Hier wird sie entstehen, die neue Blogrubrik, die sich im Großen und Ganzen Gesundheit nennen wird.

Unter dieser Rubrik werde ich alle Beiträge schreiben, die für mich mit diesem Thema zusammenhängen.

Aber warum beschäftige ich mich gerade eigentlich mehr mit diesem Thema?

 

Das ist ganz einfach, für mich war gesund zu sein früher einfach normal.

Ich war gesund, meine Familie auch und meine Pferde sowieso.

Viele Jahre lang haben wir den Arzt nur zu Vorsorgeuntersuchungen,  und den Tierarzt nur zum Impfen gesehen.

Das war echt cool und ich hätte nie geglaubt, dass das nicht immer so weiter geht.

 

Aber irgendwann wird jeder von der Realität eingeholt und man erkennt, dass man die Gesundheit  nicht geschenkt bekommt, man aber sehr wohl selbst etwas dafür tun kann und muss.

Grundsätzlich habe ich unbewusst wahrscheinlich schon früher nicht so viel falsch gemacht.

Meine Kinder waren viel draußen, durften sich schmutzig machen, waren nicht überbehütet, ständig in Bewegung und hatten keine 1000 Allergien.

Als Dominik 3 Tage alt war, bekam er den ersten Mash-Bussi von Aktios Junior im Kinderwagen und er hat überlebt.

Auch Nina hatte keine Wahl, sie war von Anfang an bei Wind und Wetter im Stall dabei, und hatte wahrscheinlich in Kindergarten und Schule die wenigsten krankheitsbedingten Fehltage.

Manchmal zappt man sich ja so abends durch das Fernsehprogramm und stolpert dann über Sendungen wir Super- Nanny und Co. und liest in Eltern-Zeitschriften, wie lang und wie viel ein Kind am Tag fernsehen oder Computerspielen darf.

Das hat mich immer sehr zum schmunzeln gebracht.

Das Thema hatte ich nie.

Wir waren ja draußen. Da gab es das Thema gar nicht. Die Kinder waren beschäftigt, an der frischen Luft bewegt und das nicht nur für eine Stunde auf dem Spielplatz, sondern täglich so lange wie es das Wetter zuließ.

Das war keine Diskussion, das war einfach so.

Abends waren dann alle müde, da hatte ich keine Probleme, das Fernsehen und so einschränken zu müssen, weil alle freiwillig schlafen gegangen sind.

Eine nette Nachbarin fragte mich mal, als sie Dominik als 6-jährigen mit seinen Dinosauriern auf dem Erdaushub der benachbarten Baustelle spielen sah ( ich gebe zu, es hatte am Tag vorher geregnet und die Erde war feucht)

„ Warum lassen Sie denn ihr Kind draußen spielen?“ „Was soll er denn sonst tun?“ fragte ich?

„ Er könnte auch in seinem Zimmer sitzen und ein Bilderbuch anschauen“

Ja, könnte er, das hat aber irgendwie nicht so geklappt bei uns, wir waren schon immer Draußen-Menschen und ein Tröpfchen Regen hat uns auch noch nicht umgebracht.

 

Mit den Pferden habe ich es genauso gehalten.

Dass sie ohne Gamaschen auf die Koppel gehen ist normal, sie dürfen sich ausbocken, so oft sie wollten, sie dürfen bei jedem Wetter auf den Paddock, sie werden einfach nicht überbehütet.

Wenn man aus dem Buschlager kommt, würde man da auch recht schief angeschaut werden.

Da ist ein Pferd ein Naturtier und zuviel Gedöns ist nicht notwendig.

Auch Futtertechnisch habe ich eben gefüttert, was im jeweiligen Vollpensionsstall angeboten wird.

Das war bisher immer gut so, außer, dass vielleicht mal eins der Ponys keinen Hafer vertragen hat, oder nicht zuviel Heu haben durfte, brauchten wir nichts zu beachten und Zusatzfutter waren nie ein großes Thema.

Aber auch das hat sich geändert.  Mit den Großen muss ich viel mehr über die optimale Fütterung nachdenken, ab und an muss man sich daran erinnern, dass zuviel Zusätze auch nicht gesund sein können und deshalb gleich wieder auf den Prüfstand müssen.

Die optimale Versorgung zu finden war auch hier das Ziel.

So wenig wie möglich, so viel wie nötig

das ist so die Waage, die ich versuche zu finden.

Und genau da fängt ja bei mir das Thema Gesundheit irgendwo an.

