Doping geht uns alle an

Gerade aus meiner Erfahrung mit den Turniereinsteigern bin ich immer wieder mit dem Thema Doping konfrontiert.
Das man im “großen” Sport nicht dopen darf, ist ja jedem klar, aber, auch, wenn auf dem Turnier erst ab LPO-Prüfungen, also ab E, das nach LPO ausgeschrieben ist, kontrolliert wird, sollte sich jeder, der auf einen Turnier unterwegs ist, von Anfang an an die richtigen Regeln gewöhnen. Dann wird das einfach normal und man gewöhnt sich dran darauf zu achten, was man tut.

Ich werde euch hier mal wieder keine wissenschaftliche Abhandlung über das Thema Doping/ verbotene Medikation schreiben, da das den Rahmen eines Blogs deutlich sprengen würde, aber ich kann euch einen kurzen Überblick geben, auf was ihr achten müsst und wo ihr dann, wenn ihr euch intensiver mit dem Thema beschäftigen wollt, weitere Informationen her bekommt.

Eine intensive Beschäftigung  mit dem Thema sollte für jeden Turnier,- und Pferdesportler selbstverständlich sein.

 

Aus eigener Erfahrung berichte ich euch über ein paar Situationen, die mir so jeden Tag begegnen und in denen ihr euch vielleicht wiederfinden könnt. Bei vielen, oder den meisten dieser Situationen denkt man sich gar nichts Böses, kann aber eben trotzdem mit den Richtlinien in Konflikt geraten.

Mein erstes Beispiel betrifft die Fütterung

 

doping in zusatzfutter
doping in zusatzfutter

Gerade im Bereich der Fütterung gibt es einige Sachen auf die man achten sollte. Laut ADMR-Richtlinien gehören selbst viele Kräuter zu den Dopingsubstanzen.  In so manchem Futter sind Kräuter und ätherische Öle enthalten, die im Zweifel doping-positiv sein könnten.

Am besten gewöhnt ihr euch einfach an, bei jedem Futter, das ihr eurem Pferd gebt, einmal die Zusammensetzung durchzulesen und das Ganze dann mit den ADMR-Richtlinien der FN  abzugleichen, die ihr hier finden könnt.

Ich finde es sowieso mal ganz interessant  zu lesen, was da so alles im Müsli drin ist, gerade bei Ginny habe ich mich viel damit beschäftigt und war oft überrascht, was da manchmal drin ist, mit was man gar nicht rechnet.

Und bei den zahlreichen Zusatzfuttermitteln, die der Markt anbietet ( das Bild ist übrigens ein Zufallsbild, es gibt unzählige Anbieter von Zusatzfutter) solltet ihr sowieso ein waches Auge haben.

Auf jedem dieser Futtermittel gibt es eine Liste mit der Zusammensetzung. Bei manchen steht es auch drauf, wenn es dopingfrei ist, manche umschreiben das aber auch, z.B. mit “derzeit ADMR-Konform”, weil es ja auch mal sein kann, dass sich die Richtlinien ändern.

 

Am Besten ist man einfach dran, wenn man sich die Liste der erlaubten und verbotenen Substanzen aufs Handy lädt die Inhaltsstoffe anschaut und das dann abgleicht. Auf der Liste findet man auch die Karenzzeiten, die euch sagen, wie lange vor einem Turnier ihr diese Substanz nicht verabreichen dürft.

Das zweite Beispiel umfasst eure tägliche Pflege

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass ihr die Links, die ich oben gesetzt habe schon angeklickt habt.
Dann wisst ihr auch, dass z.B. auch Kampfer zu den Substanzen gehört, bei denen ihr vorsichtig sein solltet.

In vielen Pflegemitteln ist aber gerade Kampfer enthalten beispielsweise in Kühlgels, die man mal kurz, ohne weiter nachzudenken aufs Pferdebein, auf einen Stich oder sonstwohin schmiert, weil man ja was Gutes machen will. Schon damit wäre ich 48 Stunden vor dem Turnier vorsichtig.

Wenn ich in so einer Situation bin, dass ich denke, ich würde jetzt gerne was tun,  und dieses Problem, wie z.B. ein Insektenstich, hält mein Pferd nicht von einem Turnierstart ab, dann überlege ich mir Alternativen. Oft tut es auch einfach kaltes Wasser.

Oder man macht sich über Hausmittel schlau, wie z.B. Quark und sowas, was oft bei kleineren Sachen hilft, aber eben dopingfrei ist.

Je mehr ihr euch damit beschäftigt, desto fitter werdet ihr darin, Inhaltsstoffe zu kennen, die Listen zu lesen und eure Pflegeartikel zu kontrollieren. Ich persönlich schaue mir alles genau an, bevor es an die Pferde kommt. Es wäre ja schon ziemlich ungeschickt für etwas unnötiges Ärger zu bekommen.

Was dabei natürlich immer klar sein sollte: Es geht hier um Kleinigkeiten. Ist mein Pferd verletzt, ist es natürlich die logische Folge, dass er nicht aufs Turnier geht. Dann wird er behandelt und der Turnierstart ist gegessen.

 

Und was ist, wenn der Tierarzt da war?

 

Das ist das nächste Thema, das ich euch aus meiner Erfahrung erzählen kann. Die Sache mit dem Tierarzt.

Ich stehe ja nicht immer daneben, wenn zu einem meiner Schützlinge der Tierarzt kommt.

Oft denkt man ja in dem Moment, in dem man den Tierarzt braucht, sowieso nicht über Turniere nach, aber es gibt ja durchaus Sachen, die dieser verabreicht, die auch dann noch dopingrelevant sind, wenn man das schon gar nicht mehr denkt. Das Pferd ist längst wieder fit, wird zuhause auch wieder normal geritten, aber die Substanz, die es gab ist vielleicht noch nachweisbar.

Ich frage meine Kunden dann oft: “Was hat er denn gespritzt?”, darauf kommt dann ein Schulterzucken. Oft fragt man gar nicht nach. Aber das ist eben wichtig. Fragt euren Tierarzt, was er gibt, und fragt ihn auch, wie lange ihr damit im Doping seid.

Meist fragt euch der Tierarzt sowieso, ob ihr Turnierstarts geplant habt und wird eventuell auf ein Produkt gehen, das nicht so lange positiv ist.

Auch bei manchen Sachen, über die man vielleicht manchmal gar nicht so recht nachdenkt, muss man sich im Klaren sein.

Wenn ihr eurem Pferd z.B. für den Hufschmied, zum Scheren, zum Zähne machen oder sonstiges eine Sedierung gebt, dann ist das Pferd positiv. Bei den meisten Substanzen rund 9 Tage. Der Schmied ist längt vergessen, die Zähne in Ordnung, das Pferd wird geritten, darf aber damit eben nicht aufs Turnier.

In diesem Sinne: Schaut lieber einmal zuviel in die Liste als einmal zu wenig. Fragt euren Tierarzt, was er gibt, es sollte ja sowieso selbstverständlich sein, zu wissen, was sein Pferd bekommt. Die Liste ist ganz einfach zu finden. Einfach die Stichworte ADMR und Pferd eingeben und schon wisst ihr Bescheid.

Das eine tierärztliche Behandlung und die Genesung des Pferdes, egal wie lange es damit im Doping ist, gemacht wird, wenn sie notwendig ist, sollte klar sein.
Ich sage meinen Kunden und auch  den Tierärzten, wenn sie fragen, wann der denn aufs Turnier soll:

” Wir richten unseren Plan nach der Gesundheit der  Pferde. Und wenn dann ein Turnier ausfällt, dann ist das halt so.”

 

 

 

 

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