Und hier geht es nun weiter.

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Für uns begann der Turniertag mit einer L-Dressur. Calle ging nicht an den Start, da er so einen guten Job im Springen gemacht hat und heute nochmal springen sollte, dass das nicht notwendig ist. Er sollte sich lieber ausruhen und nicht seine Kraft im Viereck vergeuden. Ginny sollte zwar heute auch eventuell ein Springen gehen, aber wenn dann ja nur ein A*, und das wollten wir uns erst anschauen und dann entscheiden, ob das geht oder nicht.  So war es für sie gut, sie konnte sich in der Dressur schon bewegen, und das Springen sollte ja erst abends sein. Wenn wir uns je dagegen entschieden hätten, wäre sie wenigstens schon bewegt gewesen.

Ginny ging die L2. Das ist ja  eine beliebte Aufgabe, dementsprechend oft wird sie geritten und Ginny kennt sie schon. Wir haben da so unsere Problemstellen. Die größte ist wohl, Mitte der kurzen Seite Kurz Kehrt, und danach bei H angaloppieren. Da wartet sie schon ab der Schritttour drauf und dementsprechend hüpfelig kann das angaloppieren mal werden. Ja, ja die zarten Blüternerven, das kennen wir ja schon.

Heute hat sie es aber echt brav gemacht. Ich war eigentlich sehr zufrieden  mit unserer Aufgabe und schon ein bisschen enttäuscht, dass die Richter dafür nur eine 5,9 rausgerückt haben. Aber wir haben ja ein großes Team dabeigehabt und so hatte ich ein Video von meinem Ritt. Als ich das angeschaut habe, merkte ich schon, wo in dieser Aufgabe unsere Problemstellen waren, die sich von oben gar nicht so angefühlt haben, wie sie dann doch aussahen. Das ist eine schöne Hausaufgabe für uns. Wir müssen unbedingt am Galopp arbeiten. Der wird, wenn sie ein bisschen nervös ist so ein bisschen kratzig und hasenhoppelig, das sieht in der Dressur natürlich nicht gut aus. Zudem hat sie ja von Haus aus einen sehr kurzen Hals und wenn sie dann das Genick nicht genug trägt, ist dieser praktisch nicht mehr vorhanden. Das muss ich hinbekommen, dass ich in der Aufgabe so viel reiten darf ( nicht nur Beifahrer sein), dass wir mehr Kadenz, Aufrichtung und damit Ausdruck erreichen. Da haben wir was zu tun, wenn wir zuhause sind.

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Das ist halt auch so ein Vorteil von Kreuth. Man ist nicht alleine. Das Team rund um uns hilft sich gegenseitig und so hat man von fast jeder Prüfung Fotos und Videos und kann hinterher mal reinschauen, und sich eventuell schon in der nächsten Prüfung verbessern oder man weiß eben an was man langfristig zuhause arbeiten  muss.

 

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Das Filmteam unterwegs zum Viereck

Für Calle sollte es heute nur eine Prüfung sein. Nachdem er gestern gut L und M ging, meldeten wir heute nur das M*. Würde es schiefgehen hätte es danach noch ein L zur Korrektur gegeben, aber da er wieder einen tollen Job gemacht hat, blieb es bei der einen Prüfung.

Im M wissen wir, dass man in Kreuth mit einer normalen Nullrunde keine Chance hat. Aber  unser momentaner Stand ist noch auf Sicherheit zu reiten. Erstmal muss man ja zuverlässig ins Ziel kommen, bevor man über die Zeit nachdenken kann. Und so schmiedeten wir den Plan am Anfang nichts zu riskieren, saubere, lieber längere Linien zu reiten und nur am Ende des Parcours, wenn es sich gut angefühlt hat, eine engere Wendung zu riskieren.