Was kann ich selbst tun, um mich und meine Pferde optimal zu unterstützen, gesund zu erhalten oder nach einer Verletzung wieder ins Laufen zu bekommen?

So dass man irgendwann wieder vom Reha-Zustand, der ja nicht zum Normalzustand werden sollte, wieder in den Normalzustand übergehen kann.

 

Was gehört aber dazu gesund zu sein?

 

Um gesund zu bleiben, oder so wie ich, nach einem Unfall wieder gesund zu werden, braucht man ein gesundes Maß an Selbsteinschätzung und Durchhaltevermögen, das ist klar. Von heute auf morgen geht gar nichts.

Der Körper braucht nach einer Schieflage einfach seine Zeit, sich zu regenerieren, das können wir nicht ändern.

 

Aber ich habe festgestellt, dass sich der Gesundheitszustand durch mehrere Faktoren beeinflussen lässt und über die können wir uns im neuen Blog austauschen.

 

Und vor allem habe ich festgestellt, dass es in unserer Macht liegt, unseren Körper bestmöglich zu unterstützen und dafür haben wir viele Möglichkeiten, die wir alle miteinander verbinden sollten und damit das Beste für unseren Zustand zu erreichen.

Die Faktoren, die ineinander übergreifen und bestmöglich zusammenarbeiten müssen  sind für mich:

BEWEGUNG

Das richtige Maß zur jeweiligen Lebenssituation. In der Reha lernt man, nicht nur stillzusitzen und auf Heilung zu warten, sondern sich aktiv im Rahmen seiner Möglichkeiten zu bewegen.

Heutzutage wird man nicht mehr ruhig gestellt, sondern unter ärztlicher und physiotherapeutischer Anleitung schnellstmöglich wieder fit gemacht.

ERNÄHRUNG

Auch die richtige Ernährung kann einem dabei helfen, den Körper ideal zu unterstützen.

Ein ausgewogener Stoffwechsel, ist ja die Grundlage dafür sich wohlzufühlen.

WELLNESS

Es gibt zahlreiche Anwendungen, mit denen man sich selbst und seine Pferde unterstützen kann.

Die meisten sind recht einfach anzuwenden, haben aber große Effekte auf das gesamte Wohlbefinden.

Und warum soll man es sich oder auch seinem Pferd nicht mal gönnen, sich einfach zu entspannen?

UNTERSTÜTZUNG DURCH ÄRZTE UND PHYSIOS

Der erste Weg führt bei mir immer noch zum Schulmediziner.

Ich habe aber in der Zeit gelernt, die Schulmedizin mit verschiedenen Alternativen zu verbinden.

Gerade meine Zeit in der Reha und der darauffolgenden Physio, die ich ein Jahr lang hatte, hat mir gezeigt, dass die Regeneration am Besten funktioniert, wenn alle zusammenarbeiten.

UNTERSTÜTZUNG DURCH GERÄTE

Vieles ist einfach nicht mit bloßen Händen zu erreichen.

Bei mir und auch den Pferden ist inzwischen ein großes Kontingent an Geräten eingezogen, die uns dabei helfen und unterstützen können, den Erfolg zu erzielen, den wir uns vorstellen.

Viele Sachen werden dauerhaft benutzt, manche Sachen haben aber auch mehr versprochen, als sie mir gebracht haben.

Hier geht wohl auch probieren über studieren, was wem gut tut und was man auch besser sein lässt.

Manch eine vermeintlich teure Anschaffung lohnt sich aufgrund des Erfolges, den man damit erreichen kann.

EIN GUTER UMGANG MIT STRESSSITUATIONEN

Der Kopf ist ein Riesenthema im der Rehabilitation.

Das durfte ich an mir selbst ausprobieren.

Wenn man gut drauf ist, dann bekommt man Sachen hin, an die man gar nicht geglaubt hat.

Wenn man sich runterziehen lässt, dann wird alles immer schlimmer und irgendwann kommt man gar nicht mehr auf die Beine.

Ich habe alle Phasen durchgemacht und bin jetzt, wo ich hoffentlich über das Schlimmste weg bin, den Menschen dankbar, die immer an mich geglaubt und mich motiviert haben.

Dank euch habe ich gekämpft auch wenn ich eigentlich keine Lust mehr hatte.

Genauso versuche ich das jetzt weiterzugeben.

Auch die Pferde haben so Phasen, in denen sie nicht mehr an sich glauben.

Ganz klar, hat  mir das meine Ginny gezeigt, die über ihre Krankheit so viel Selbstbewusstsein verloren hat, dass sie sich nichtmal mehr zugetraut hat, auf einer Wiese anzutraben.

