Nachdem wir wegen Wetterkapriolen vor zwei Jahren und der Ferienzeit letztes Jahr kein eigenes Jugendturnier hatten, waren wir natürlich sehr froh, dass es dieses Jahr wieder bei uns zu Hause statt fand. Es ist schon einfach toll zu Hause reiten zu können und so können auch ganz neue Paar mal Turnierluft schnuppern, die sonst gar nicht so dazu kommen.

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Wir bemühen uns zwar immer so viele wie möglich in die vorhandenen Hänger zu sortieren, aber alle können halt nicht immer mit. Deshalb wurde unser Team, das sind ganz grob gesagt mal die Leute, die regelmäßig bei uns trainieren, diese Woche etwas größer.

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Neben den ganzen Ponygruppenkindern und Schulpferdereitern, die ja manchmal bei mir reiten, waren auch die Team Kaupp Minis am Start, die eigentlich gar nicht mehr so Mini sind. Da wird es wohl mal Zeit für einen neuen Namen.

Als ich morgens im Stall ankam lief schon alles rund. Die Vorbereitungen waren in vollem Gange, überall wurden Ponys geschrubbt, Zöpfe geflochten, Startnummern angebracht und es war ein fröhliches Treiben. Das Schöne ist, dass jeder jedem hilft. Jeder, der gerade selbst nicht reitet schaut, ob er einem anderen etwas helfen kann.
Für mich bleibt da nicht viel Arbeit übrig, ich bin nur ständig mit dem Foto unterwegs, schaut kurz mal beim Abreiten drauf und versuche sonst die Kiddies zu unterstützen, wo es nötig ist, sie aber auch selbst machen zu lassen, was sie selbst können. Das Ziel ist ja schließlich, dass sie irgendwann ganz alleine losfahren können und mich auf dem Turnier gar nicht mehr brauchen.

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Leonie und ihre Mama kämpfen noch mit der dicken Ponymähne
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während Jule schon den Stanley putzt
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Calle schaut zu, ob die das alles richtig machen
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und Leni und Maya sind schon bester Laune

Die erste Starterin sollte heute Janka sein. Ich hatte euch ja schon erzählt, dass wie einige neue Konstellationen haben. Dazu gehört, dass Janka schon seit einer Weile sehr erfolgreich den kleinen Doubti auf dem Turnier vorstellt. mit mir dürfte er ja nur Dressurpferdeprüfungen gehen oder eben dann gleich L und ausserdem sieht es ja viel schöner aus, wenn so ein größenmäßig passendes Kind ihn vorstellt. Janka und Doubti hatten sich schnell eingefummelt und bisher bei fast jedem Start eine Schleife mitgebracht. Ziel des Ganzen ist es, Doubti routinierter zu machen auf dem Turnier, so dass Emma am Ende davon profitieren kann. Das hat ja auch schon funktioniert. Auch Emma konnte schon ihre erste E-Platzierung mit nach Hause bringen. Diese Woche ist sie leider verletzt und  kann nicht reiten. Doubti wird also nur mit Janka unterwegs sein.

In der Dressurreiter-A war das gleich mal erfolgreich und die Beiden sicherten sich die weiße Schleife mit einer 7,3 für den dritten Platz. Morgen haben die beiden Premiere in Jankas und Doubtis erster Dressurreiter-L und wir drücken ganz feste die Daumen.

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Janka und Hilkens No Doubt

 

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Gut gemacht ihr Beiden

Auch Antonia und ihre Chica haben über den Winter große Fortschritte gemacht und den Weg vom Dreieckszügel weg geschafft. Nach mehreren gewonnenen Dressurreiter-E`s ritt Toni heute ihre zweite Dressurreiter-A.  Chica ist ja ein sicheres Viereckpony, die ihren Job in Perfektion kann. Nur fehlt ihr manchmal etwas die Motivation auch mal schneller zu laufen. In der A-Dressur kommen jetzt im Vergleich zur E-Dressur die Verstärkungen dazu und hier müssen wir jetzt arbeiten. Aber für die zweite  Prüfung auf dem Niveau hat sich auch Toni mit ihr wacker geschlagen und war mit einer 6,3 nicht so weit aus der Platzierung raus. Wenn wir die Feinheiten, die eine A mit sich bringt noch erarbeiten, dann wird es auch hier bestimmt bald für eine Schleife reichen.

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Ohne Pause ging es gleich weiter mit der Dressurreiter-E. Diese Aufgabe durfte mit Dreieckszügeln geritten werden und er geht vorrangig um Sitz und Einwirkung des Reiters.

