Da ich hier einige Bücher und auch das DIPO, als mein Ausbildungsinstitut nenne, wird dieser Beitrag vorsichtshalber als

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gekennzeichnet.

Heute habe ich euch die versprochenen Fragen aus der Instagramstory beantwortet. Ich werde, wie immer alle Fragen aus meiner Sicht der Dinge beantworten.

Kann man den Beruf hauptberuflich machen oder ist das schwierig?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Es gibt ja nach Abschluss der Ausbildung einige Möglichkeiten, um sie einzusetzen.

Inzwischen gibt es schon einige Tierkliniken, bei denen man sich bewerben kann, oder spezielle Rehazentren für Pferde. Auch einige größere Sportställe haben schon eigene Physios für ihre Pferde angestellt. Man kann es aber auch sehr gut selbstständig und / oder mobil machen, egal ob hauptberuflich oder neben dem eigentlichen Job her.

Ich habe das Gefühl, dass sich der Physio nach und nach etabliert und immer öfter gefragt wird, weil die Menschen heute auch mehr Wert auf Prävention legen.

Ist es ein gefragter Job oder ist es schwer eine Stelle zu finden?

Ehrlich gesagt, habe ich mich damit noch nicht befasst, da es bei mir ja so ist, dass ich den Job selbständig ausüben werde und nur meinen eigentlichen Job des Bereiters damit unterstütze.

Ich habe also nicht den Druck davon leben zu müssen und kann ganz in Ruhe in den Job reinwachsen, da meine Hauptaufgabe immer noch das Reiten und Unterrichten ist. So kann sich das entwickeln.

Wann den Physio und wann den Tierarzt rufen?

Das ist eine wichtige und gute Frage.

Geht mal einfach von euch selbst aus.

Wenn ihr euch den Fuß verstaucht habt, geht ihr als erstes zum Arzt und lasst abklären, was da überhaupt passiert ist. Kein Physio hat einen Röntgenblick und deshalb halte ich das für sehr wichtig.

Eurer Arzt gibt euch dann eine Diagnose und wahrscheinlich ein Rezept für den Physio.

So würde ich das beim Pferd auch machen. Wenn es lahmt, ganz klar erst Tierarzt, abklären, was denn überhaupt los ist und dann mit dem Tierarzt das weitere Vorgehen abklären.

Wenn der dann der Meinung ist, der Physio kann helfen, dann geht der Weg zum Physio evtl. aber auch woanders hin z.b. Osteo oder Chiro.

Wenn euer Pferd nicht lahmt, aber eine Verspannung hat, beispielsweise hat er es auf der Koppel zu doll getrieben, ist weggerutscht oder hat sich in der Box festgelegt, dann könnt ihr sicher beim Physio gute Ergebnisse erzielen.

Ebenso zur Vorbeugung größerer Schäden.

Wenn ihr die Muskulatur eures Pferdes geschmeidig und damit belastbar haltet, wird es vielleicht gar nicht erst zu einem Sehnenschaden kommen.

Oder wenn euer Pferd insgesamt immer etwas spannig ist und damit immer wieder Probleme hat, auch manchmal wo ganz anders als ihr denkt.

Also Grundsätzlich bei Lahmheiten: Tierarzt.

Bei unklaren Sachen oder Taktunreinheiten könnt ihr erst den Physio rufen, der euch dann bei Bedarf an Kollegen weiterleiten wird.

Unterschied zum Pferdeosteopath/ Chiropraktiker

So, da musste ich mich jetzt erst mal selbst einlesen. Jeder von uns hat ungefähr eine Vorstellung was ein Osteo oder ein Chiro macht, aber das schriftlich aufs Papier zu bringen ist doch schwieriger.

Also passt auf:

Ich sehe die Osteopathie als Aufbau auf meine Physiotherapie. So ist das auch beim DIPO geregelt.

Ich darf z.B. als Physio beim DIPO gar keine Ausbildung zum Osteo machen, dafür muss man Tierarzt oder Humanphysiotherpeut sein. Grundlegend wird also ein noch sehr viel tieferes Grundwissen zugrunde gelegt.

Das macht auch Sinn, denn schließlich lässt man die Osteos an die tiefsten Strukturen seines Pferdes, sei es in der Viszeralen Osteophatie an die Organe, in der kanio-sakralen oder in der Manuellen Therapie an die Knochen, Gelenke und Wirbel bzw. Dornfortsätze.

