Media Day 2018 in München

Ende September erreichte uns eine e-mail von En Garde Marketing, einer Firma, die viele Reitsportevents in ganz Deutschland organisiert und deren Leidenschaft auch darin liegt schon die kleinsten Kinder mit vielen Aktionen rund um Kindergärten ans Pferd zu bringen.

Rundum sympatisch also, weil sie genau das vertreten, was wir auch vertreten.

Den Sport mit unseren Pferden und die Basisarbeit mit den Kiddies. Denn ohne unsere Kleinsten wird es keinen Nachwuchs im Reitsport geben.

Klar also, dass wir dabei waren und uns gleich anmeldeten.

Beim Media Day, der eine Vorveranstaltung für die  Munich Indoors im November werden sollte, würden die verschiedenen Blogger, eine Reitstunde bei den Finalisten, die bei den Munich Indoors am Start sein werden bekommen.

Für die Springreiter war Denis Nielsen angereist, der als momentan 3. in das Finale der DKB-Riders Tour einziehen konnte.

Da ich Ginny Gibson schon an Nina abgegeben hatte, hatte ich leider für mich kein Pferd, um an der Dressureinheit teilzunehmen.

Victoria Michalke konnte hierfür gewonnen werden, die derzeit Führende im Meggle Champion of Honour. Der Meggle Champion of Honour ( genaueres findet ihr unter dem Link) wird in München vergeben und Victoria hat gute Chancen diesen Preis, bei dem es nicht nur um sportliche Erfolge, sondern vor allem auch um Fairness im Umgang mit dem Pferd und dem Sport im Allgemeinen geht. mit nach Hause zu nehmen.

Unsere Daumen für sie sind nach dem heutigen Tag auf jeden Fall gedrückt.

 

 

Für uns war es ein wenig aufregend, weil wir Ginny Gibson im Hänger hatten.

Da Calle gerade noch im Aufbau ist und noch nicht richtig geritten werden kann, wollten wir es wagen, Ginny mitzunehmen.

Zuhause ist das ja alles kein Problem mehr, aber wir wissen ja, dass sie in Stresssituationen mal etwas über die Uhr sein kann.

Jetzt möchte man ja bei so einem öffentlichen Training nicht völlig aus der Reihe fallen und so sattelt man normalerweise die sicherere Variante.

Die hatten wir aber nicht, also blieb nur absagen oder den Versuch starten.

Wir entschieden uns dafür. Wenn es gar nicht gehen würde, dann würden wir einfach abbrechen, die Option steht ja immer offen.

So starteten wir morgens um 5 in Leonberg und fuhren nach München.

Ginny war gut vorbereitet, frisch geschoren, am Vortag nochmal locker gearbeitet, so dass sie fit und munter sein sollte, und bestens gerüstet für diesen für sie doch sehr aufregenden Tag.

Die Hängerfahrt war easy, Ginny fährt ja gerne Hänger.

Nach gut 3  Stunden konnten wir sie dann ausladen und in ihre bereitstehende Box bringen. Der Stall war schon gefüllt mit den andereren Pferden und Ginny war aufgeregt.

Das kennen wir aber schon. Neue Ställe, neue Umgebung und das ohne ihren Calle, das findet sie gruselig.

Aber nach ihrem Frühstück und mit einem großen Heunetz in der Box legte sich die Aufregung langsam.

Wir blieben bei ihr, flochten nebenher ein und gingen dann noch eine Runde mit ihr spazieren.

So langsam kam sie an. Sie wurde ruhiger und fand es eigentlich ganz gut da auf dieser riesigen Reitanlage.

 

Ginny konnte jetzt auch erst mal in Ruhe ankommen, da für uns die ersten Reiteinheiten der anderen Reiter anstanden, denen wir zuschauten.

So ließen wir eine zufrieden mampfende Ginny im Stall zurück und schauten Michelle und Luisa beim Springen zu.