Und das war die Turnierpremiere für Leonie und ihre Perina, die seit letztem Sommer ein Paar sind, seit dem Winter bei mir trainieren und Woche für Woche mehr zusammenwachsen.  Noch gar nicht lange ist es her, dass wir die ersten Versuche ohne Dreieckszügel gemacht haben und nun ist das schon eine sichere Sache.  Die beiden sind ein kleines Dreamteam und konnten auch in der Prüfung ihre Nerven behalten. Leonie steuerte ihre Perina souverän und konzentriert da durch und wurde mit einer 6,9 belohnt. Das klingt im ersten Moment niedrig, aber das die Noten in der gesamten Prüfung nicht so hoch waren, waren die Beiden damit am Ende 2. Glückwunsch euch Beiden zu diesem gelungenen Einstieg ins Turnierreiterleben.

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Lange Zeit hatte Leonie die Prüfung angeführt – bis Toni mit Chica kam – und noch eine Zehntel drauflegten. Mit einer 7,0 entschied Toni die Prüfung für sich, Leonie wurde 2. und Amelie, die auch noch nicht so lange ein Team mit ihrem ehemaligen Schulpony Chealsy ist und sie nach einem Ausfall ganz  langsam und geduldig aufgebaut hat, bekam heute den verdienten Lohn für ihre Arbeit mit der kleinen Knutschkugel. Chealsy benahm sich im Viereck mustergültig und damit war dieses Paar mit einer 6,7 auf dem 4.Platz zu finden.

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Und, weil das immer noch nicht genug Reiter waren, die bei uns unterwegs sind, waren die beiden Wächter-Mädels auch noch am Start. Leni hatte kurzfristig auf ihr Springpony Prinzessin umgesattelt und steuerte das kleine Flitzepony super durch die Prüfung. Immer mit einem kleinen Blick in den Rückspiegel, weil die kleine Schwester Maya mit Stanley im selben Paar ihre erste Dressurreiterprüfung ritt und Stanley naturgegeben mit seinen kurzen Beinchen natürlich langsamer ist, als die Princessin. So mussten die Beiden schauen, dass sie sich nicht gegenseitig in den Weg reiten und Maya musste ihre Prüfung fast auswendig reiten, weil Leni natürlich immer viel weiter war. Aber auch das haben sie super gemeistert.

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Glückwunsch euch allen und auch den Schulpferdereitern, die sich mit tollen Leistungen in dieser Prüfung platzieren konnten, von denen ich aber leider keine Bilder habe.

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Und während ich in der Abreitehalle unterwegs war und von nichts, was im Stall passierte etwas mitbekommen habe, zeigten meine Mütter mal wieder, dass sie das Wort Team verdient haben und genau den Teamgedanken leben, den wir haben wollen.

Eigentlich wollte Jule, Pauls ehemalige Reitbeteiligung, ja, nachdem Paul nun in Rente ist, den Umstieg auf Mama`s Großpferd Linn wagen. Aber Linn hatte sich am beim Satteln verletzt und konnte nicht starten.  Das gab keinen großen Act. Linn wurde versorgt, einer spurtete zu Meldestelle und meldete um, Jule wurde kurzerhand auf Lenis Princessin gesetzt, die sie noch nie zuvor geritten hat.  Das geht bei uns auf dem kurzen Dienstweg. Und was soll ich sagen. Das sind halt tolle Ponys und tolle Kinder. Einerseits die beiden Wächter-Mädels, die kurzfristig beide Pons zur Verfügung gestellt haben, anderseits Jule, die sich einfach mal draufsetzt und losreitet und dann auch noch die Prüfung gewinnt.

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Und auch das nächste Wächter-Pony war schon unterwegs. Lena kennen wir eigentlich in Kombination mit Mr.Knister. Der wurde aber verkauft und ist diese Woche umgezogen. Also gab es auch hier Plan B. Stanley hat die perfekte Größe für Lena und stellte Maya ihn Lena zur Verfügung. Auch Lena hat den Wechsel gut gemeistert und konnte ebenfalls ihre Abteilung des Reiterwettbewerbs gewinnen.

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An dieser Stelle ein ganz dickes DankeSchön an Leni und Maya, dass ihr so unkompliziert sein, an die Mütter im Hintergrund, die das mal kurz managen und an alle Kinder, die uns zeigen was es heißt gemeinsam Sport zu treiben und dem Einzelsport Reitern eine ganz neue Note geben.

