Ginny Gibson

Ginny Gibson


Ginny Gibson kam im Oktober 2013 zu uns.   Unser Plan war es schon ein Jahr bevor die Ponyzeit zuende ist, ein Großpferd für den Umstieg vorzubereiten und so machten wir uns auf die Suche. Wir schauten ein paar an, auch Ginny war dabei. Als ich zu Nina auf der Deutschen Meisterschaft sagte: ” Du, hier gibt es eine vierjährige, die schauen wir uns gleich mal an” war sie wenig begeistert. Eine4-jährige war jetzt nicht gerade das, was sie sich vorgestellt hatte. Eigentlich wollten wir ja was älteres haben, das schon ein bisschen Erfahrung hat, aber die, die gut laufen sind unbezahlbar und die anderen, die irgendwas nicht machen und deshalb verkauft werden brauchen wir auch nicht. Dann lieber eine 4-jährige, die noch keine schlechten Erfahrungen gemacht hat.


Wir fuhren los um sie anzuschauen und dann stand da so ein unscheinbares, schmächtiges Brauntier vor uns. Ganz nett, aber mehr auch nicht. Beim Reiten war sie aber top. Ganz alleine auf dem Springplatz, auf der Rennbahn und der stalleigenen Geländestrecke zeigte sie, was Rittigkeit und Nerv bedeutet. Andere, vorbeikommende und weglaufende Pferde brachten sie genauso wenig aus dem Rhytmus wie auch Wasser, schmale Sprünge usw. Das hat uns doch schwer beeidruckt, zeigt es doch mal wieder, dass Charakter nichts mit dem Alter zu tun hat. Trotzdem fuhren wir erstmal wieder nach Hause, wir wollten zuhause noch ein paar anschauen. Das taten wir auch, aber keiner kam an Ginny ran. Alle wurden mit Ginny verglichen und so fuhren wir schon bald wieder los und holten unser Mädchen zu uns nach Hause.

Es ließ sich alles sehr gut an. Kaum bei uns, ging sie auch gleich eine Geländepferdeprüfung, weil es sich gerade gut anbot. Das machte sie souverän und konnte sich gleich mit 7,5 auf dem zweiten Platz behaupten.

Auch zuhause war Ginny ein kleiner Traum. Auf unserer Anlage, auf der viel Halligally ist und man mit manch jungem Pferde etwas Schwierigkeiten hat, machte GG Tag für Tag einen tollen Job und entwickelte sich über den Winter richtig gut.


Im Dezember nahmen wir sie mit aufs Winterturnier nach Kreuth. Sie war dermassen gelassen und zufrieden, obwohl sie ja noch nie auf einem Übernachtungsturnier war. Ihre ersten A-Springen meisterte sie mal wieder souverän, konnte eins gleich mal mit 8,6 gewinnen und war in dem anderen auch mit einer 8er Note Zweiter.


Puh, das lief ja wie geschmiert. So trainierten wir weiter und freuten uns schon auf die Turniersaison, die aber dann doch nicht so laufen sollte, wie wir uns das gedacht hatten.

Von einem Tag auf den anderen kamen plötzliche und bis heute unerklärliche gesundheitliche Probleme auf. An manchen Tagen blockierte sie plötzlich ohne ersichtlichen Grund, an anderen war sie ganz normal.

Der erste Weg ging natürlich direkt zum Tierarzt, der auch nicht wirklich einen Grund finden konnte. Wir behandelten mit Cortison und Schmerzmittel in der Hoffnung, dass es ihr dann besser gehen würde. Das war aber ein Trugschluss. Es ging ihr phasenweise sehr schlecht, im Nachhinein wissen wir, dass sie die ganzen Cortisonbehandlungen nicht vertragen hat. Die Leber und Nieren konnten das Ganze nicht mehr verarbeiten und wir stellten die Behandlung auf Homöophatie um.

Aber auch das brachte wenig Erfolg. Es gab bessere und schlechtere Tage, aber niemand konnte eine Regelmässigkeit darin erkennen. Sie hatte Zeiten, da wollte sie kaum die Box verlassen, andere Zeiten schienen wieder aufwärts zu gehen und gaben uns wieder Hoffnung . Wir lebten 2 Jahre lang ein ständiges Auf und Ab. Mal hatten wir die Hoffnung, dass alles wieder gut wird, wurden aber immer wieder von einem Rückschlag eingeholt. Viele Homöophaten, Osteophaten, Chiroraktiker, Sattler, Hufschmiede, Futterberater usw. bisschen sich an ihr die Zähne aus.