Der Unterricht war ruhig, mit einer tollen, positiven Atmosphäre und der Aufbau war so, wie wir es zuhause auch machen würden.  So legte sich auch bei uns die Anspannung und wir glaubten dran, dass das für Ginny machbar ist. Wir hatten uns extra in die kleinere Gruppe einteilen lassen, um keinen Stress aufkommen zu lassen die anderen Reiter zu stören.

Nach der Pressekonferenz, in der wir viel über Victoria Michalke und Denis Nielsen, ihre Trainingsauffassung und ihre Ziele bei den Munich Indoors erfuhren, gingen wir nochmal entspannter ans Satteln von Ginny.

Die beiden waren sympatisch, bodenständig und es schien nicht, als ob sie von uns erwarten würden, dass wir hier reiterliche Bäume ausreißen. Total normal einfach.

Die Reiter wurden mit ihren Sponsorenoutfits ausgestattet, denn ohne Sponsoren ist so ein Event gar nicht durchführbar.

Die Firmen Uvex, Spooks, Vitakraft, En Garde, DKB und JJ Darboven unterstützen die Munich Indoors und auch unseren Tag.

Vielen Dank an dieser Stelle an die Firmen, die sich im Reitsport einbringen und ohne die das alles gar nicht möglich wäre.

Aber jetzt ging es los für Ginny und Nina.

Würde das gehen? Behält sie ihre Nerven oder macht sie in der Halle komplett zu, wie wir es schon oft erlebt haben?

Wir wussten es nicht.

Die Sprünge waren guckig, das könnte schwierig werden, vor allem die breite, schwarz glänzende Spooks-Planke, die man auch gar nicht erstmal niedrig machen konnte, weil sie an sich ja schon recht massiv war. Diesen Oxer gab es also nur in A** Höhe. Ob sie das machen wird?

Denis fragte die Reiter, was sie mit ihren Pferden so machen und Nina erzählte in Kurzfassung ihre Geschichte.

Nach langer Krankheit und schwierigem Nervenkostüm auf A-Niveau, so stellte sie Ginny vor.

Und dann ging es los.

 

Wenn Ginny so das erste Mal antrabt, am durchhängenden Zügel, mit der Anmut einer Giraffe, denkt jeder erstmal, was ist das denn?

Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass  sie das so braucht. Die ersten Runden Trab gehören ihr.

Sie soll einfach  nur traben, egal wie es aussieht.

Nach ein paar Runden nimmt man dann einfach die Zügel auf, dann ist sie da.

Denis hat zwar kurz verwundert geschaut, aber nicht versucht das zu ändern. Er hat die beiden einfach gelassen und das war der Startschuß für eine tolle Springstunde.

Erstmal stand ordentliche Dressurarbeit auf dem Programm.

Immer wieder Schlangenlinien, Wendungen um die Sprünge, Tempounterschiede, Übergänge, Außengalopp, fliegende Wechsel, die keine Zufallsprodukte waren, sondern da geritten wurden, wo sie sein sollten, war die Arbeit für die 3Mädels und ihre Pferde.

Kein Problem für Ginny.

So hatte sie auch genug Zeit sich in der Halle zu akklimatisieren, immer wieder an den Sprüngen vorbei zu laufen und sich an den Anblick zu gewöhnen.

Und dann ging es mit den ersten Cavalettis los. Erst ein einzelnes, dann zwei Cavalettis und zwei Stangen auf der Zirkellinie.

Ganz klassisch also.

Der Fokus lag auf der Rittigkeit, dem richtigen Tempo, dem korrekten Vorbereiten auf die Aufgabe und eine ruhige und konzentrierte Ausführung.

Es ging nicht darum drüberzukommen, das sollte bei einem Cavaletti ja gehen, es ging darum Gut drüberzukommen, auf der richtigen Linie im richtigen Tempo. Perfekt für Ginny.

