückt. Das war schon ein einmaliges und tolles Erlebnis. Jetzt, heute morgen war alles ruhig, und ich stand da und habe an den Nationenpreis im letzten Jahr gedacht, and die Stimmung und daran, dass ich das heute abend nochmal erleben darf. Ich freue mich schon drauf.

Für mich ging der Weg aber erstmal zum Fahrviereck

Für die Vierspännerfahrer stand Dressur auf dem Programm. Nicht, dass ich eine Ahnung vom Fahren hätte, aber das, was ich da gesehen hatte, aus Laienaugen praktisch, hat mich fasziniert. Vier Pferde vor der Kutsche zu haben, die alle miteinander durchlässig und gehorsam sind, die auch noch farblich und der Größe nach zusammen passen, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man das so hinbekommt. Mir fällt es ja schon schwer ein Pferd zu kaufen, aber so ein Vierspänner? Unvorstellbar. Derjenigen hat ja wohl nicht nur vier passende Pferde im Stall, ich gehe davon aus, dass man mindestens 6 haben muss, weil, und das kennen wir ja alle, eigentlich immer irgendeiner nicht fit ist. Das sind so die ersten Gedanken, die mir durch den Kopf gehen. Das muss eine unvorstellbare Logistik sein, schließlich muss man die auch alle irgendwie aufs Turnier bringen, das ganze Zubehör muss mit, die Kutsche, einfach alles was dazugehört. Und auch zuhause. Man fährt ja sicher nicht jeden Tag mit allen an der Kutsche, so dass immer alle gleichzeitig bewegt wären. Wenn man aber alle einzeln bewegen muss, trainieren und versorgen, das ist ja ein Full-Time -Job. An dieser Stelle stand ich  mit meinen Gedanken schonmal bewundernd da.

Und dann fuhren die ersten Teilnehmer ein. Und ich durfte weiter staunen. Während wir manchmal durchaus damit beschäftigt sind ein Pferd durchs Viereck zu steuern, so liefen diese 4 ihren Weg. Schlangenlinien, Diagonalen, auch Rückwärtsrichten wurde abgefragt und das sah, trotz der Kraft und Anstrengung, die die Pferde hatten, alles leicht und easy aus. Mein Respekt ist den Fahrern sicher.
Nina und ich waren natürlich besonders gespannt auf den Auftritt von Michael Brauchle. Schließlich durfte Nina mit ihm zusammen letztes Jahr auf der Pferd Bodensee eine Schaunummer reiten, bei dem unser Paul über von seiner Kutsche gezogene Hindernisse springen musste. Deshalb haben wir natürlich besonders mit ihm mitgefiebert.
Als nächste Deutsche Teilnehmerin sahen wir Anna Sandmann, die jüngste Teilnehmerin im Feld und dazu noch eine der wenigen weiblichen in dieser Männerrunde. Anna hatte, so der Sprecher, eine Wild Card bekommen und nahm als Einzelfahrerin hier teil. Mit ihrem 14. Platz zeigte sie, dass mit ihr und ihrem Gespann durchaus zu rechnen ist.
Aber richtig schockverliebt habe ich mich in das Gespann von Boyd Exell, der diese Runde mit gebrochenem Fuß gefahren ist. Ja, nur die harten kommen in den Garten.  Diese 4- Wahnsinn- und wieder frage ich mich, wie geht das? Vier schwarzbraune, alle mit hochweißen Füßen, außer einem, der hatte nur drei weiße. Einer schicker als der andere, bewegunsstark und einfacch nur -WOW- ich war geflasht. Und das war wohl nicht nur ich. Das Gespann hat die Prüfung dann auch gewonnen. Morgen wird es für die Fahrer ins Gelände gehen. Da bin ich sicherlich mit der Kamera dabei und werde versuchen euch wieder in Text und Bild mitzunehmen.  Vorerst noch ein paar Impressionen vom Dressur fahren, bevor es für mich weiter auf die Pressetribüne zum Youngster Cup ging.