Auch die drei anderen sehr erfahrenen Tierärzte, die sie behandelten aber am Ende doch als austherapiert abschreiben mussten, wussten sich keinen Rat mehr. Und so standen wir vor der Frage, was mit einen 6jährigen Pferd, das nicht reitbar ist auf Dauer passieren soll. Das ist keine einfache Entscheidung. Klar, sie ist eine Stute, man könnte sie decken lassen. Aber ist es sinnvoll ein Pferd decken zu lassen mit ungeklärten gesundheitlichen Problemen? — Nein, das ist nicht die Lösung. Kann man ein Freizeitpferd aus ihr machen? — Nein, weil sie an schlechten Tagen nichtmal im Schritt ins Gelände gehen möchte und auch als Freizeitpferd keinen Spaß am Leben hätte Stellt man sie als Beistellpferd auf die Koppel? — Nein, weil wir selbst nicht die Möglichkeit dazu hätten, sie also abgeben würden und uns sicher wären, dass sie nicht dauerhaft auf einer Koppel bleiben würde, sondern immer wieder jemand probieren würde, sie nochmal anzutrainieren und sie wahrscheinlich durch viele weitere Hände gehen würde. Das mag ich mir gar nicht vorstellen.

Stellt man sie selbst auf eine Rentnerkoppel?— Hmm, das kann man schon machen, aber wenn man sich selbst gegenüber ehrlich ist, ist das auch eine Geldfrage. Ein Pferd in diesem Alter kann locker 20 Jahre auf einer Koppel verbringen und es ist ja nicht so, dass sie dann nichts mehr kostet. Klar denken wir über die Option nach, aber das wird dann auf Dauer richtig teuer und ist im Moment noch nicht die Option. Also entschieden wir uns dafür sie erstmal für ein halbes Jahr wegzustellen und dann zu schauen, was passiert. Ginny ging also auf eine Erholungskoppel


Als wir sie zurückholten, war es nicht so, dass sie nach der Pause vor Gesundheit und Lebhaftigkeit strotzte. Das Fell war nicht sonderlich gut, aber die Beine waren dünn, sie war wach und nahm am Leben teil. Wir begannen sie langsam zu bewegen und mussten feststellen, dass sie Klemmigkeit, die Bewegungsanomalien und das Nicht-Laufen- Wollen immer noch da war. Trotzdem begannen wir sie anzutrainieren, weil es schon immer so war, dass sie über Bewegung besser wurde. Das war auch jetzt so. Je länger sie bei uns wieder in der Zivilisation war und ihre gewohnten Freunde um sich herum hatte, desto mehr wachte sie auf , das Fell wurde besser, ihr ging es rundum gut. Das freute mich natürlich und wir arbeiteten weiter mit ihr.



Mal mehr, mal weniger. Aber man kann sie immer zum Arbeiten überreden. Es gibt tatsächlich schon wieder Tage, an denen man wieder unsere alte GG erkennt und diese Tage lassen uns weiter hoffen, dass irgendwann alles wieder ganz normal wird. Gesundheitlich sind wir auf einem sehr guten Niveau. Sie ist vom Fell her stabil und auch vom Bewegungsablauf, der lange Zeit sehr hölzern war und Ginny auch manchmal einfach hingefallen ist. Das passiert jetzt nicht mehr. Man kann sie ohne schlechtes Gewissen arbeiten und wir steigern das Pensum immer noch regelmäßig.

Die Probleme, die es aber immer noch gibt, schienen nun eher im Kopf zu hängen. Man sagt den Pferden ja ein gutes Schmerzgedächtnis nach und man hat anfangs immer noch das Gefühl, dass sie Angst hat sich zu bewegen und dann lieber mal “zu” macht. So muss man immer die ersten 10 min sehr vorsichtig beginnen und versuchen sie zu motivieren In der Regel arbeitet sie dann, wenn sie über den Punkt drüber ist gut mit und hat eine Kondition, die nur ein Blüter haben kann. Das ist beim freilaufen genauso wie beim Reiten.