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Und so war es dann auch. Nach einer sicheren Nullrunde bis zum letzten Sprung, riskierte Nina die letzte Wendung, die vor ihr noch keiner geritten war und es funktionierte. Dass ausgerechnet an diesem Sprung die Stange fiel hatte wohl nichts mit der Wendung zu tun, das war einfach ein Netzroller, das passiert und ist kein Drama. So waren wir wieder super zufrieden, weil Calle so schön mitgearbeitet hat und sich voll auf seinen Job konzentriert hat und nicht auf das, was sich drumrum abspielt.
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Und zum Abschluss des Tages sollte es spannend werden. Nina darf ja in Kreuth A* außer Konkurrenz reiten und das wollten wir mit Ginny probieren. Im Training lacht sie da ja inzwischen wieder drüber, das ist ja für sie eigentlich keine Herausforderung, auch im Warm-Up ist sie deutlich mehr gesprungen, aber die Prüfungssituation ist halt doch deutlich anders mit ihr. Ganz kurz zur Erklärung. Ginny hat kein Problem mit dem Springen an sich. Sonst würden wir das nicht immer und immer wieder probieren. Wenn einer nicht springen kann oder will, dann ist daran nichts zu rütteln, dann muss er das auch nicht tun. Ginny will aber sehr wohl und sie kann auch. Sie steht sich nur mit ihrem Dickkopf und ihren Nerven immer wieder selbst im Weg. Sobald sie die Startglocke hört, setzt bei ihr etwas aus. Sie läuft dann einfach nicht mehr los. Sie bockt, sie hüpft, sie wird ganz schön eklig. So lange, bis man sie im Schwung hat, dann geht das. So auch heute. Sie lief sogar mal nach der Startglocke los und sprang Sprung 1 ohne zu zögern, aber dann hat sie sich dran erinnert, dass sie das ja eigentlich nicht tut und bremste an 2. Nina konnte aber nochmal anreiten und sie sprang. Ab da war das Eis gebrochen, der Gang war drin und Ginny hüpfte locker und easy über den Rest des Parcours und wir waren verwundert und zufrieden zugleich. Wir wissen ja, dass sie es kann. Wenn da nur nicht immer diese Kopfblockaden wären.

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Mit diesem Tagesabschluss über den wir uns sehr gefreut haben ging es für die Pferde noch auf die große Wiese und wir beendeten den Tag gemütlich. Morgen sollte es in den Schlusstag gehen und wir hatten die Hoffnung, dass bei Ginny der Knoten jetzt wieder geplatzt ist und sie gleich am nächsten Morgen nochmal so locker flockig durchs A* hüpft.

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Aber da hatten wir dann doch die Rechnung ohne GG gemacht. Sie war der Meinung, dass das jetzt einmal auch gereicht hat. Tolle Sprünge auf dem Abreiteplatz, ein einladender Parcours und nette Richter, hat aber nichts genützt. Wenn sie  nicht will, will sie nicht. Sie bockte schon vor Sprung 1, dann hüpfte sie gnädigerweise drüber und bockte dann weiter. Aber sie hat sich so eingebockt, da kam sie nicht mehr raus. Wenn sie so ist, dann ist sie richtig abwesend. Du sitzt da drauf und kannst nichts machen, du wartest nur, bis sie aufhört und du irgendwann mal wieder ins Vorwärts kommst.

Ich gebe ehrlich zu, das war schon eine Enttäuschung. Wir waren so nah dran und nach dem Springen gestern, dachten wir, wir hätten den Bann gebrochen. Kaum wieder auf dem Abreiteplatz, sprang sie wieder, als wenn es selbstverständlich wäre. Das ist so eine Nudel. Aber so machen wir das ja schon so lange mit, dieses Auf und Ab und dann denkt man wieder es geht jetzt, dann geht es wieder nicht…..

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Naja, tief durchatmen, Krone richten, so geht es aber eben auch nicht. Ginny hatte ein bisschen Pause und dann entschied ich, dass ich die Dressur noch reite. Schließlich hatte sie sich heute noch nicht überarbeitet. Ja, ein ganz kleines bisschen sauer war ich schon. Und dementsprechend klar war auch  meine Ansage in der Dressur. Beine zu und los ging es. Für mein Gefühl eine Dressur mit Vollgas, aber den Richtern hat es wohl gefallen. Ginny hat nicht einmal mit dem Ohr gezuckt, die wusste wohl, dass auch Mama mal sauer werden kann und sie das jetzt besser nicht austestet. Und so bekam sie zum Abschluss noch ein rotes Schleifchen in der L-Dressur und ich war wieder einigermaßen versöhnt, wenn auch, wie immer mit diesem Gefühl, dass sie sehr wohl kann, wenn sie will, aber eben auch nicht, wenn sie nicht will.

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Und den Abschluss machte dann noch Calle. Der ging noch ein letztes M zum Abschluss. Was auch immer in unseren großen Kuschel-Schimmel gefahren ist, es war gut. Die fünfte Runde, und zum Abschied nochmal fehlerfrei im M und damit als 9. platziert, das war ein sehr schöner Abschluss einer tollen, lehrreichen Woche und für  uns ging die Reise am späten Nachmittag nach Hause.

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