Trotzdem darf ich mich, wenn ich Physio bin in all diesen Techniken weiterbilden, was ich auch tun werde, weil es einfach aufbauend auf das ist, was ich dann schon mache.

Ich habe mal meine Osteopathin gefragt, was der Unterschied ist und sie hat mir das so erklärt:

Ein Osteo arbeitet über langsame Techniken und bringt Strukturen dazu sich selbst wieder zu regulieren und dadurch wieder in ihrem Funktionskreis zu funktionieren.

Ein Chiro arbeitet mit kurzen/ schnellen Griffen, um Blockaden zu lösen.

Trotzdem arbeiten alle Berufsgruppen Hand in Hand, denn eine Blockade zu lösen, die nachher von der verspannten Muskulatur wieder hingezogen wird, macht ja wenig Sinn.

Ausbildung ect.

Hier kann ich auch wieder nur für mich sprechen.

Der Beruf des Pferdephysiotherapeuten ist kein staatlich anerkannter Beruf, das heißt, es gibt keine staatliche Ausbildung mit Abschluss wie z.B. als Bürokauffrau, wo man drei Jahre lernt, und dann eine Abschlussprüfung macht.

Das heißt aber auch, dass eure Berufsbezeichnung nachher nicht geschützt ist.

Das einzige, was geschützt ist, ist das Kürzel eures privaten Institutes, bei dem ihr die Ausbildung gemacht habt, bei mir z.B. die DIPO.

Die Ausbildung erfolgt an verschiedenen privaten Instituten und muss privat bezahlt werden.

Bei uns läuft das so, dass man vorgegebene Seminare hat, die man teilweise in einer bestimmten Reihenfolge absolvieren muss.

Die Seminare finden zum Großteil am Wochenende statt, manche intensivere gehen auch 4 oder 5 Tage am Stück.

Bei den Seminaren bekommt man eine Ausbildung in Theorie, aber hat auch viel Praxis am Pferd, da wir auf einem Hof sind, der Schulpferde hat, die dafür zur Verfügung stehen.

Die Seminarleiter sind Tierärzte, Pferdeosteopathen, Hufschmiede und vermitteln einem das grundlegende Wissen, welches man aber natürlich zuhause nacharbeiten muss.

In welchem Zeitrahmen man diese Kurse absolviert steht jedem frei. Man muss innerhalb von drei Jahren ab Beginn zur Abschlussprüfung antreten.

Man kann das ganze also auch gut neben dem Beruf her machen und sich viel Zeit zum lernen und üben nehmen.

Oder man macht es so wie ich und powert durch. Ich habe mir das Ziel gesetzt im Juli Prüfung zu machen und war dafür tatsächlich seit Januar praktisch jedes Wochenende unterwegs und habe unter der Woche die Sachen nachgearbeitet. Das geht sicherlich nur, weil ich sowieso tagsüber und unter der Woche im Stall bin und viele Pferde zur Verfügung habe, an denen ich das gelernte ausprobieren kann ( bisher haben übrigens alle Testpferde überlebt). Wenn ich einen Bürojob hätte und keine Übungspferde hätte das so in dem Tempo sicher nicht funktioniert.

2-3 Stunden am Tag gingen locker für die Physio drauf. Für mich ist das aber so optimal, ich muss einfach dranbleiben, kann keine Pausen dazwischen brauchen, aber das muss man so natürlich wollen.

Meine Welt dreht sich momentan praktisch nur darum, alles andere muss zurückstecken, wie man ja auch daran sieht, dass ich dieses Jahr noch nicht selbst auf dem Turnier war, weil dafür einfach keine Zeit ist.

Nach der bestanden Prüfung stehen einem weitere Möglichkeiten zur Fortbildung offen, die praktisch unbegrenzt sind.

Auch für mich wird es danach, in einem etwas gemäßigterem Tempo, weitergehen und ich werde mich sicher nicht auf die faule Haut legen.

Wo kann man die Pferdephysio lernen, ist es Bundesstaat,-land abhängig?

Wie vorhin schon beschrieben ist es eben keine staatliche Ausbildung und somit nicht Bundesland, sondern Institutsabhängig.

Im Internet findest du einige Institute, die die Ausbildung anbieten, teilweise mit sehr verschiedenen Profilen, Anforderungen und Preisen. Da muss jeder das für sich passende Angebot aussuchen.