Auch wenn es keine größeren Rückschäge mehr gibt, so geht es doch in winzig kleinen Schritten vorwärts und man ist immer wieder enttäuscht, wenn sie doch wieder schlecht losläuft oder an unsinnigen, nicht verständlichen Stellen blockiert und doch wieder in das alte Verhaltensmuster zurückfällt. Es scheint so unnötig, weil es ihr ja eigentlich gut geht und sie Sekunden später wieder völlig normal ist. Jeden Tag aufs Neue muss man sie überreden und motivieren , bis sie dann doch Spaß an der Arbeit, dem Spazierengehen, dem Laufenlassen usw. hat. Das ist manchmal recht nervig und anstrengend, weil man den Sinn dahinter nicht so richtig versteht.

Es gibt immer den Unterschied: Will sie nicht, oder kann sie nicht? Lange Zeit konnte sie tatsächlich nicht. Sie war gesundheitlich einfach nicht in der Lage ein Reitpferd zu sein, und in dieser Zeit haben wir es auch nicht von ihr verlangt. Das wäre ja unfair. Jetzt ist es aber eher so, dass sie tatsächlich nicht will. Wir können zwar immer darüber hinweg reiten, aber es wäre immer noch nicht soweit, dass wir jemanden, der ihre Eigenheiten nicht kennt draufsetzten könnten und der reitet los. Man braucht eine ganz klare “Bedienungsanleitung” um sie richtig zu händeln und zum laufen zu überreden, sonst geht gar nichts.

Im Normalfall funktioniert das alles mit ihr ganz gut, wenn man weiß, wie man sie anzupacken hat. Es gibt immer noch Tage, da kommt sie aus der Box, als hätte sie Holzbeine, da muss man schauen, ob es Sinn macht zu reiten oder nicht. Man muss das jeden Tag aufs Neue entscheiden und versuchen, sich ein bisschen in sie reinzudenken. Da haben wir, denke ich, ganz gut im Griff und wir werden immer stabiler. Die Einlaufzeit, die sie braucht um loszulassen wird kürzer, die Tage, an denen sie uns gar nicht gefällt wurden weniger.

So plätscherte es dann mit Ginny so vor sich hin. Sie war halt da, es ging ihr gut, aber wir wussten schon, dass das alles noch immer nicht stabil war und am seidenen Faden hing. Wir hatten eigentlich keinen Plan mit ihr. So ging einfach nur ein Jahr ins  Land, in dem wir uns jeden Tag drüber freuten, wenn sie mit gespitzten Ohren aus der Box schaute, wenn sie nicht depressiv im Eck stand und wenn sie uns ein bisschen reiten ließ. Sie ging, wenn man sie nicht zu sehr forderte ordentlich Dressur, was aber hieß, warmlaufen mit dem Kopf irgendwo, abgaloppieren am hingegebenen Zügel, warten, bis sie signalisiert, bereit zu sein und dann rund 10 min leicht Dressur zu reiten. Am Besten leichttraben und Galopp Zirkel und Ganze Bahn. Auf gar keinen Fall anpacken oder in irgendeiner Weise in Richtung Eskalation zu bringen.

Der Weg zur Eskalation ist immer noch sehr kurz. Im einen Moment ist alles easy, im nächsten Moment, kann es schon wieder sein, dass sie sich angriffen fühlt und gleich mal wieder in die Luft geht. Wohlgemerkt, ohne, dass man das provoziert hätte. Sie hat einfach eine sehr kleine Toleranzgrenze und schon eine falsche Linie, die man reitet kann ausreichen, dass das passiert. Wir sind da inzwischen dran gewöhnt, können die Situationen immer sehr schnell wieder regulieren, aber eben nicht vorher verhindern

Auch, wenn so ein Bild wie oben immer spektakulär aussieht, das sieht immer schlimmer aus, als es tatsächlich ist. Zu 98% läuft sie ja gut, die Momente des Dagegen seins sind zwar da, aber es ist nicht so dass sie nur blockieren würde. Wenn das so wäre hätte ich schon längst eine andere Lösung gefunden. Man merkt aber, dass sie eigentlich Spaß an der Arbeit hat nur manchmal gehen eben kurz die Nerven mit ihr durch. Das ist aber kein Grund aufzugeben.