Der Sparkassen Youngster Cup

Der Sparkassen Youngster Cup ist eine Serie für 7 und 8 jährige Nachwuchsspringpferde. Eine Station findet hier in Aachen statt. Heute war ich auf der Tribüne dabei und verfolgte das Springen. Als erstes waren die 7 jährigen am Start, bevor der Parcours für die 8-jährigen leicht erhöht wurde. Gewertet werden sie aber alle zusammen.

Auffällig für mich und auch wirklich schön anzuschauen, waren die rittigen Pferde, die trotz, dass es um Zeit ging, in jedem Springen mit Wertnoten hätten bestehen können. Da saß jede Distanz, da gab es keine Ungereimtheiten, und die Pferde sprangen souverän. Die meisten von ihnen  hatten wahrscheinlich noch kein so großes Stadion gesehen, ließen sich aber keine Nervosität anmerken. Die waren voll bei ihren Reitern und es machte Spaß, sich die Zukunftspferde anzuschauen.

Das Beste Paar heute, waren der Brasilianer, Yuri Mansur, mit seinem Pferd Havana M, die den Parcours in einer Zeit von 62,91 sek. beendeten. Knapp eine Sekunde langsamer war Mill Creek Filippa K mit Marcus Ehning, und nochmal eine Sekunde drauflegen musste Laura Kraut mit SFS Vincomte.

Das Siegerpaar der heutigen Prüfung

Der Preis für den Gesamtsieger

Und diesen hübschen Kerl hier wird der Gesamtsieger aus allen Stationen des Sparkassencups bekommen in der Hoffnung ihn auch in ein paar Jahren in dieser Prüfung zu sehen. Mal sehen was da draus wird.

Das Highlight des Tages

Der Nationenpreis im Springen

 

Um 19.30 war es dann soweit. Alle waren im Springstadion versammelt um den Mercedes-Benz Nationenpreis anzuschauen.

Dieses Jahr waren folgende Reiter am Start: Maurice Tebbel, den wir im letzten Jahr schon hier in Aachen gesehen hatten, Simone Blum mit ihrer widergenesenen DSP Alice, Laura Klaphake, die letztes Jahr noch Reserve war und dieses Jahr ihre Chance mit Catch  me if you can bekam und mit Markus Ehning, dem Routinier in der Mannschaft.

Der erste Umlauf war vorbei

An den Bildern sieht man, wie langsam die Sonne über der Soers unterging. Auch das trägt natürlich zu der Gänsehautstimmung, die beim Nationenpreis sowieso schon herrscht, bei. Es ist einfach ein Erlebnis, das hier von der Tribüne aus zu erleben, irgendwie mittendrin statt nur dabei. Der erste Umlauf war beendet und das Deutsche Team lag zwischenzeitlich auf Rang 4.

 

Siegerehrung des Grand Prix

In der Pause zwischen den Umläufen wurde es nicht langweilig

Die Siegerehrung der Dressur, die heute den ganzen Tag im Deutsche Bank Stadion lief, wurde dann auch im Hauptstadion ausgetragen. Die Siegerin, Laura Graves aus den USA und die platzierten Reiter präsentierten ihre Pferde dem Publikum und wurden entsprechend gefeiert.

Interviews mit Ludger Beerbaum, der Dank an die Sponsoren und die Ankündigung, das Mercedes-Benz weiterhin Hauptsponsor des Preises bleiben  wird, verkürzte die Wartezeit auf den zweiten Umlauf.

Und das war der Zwischenstand nach dem ersten Umlauf

Der zweite Umlauf hatte es in sich. Da wurde nochmal alles ganz gehörig durcheinander gewirbelt und er war an Spannung praktisch nicht zu überbieten. Auf der Tafel konnte man immer mitverfolgen, wie sein Favoritenland gerade lag und Deutschland arbeitete sich Reiter für Reiter nach vorne. Aber der Schlussreiter, Markus Ehning musste fehlerfrei bleiben. Als er einritt gab es erst großen Jubel, dann wurde es mucksmäuschenstill. Das Publikum fieberte bei jedem Sprung mit und als er in die Schlusslinie, eine dreifache Kombination und hintendran noch der Mercedes- Oxer hielten alle die Luft an. Und dann war es tatsächlich geschafft. Das deutsche Team hatte gewonnen und die Stimmung kochte.

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