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Das Mütterteam von Team Kaupp inkl. eigenem Fotograf.  🙂

Nun hatten wir schon 3 gelbe, 1 silberne, 1 weisse und eine blaue Schleife eingesammelt und es war gerade erstmal Mittag. Für uns ging es Schlag auf Schlag weiter.

 

Der Parcours wurde aufgebaut und der Springreiterwettbewerb ging los.

Hier war nur Leni am Start, aber bis zur nächsten Saison wollen wir unsere Minis dann auch mal mit den bunten Stangen sehen. Bisher stand die vernünftige dressurmässige Grundlage im Vordergrund, aber nach den tollen Ergebnissen wird es Zeit, dass wir anfangen zu springen.

Heute ging es für Leni los, die gemeinsam mit Nina den Parcours ablief. Parcours abgehen ist immer Ninas Aufgabe. Die macht mit den Kindern da schon fast eine Dressuraufgabe draus, damit das am Ende auch so aussieht, wie sie sich das vorstellt.

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Und das hat funktioniert. Leni war konzentriert, Princessin motiviert und Nina zufrieden. Was will man mehr? Mit einer 7,3 wurde Leni in dieser Prüfung 2. und so gab es nochmal ein silbernes Schleifchen zu unserem bunten Strauss dazu.

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Die letzte Prüfung des Tages war ein E- Springen.  Hier war Nina und ihre Pebbels am Start. Auch Pebbels war auf dem gewohnten Platz hochmotiviert und flitzte mir fast aus der Kamera. Aber Nina hat das gut geregelt und hat ihr ihr Tempo gelassen, weil sie das für sich so braucht. So ist halt jedes Pony anders und man muss als Reiter darauf eingehen, wie es funktioniert. Wir haben bei Pebbels die Erfahrung gemacht, dass es mit höherem Tempo besser geht. Da man dann aber gerne mal in der Wendung einen Kreuzgalopp hat, gibt es im Stil- Springen nicht die  ganz hohen Noten. Aber wir sind da dran, das im Training zu verbessern und  auch aufs Turnier umsetzen zu können. Für heute gab es eine 6,8, was zum Abschluss des Tages eine Reserve 1 bedeutete.

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Damit war der lange Tag für  uns vorbei. Wir sind super zufrieden, unsere Pony waren toll, die Kinder auch und wir freuen uns auf morgen, wenn es nochmal, allerdings mit deutlich weniger Starts losgeht.

Ganz kurzfristig hatten wir noch die Idee, dass es vielleicht gut für Ginny sein könnte, wenn sie nach der Prüfung einmal zuhause über den Parcours springt. Zuhause spring sie ja eigentlich immer und wir dachten, wir können es  hier einmal in Ruhe mit ihr machen, damit sie merkt, dass ihr auch in der Turniersituation und im Parcours nichts passiert.

Aber Ginny wusste gleich was los ist. Schließlich hatte sie die ganzen eingeflochtenen Pferde gesehen, die Musik gehört und war dementsprechend drauf. Beim Abreiten ging wieder alles einwandfrei, der erste Sprung im Parcours auch noch, aber schon auf dem Weg zu Sprung zwei blockierte sie wieder.  Sie sprang dann zwar zweimal drüber, aber ganz  ohne Theater kann sie es nicht und so wurde Nina von den Richter gebeten aufzuhören.  Ja, das war es dann wohl für Ginny und Springen auf dem Turnier. Sie wird wohl auch in Zukunft nur  noch zu Hause springen, weil sie das da gern und gut macht. Wir haben jetzt über zwei Jahre hinweg alles versucht, um ihr zu zeigen, dass man es auch im Parcours kann , aber die Möglichkeiten, ein verschüchtertes Pferd sicher zu machen sind einfach sehr gering und so wird sie wohl in der Dressur bleiben auch  wenn sie sich da manchmal ihre Eskalationen nicht verkneifen kann.

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Aber so ist sie halt. Ich weiß, viele von euch werden denken, viele sagen es mir auch, warum ich mich nicht endlich von ihr trenne, aber das kann und will ich nicht. Klar macht Ginny nicht das, was wir uns anfangs vorgestellt hatten, aber sie ist trotzdem ein herzensgutes Pferd ( ja, wenn sie eskaliert merkt man davon nichts) und ich bin immer noch der Meinung, sie kann nichts dafür. Die Nerven verlassen sie einfach, dazu noch ein bisschen Sturheit und schon hat man eine komplizierte Mischung, die nicht so einfach zu händeln ist.

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