Wenn dir dein Kopf sagt: “Du kannst das nicht”, dann heißt das noch lange nicht, dass das stimmt.

Wenn man in kleinen Schritten an Aufgaben rangeht, sich nicht überfordert, dann kann man viele Sachen, an die man gar nicht mehr geglaubt hat, irgendwann wieder und freut sich wie ein kleines Kind.

Man muss eben nur die Taktik der kleinen Schritte gehen, dann spielt auch irgendwann der Kopf wieder mit.

EIN GESUNDES EIGENWISSEN ÜBER DEN EIGENEN KÖRPER

Man muss natürlich auch so ein bisschen Gefühl haben.

Gefühl dafür, wie es einem normalerweise geht, wenn alles gut ist, und was sich verändert, wenn man etwas tut.

Manches tut einem gut, manches schadet einem.

Oft versteht man selbst nicht, warum einem das eine gut tut und etwas anderes, was auf den ersten Blick viel sinnvoller aussieht nicht.

Das sollte man rechtzeitig erfühlen und sich danach richten.

Bei mir haben immer alle am Reiten rumgemacht.

“Warum reitest du schon wieder ?”, das musste ich mich praktisch täglich fragen lassen.

Ganz einfach, weil es mit gut tat.

Die lockere Bewegung hat mich wiederum gelockert.

Natürlich reden wir hier nicht von Reiten im sportlichen Bereich, sondern von der Bewegung, die mir die Pferde in meine Wirbelsäule gebracht haben und mit der ich deutlich weniger Verspannungen hatte, als wenn ich z.B. auf einem Stuhl sitzen musste, was lange Zeit unerträglich war.

Die Pferde können uns leider nicht erklären welche Bewegung ihnen gut tut, da müssen wir eben versuchen zu beobachten, was unseren Pferden gut tut. Mit ein bisschen Gefühl und Zeit kann man auch das gut erkennen.

Bei den Pferden beobachte ich immer gerne, wie sie sich bewegen und verhalten, wenn sie frei laufen. Dann verstellen sie sich nicht, es stört kein Sattel, kein Zügel, kein Reiter, sondern sie sind wie sie sind und bewegen sich so, wie sie können.

Das hat mir immer sehr viel weitergeholfen, wie man mit Ginny weiterarbeitet.

EINE GUTE SELBSTEINSCHÄTZUNG DER LEISTUNGSFÄHIGKEIT

Aber manchmal will man auch zuviel.

Gerade in Zeiten der Rehabilitation gibt es viele Aufs und Abs. Manches geht heute super und man denkt, man kann schon wieder Bäume ausreißen und am nächsten Tag wäre man nicht mal mehr einem Grashalm gewachsen.

Das ist normal, und man darf nicht daran verzweifeln, dass es auch Rückschritte gibt.

Einfach wieder ein paar Schritte kürzer treten und nicht zuviel von sich selbst verlangen, sonst kommt man wieder in die Phase, in der der Kopf ausschaltet.

Gerade im Aufbau sollte man auf seinen Körper hören und nicht zuviel und nicht zuwenig verlangen.

Die Taktik der kleinen aber erfolgreichen Schritte hat mir am meisten weitergeholfen.

 

EIN ZIEL, DAS MAN ERREICHEN WILL, DAS ABER AUCH ERREICHBAR IST

Ohne Ziele sieht man auch keinen Sinn darin zu trainieren.

Ich für mich brauche das.

Ich muss ja schließlich wissen, für was ich mich da auch manchmal quäle.

Allerdings habe ich auch gelernt, erreichbare Ziele zu setzen.

Ein großes Ziel in der fernen Zukunft wird durch zahlreiche kleine Einzelziele erreicht.

So  hat man immer ein kleines Erfolgserlebnis und es fällt einem leichter, den langen Weg zu seinem übergeordneten Ziel zu gehen.

Ich würde mich gerade in dieser Kategorie über einen regen Erfahrungsaustausch mit den Lesern freuen.

Es gibt so vieles, was man machen kann und jede Erfahrung, die andere gemacht haben und weitergeben, kann wieder anderen vielleicht helfen, etwas zu erreichen.

Ich habe so viele Sachen kennengelernt, von denen ich zuvor noch nie etwas gehört habe, und bin inzwischen sehr offen dafür geworden, verschiedenen Sachen auszuprobieren, über den Tellerrand zu schauen und mich nicht mehr auf irgendetwas zu versteifen.

 

Schlagwörter:

Schreiben Sie einen Kommentar