Die Dipo bietet die Ausbildung an 4 Standorten in Deutschland an und für mich war Bopfingen eben mit knapp 2 Stunden Fahrtzeit am einfachsten umzusetzen, wobei ich auch teilweise in Dülmen war.

Es gibt Teilnehmer in meinem Kurs, die bewundere ich sehr, die haben immer eine Fahrtzeit von ca. 6 Stunden gehabt, praktisch für jedes Seminar und haben teilweise wie ich auch 3 Seminare im Monat gemacht. Das war ein ganz schöner Aufwand.

Die DIPO Ausbildung kann man in Bopfingen, Berlin, Lüneburg oder Dülmen machen.

Andere Ausbildungen sind, sowie ich gehört habe teilweise auch online gestützt, so dass man da auch viel von zuhause machen kann. Das wäre aber für mich nichts gewesen. Ich bin immer noch der Typ für Frontalunterricht, habe meinen Ausbilder gerne in Fleisch und Blut vor mir. Aber wie gesagt, jeder so wie er es braucht.

Welche Bücher verwende ich ?

O jeh, das sind viele. Mein Bücherregal ist seit Beginn sehr gewachsen und es kommen ständig neue dazu.

Grundsätzlich haben wir als Lehrbuch das Buch unserer Ausbilderinnen:

Bewegungsapparat Pferd aus dem Thieme Verlag

Dazu kommen die Speziellen Bücher wie

Stresspunktmassage nach Jack Magher (Buch und DVD)

Akkupressur für Pferde von Dr. Ina Gösmeier (Buch und DVD)

Dr. Endes Stallapotheke

aus dem FN-Verlag folgende Bücher

Das Pferd in positiver Spannung

Biomechanik und Physiotherapie für Pferde

Besser reiten

Das Geheimnis des unsichtbaren Hilfen

Anatomie desPferdes

Der Reiter formt das Pferd

Doppellonge – eine klassische Ausbildungsmethode

Steile Schulter – kurzer Rücken

Dien Grundschule des Pferdes und natürlich

die Richtlinien

und auf meiner Wunschliste steht ganz klar das neue Buch, das kürzlich erschienen ist:

Das Pferdegesundheitsbuch, das aber noch nicht lieferbar ist.

Diese Bücher finde ich auch super anschaulich und verständlich:

Anatomie versehen ( 2 Bücher) von Gilian Higgins. Die hat die Pferde angemalt und kann so super anschaulich Bewegungsabläufe zeigen und verständlich machen. Da gibt es auch eine DVD dazu.

Einige weitere stehen auch noch in meinem Bücherregal, aber ich denke das sind so die Wichtigsten.

Kosten?

Bei der Frage war ich mir jetzt nicht sicher, was gemeint ist.

Die Kosten der Ausbildung oder der Behandlung.

Zu den Kosten der Ausbildung würde ich gerne auf die Seiten der Institute verweisen, da diese unterschiedlich sind.

Bei mir waren es wohl rund 5000 € für die Seminare inkl. Prüfung, dazu kommen noch Fahrtkosten, Übernachtungen, Unterrichtsmaterial usw, so dass man wohl am Ende mit +/- 10.000 € rechnen sollte.

Danach steht dann noch die Anschaffung des Zubehörs an, das man verwenden möchte.

Die Kosten der Behandlung variieren auch. Ganz ehrlich? Ich habe noch keine Preise gemacht. Das hat Zeit, wenn ich die Prüfung bestanden habe.

Schaut doch einfach mal auf den Seiten von praktizierenden Kollegen vorbei und informiert euch, was denn so üblich ist.

Nachdem ihr jetzt wisst, was so eine Ausbildung kostet, seid ihr sicher bei mir, dass man für eine Behandlung auch angemessen bezahlen muss, sonst können wir ja nie von unserem Job leben und das ist ja schon der Sinn des Arbeitens.

Auch die Geräte, die wir als Unterstützung benützen liegen oft im vierstelligen Bereich, den wir erstmal investieren müssen, um eurem Pferd die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Damit sind alle Fragen aus der Story beantwortet und ich hoffe, ihr könnt damit etwas anfangen.

Zu der Bezeichnung Osteo und Chiro könnt ihr gerne noch selbst googeln oder die Therapeuten eures Vertrauens fragen. Ich habe mich da jetzt an die Aussagen der mir bekannten Personen gehalten.

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