Es ist auch definitiv nicht so, dass man sich in dem Moment als Tierquäler fühlt, der seinem Pferd unmögliches antut. Sie läuft ja, wenn man sie wieder auf dem Boden der Tatsachen hat, völlig normal weiter. So wie der ein oder andere mal bockt, mit dem Kopf schlägt oder sonstige komische Sachen macht, so ist Ginny eben ein bisschen theatralischer.

Genau aus dem Grund, weil wir wissen, dass wir es wohl nie ändern werden, dass sie eben ist, wie sie ist, das aber kein Grund zur Sorge ist, gehen wir damit ganz offen um und stehen dazu.



Im Mai 2017 war es dann auch so weit, dass wir sie einfach mal mitgenommen haben aufs Turnier. Wir hatten keine Ahnung, was passieren würde und meldeten Nina einfach mal in einer Dressurreiter-A. Wir wollten einfach mal ins Viereck reiten, ohne große Herausforderung, was die Lektionen angeht und schauen, was passiert.  Es hätte alles passieren können, wir hatten ja schon Zeiten, da stand sie bei X und ging nicht los, nur hoch. Der nächste Knackpunkt wäre das Angaloppieren gewesen. Aber es war nicht, einfach gar nichts. Ginny schnuckelte durch die Aufgabe, als hätte sie nie etwas anderes getan, holte sich mit ihrer 7,4 das silberne Schleifchen ab und stand danach im Hänger wie der Champ. Selbstbewusst, zufrieden mit sich und der Welt und uns hat sie damit ganz schön verwirrt. Wir hatten mit allem gerechnet, nur damit nicht.


Und so kam es, dass Ginny wieder regelmäßig mit uns aufs Turnier fuhr. Nachdem wir sie ein paar vorsichtige A-Dressuren geritten haben und hier auch feststellten, dass es hier ähnlich funktioniert wie zu Hause, nämlich der Grad zwischen normalem Schnuckelpferd und eskalierenden Tiger klein ist, wussten wir, was auf uns zu kommt.

Ginny ist inzwischen mehrfach L-Dressur platziert, hat auch schon eine gewonnen, es kam aber genauso auch schon vor, dass ich auf eine Note verzichtet habe. Da steckt man nie drin.

Ginny ist jetzt von der Ausstrahlung und der Bewegungsqualität nicht gerade das, was die Richter im Viereck sehen wollen. Um wirklich vorne dabei zu sein, muss man sie eigentlich mehr versammeln, mehr anpacken, um ein bisschen mehr Grundspannung zu bekommen. Aber genau da liegt ja das Problem. Aus positiver Spannung, die ich für mehr Ausdruck brauche, wird bei Ginny schnell Druck, den sie sich selbst macht. Dann kann es schnell zu Problemen kommen, die dann natürlich keine Note mehr ergeben. Es ist also immer meine Aufgabe im Viereck abwägen, ob ich liebe eine nette Runde reite und versuche mit korrekten Lektionen und Durchlässigkeit zu punkten, oder ob ich etwas mehr Risiko gehe, dann aber darauf gefasst sein muss, das das schief gehen könnte.


Ja, es ist wie es ist. Wir haben uns mit Ginny arrangiert.  Wir haben für uns und für sie den Weg gefunden, auf dem ihr Leben am Besten funktioniert und so werden wir das weiterhin machen. Alle Stimmen von außen, wann wir den Sch…bock endlich verkaufen, alle, die fragen, ,ob  der was weh tut, alle, die heimlich oder auch unheimlich den Kopf über uns und über sie schütteln, es wird sich nichts ändern.

Nach inzwischen 4,5 Jahren, zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Tierarzt und austherapiert, zwischen nicht mehr weiter wissen und dann läuft doch wieder alles glatt, haben wir und Ginny unseren Weg gefunden und ihr könnt euch sicher sein, Ginny ist das Pferd von unseren, in das jeden Tag wieder am meisten reingeschaut wird, bei der möglichst jedes Detail stimmen sollte und man immer schaut für sie die besten Möglichkeiten zu schaffen.