Und sie wurde ruhiger und kam an.

Das ist halt der Unterschied zu einem Turnier. Sie hat Zeit. Zeit, sich das alles mal anzuschauen und dann zu merken, dass es ja gar nichts Schlimmes ist. Dann macht sie das auch.

In den Schrittpausen merkte man ihr zwar die Nervosität noch deutlich an, aber sie wurde von Minute zu Minute ruhiger.

Die Aufgaben waren kein Problem.

Langsam erarbeiteten sie die einzelnen Sprünge, immer wieder zwischendurch mit den Cavalettis, und der In-Out-Reihe.

Und Ginny machte einfach.

Wir waren sehr erstaunt.

Das sie es so souverän machen würde war das allerletzte, das wir erwartet hatten. Ein bisschen, vielleicht auch mehr Drama, damit hatten wir gerechnet, aber nicht mit dem , was sie am Ende machte.

Nämlich gar nichts.

Kein Zucken, kein Drama, sie sprang alle Aufgaben, als wollte sie fragen: “Noch Fragen?”

Unser Ginnymädchen hat uns mehr als überrascht und wir sind froh, dass wir das mit ihr gemacht haben.

An diesem Tag wird sie wieder wachsen und es wird wieder einen kleinen Schritt vorwärts gehen mit ihr.

Das heißt  nicht, dass wir Turnier mit ihr geplant haben. Wir haben keine Pläne mit ihr, keine Ziele, das macht nur Druck.

Wir probieren aus, was geht, freuen uns über jeden kleinen Erfolg wie den heutigen und was kommt, das kommt.

Nicht mehr und  nicht weniger. Wenn sie will, dann darf sie, wenn nicht, dann reiten wir eben zuhause.

Nach der Stunden bummelten die beiden mit den anderen Reitern noch auf der riesigen Sandrennbahn aus, die wir gerne mit nach Hause nehmen würden.

So hatten die Pferde eine tollen Abschluß einer super Trainingseinheit, von der sicherlich alle Reiter und alle Zuschauer profitiert haben.

Während Ginny dann im Stall war und ihre Belohnungsmöhren vernichtete schauten wir noch beim Training der Dressurtruppe zu , die unter Victorias Anleitung arbeiteten.

Auch diese Einheit war von Ruhe und Basisarbeit geprägt, das war für mich Balsam auf meine Seele. Habe ich zuhause oft den Druck zu langsam zu sein, weil mir die korrekte Basisarbeit und losgelassenen, rittige Pferde wichtiger sind als Lektionen, so wurde ich hier bestätigt.

Zitat Victoria: ”  Wenn die Anlehnung nicht passt, brauchst du nicht an Lektionen denken, dann musst du das erst mal in Ordnung bringen”  Danke für diesen Satz.

So genossen wir das Dressurtraining mit völlig unterschiedlichen Pferden, die alle im Laufe der Stunde nochmal verbessert wurden und ebenso zufrieden, wie die Springer zuvor die Halle verließen.

Für uns ging es dann nach der Verabschiedung wieder nach Hause.

Wir nehmen eine entspannte Ginny mit, viele neue Eindrücke, bodenständige, tolle Trainingseinheiten, die Bestätigung, dass auch die Top-Reiter Wert auf rittige, losgelassene Pferde legen und sich auch mal auf kleineres Niveau einstellen können.

Vielen Dank an dieser Stelle für die Einladung an En Garde Markting,

Ebenso an Denis und Victoria und die Sponsoren, die das Möglich  gemacht haben.

Wir freuen uns jetzt noch mehr auf die Munich Indoors im November, bei denen wir natürlich allen Reitern, aber ganz speziell unseren beiden Trainern die Daumen drücken werden, dass sie dort alles erreichen werden, was sie sich vorgenommen haben.

Vielleicht sieht man ja den ein oder anderen von Euch auch dort.

Schreiben Sie einen Kommentar