 


Und genau aus diesem Grund wird sie weiter gearbeitet. Sie wird weiterhin mit aufs Turnier fahren, auch, wenn wir nach vielen Versuchen, es doch noch zu schaffen, wohl am Springen auf dem Turnier scheitern werden. Ginny hat zu Hause, abgesehen von den üblichen Sperenzchen, die aber nichts mit Springen zu tun haben, Spaß am Springen und macht das auch sehr gut, aber die Nerven versagen regelmäßig, sobald sie alleine im Parcours ist. Das wird wohl hoffnungslos sein, das macht aber auch nichts.


Auch dressurmäßig sind wir uns im Klaren darüber, dass wir über die L-Dressuren nicht rauskommen werden. Wir müssen froh und dankbar sein, dass wir es mit ihr bis hierhin geschafft haben, aber alles, was wir mehr wöllten, ginge über ihr Nervenkostüm hinaus und wäre somit unfair ihr gegenüber.

Ginny Gibson ist,  und wird es wohl immer bleiben, unser Mäuschen, das nicht aus ihrer Haut kann, und trotzdem eins der liebenswertesten Pferde ist, die mir je begegnet sind. Auch, wenn sie nie ein zuverlässiges Sportpferd werden wird, sowie sie auch nie ein abgeklärtes Freizeitpferd werden wird, so leben wir immer mit dem, zu dem sie gerade in der Lage ist, es zu leisten.

Was aber auch  nicht heißt, dass sie alles darf und mit rosaroten Samthandschuhen angepackt wird. Es gibt so ein paar Verhaltensweisen, die können und wollen wir ihr nicht durchgehen lassen, da geht es schließlich auch um unsere Sicherheit. in manchen Situation muss man sie, so gern man sie hat, oder gerade weil man sie gern hat, auch mal maßregeln, und ihr schon deutlich  machen, dass man ein gewisses Maß an Mitarbeit von ihr erwartet.

Wir stellen uns auch manchmal bewusst schwierigen Situationen, da sie auch aus diesen viel lernen kann, so wie sie z.B. am Anfang nur zum Spaß mit aufs Übernachtungsturnier nach Kreuth fuhr. Die ersten Male war das purer Stress für sie und es war kaum möglich nur mit ihr spazieren zu gehen. Inzwischen findet sie das ganz normal, das heißt, sie kann durchaus auch an ihren Aufgaben wachsen, sie braucht halt nur länger dafür als andere.

Es mag sein, dass mir irgendwann die Ideallösung für ihr Leben über den Weg läuft, wenn ich die hätte, würde ich es jederzeit für sie tun. Im Moment ist aber ihre Ideallösung, das vertraute Leben mit ihren vertrauten Pferden und Menschen, mit viel Kuschel, Putz und Knuddelzeit und Arbeit im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

 






Das Jahr 2018 begann auch für Ginny aufregend. Wir wollten schauen, ob es Sinn macht, sie mal mit zu Auswärtstrainings zu nehmen. Da sie daheim hochmotiviert springt, war es unsere Idee, ob sie das auch woanders macht. Und so waren wir zum Jahresbeginn viel mit ihr unterwegs. Springtraining, Geländetraning. Nach immer anfänglicher Schüchternheit, die dann aber immer schnell zu überwinden war, hatten wir tolle Trainingseinheiten mit ihr. Sie hatte sich über den Winter doch nochmal ein ganzes Stück weiterentwickelt, und wir wollten ihr die Chance geben, ihr Potential, dass sie ja durchaus hat, zu entfalten.

 




Im Mai ging es für Ginny mit uns nach Kreuth. Neben den Dressuren, die sie ja sowieso gehen sollten, wollten wir auch noch einen Versuch im Parcours starten. Wir waren so weit gekommen im Training, es hätte klappen können. In Kreuth darf Nina ja A-Springen außer Konkurrenz reiten und wir wollten  versuchen, ob sie nach einem tollen Warm-Up auch die Nerven im Parcours behalten würde. Langer Rede, kurzer Sinn. Es ging nicht. Eine Prüfung beendete sie zwar und wir dachten, wir hätten den Knackpunkt endlich geschafft, aber schon in der nächsten machte sie sofort zu. Das ist wohl tatsächlich hoffnungslos.



Nach dem Turnier hatte sich Ginny auf der Koppel vertreten und sich damit eine dreiwöchige Auszeit gegönnt. Nachdem sie wieder klar ging, lief sie in Weinsberg eine schöne L-Dressur, in der sie mit 7,1 platziert war. Weniger Training ist bei ihr manchmal durchaus mehr.