Der Juli war der Monat, in dem wohl am meisten passierte.

ePaul und Calle gewöhnten sich an ihr Auszeitleben und Paul war vom ersten Tag an wieder zuhause angekommen, als wäre er nie weg gewesen.

Von Calle kamen durchweg positive Nachrichten. Er fügte sich gut in die Herde ein und schien sich sehr wohl zu fühlen.

Inzwischen war Calli bei uns eingezogen und für Nina ging es daran, sich mit ihm zusammenzufinden.

Für mich war Powerlernen angesagt, da die Prüfung anstand.

Aber ich war gut vorbereitet und so konnte ich die Prüfung zur Pferdephysiotherapeutin erfolgreich und mit Top-Ergebnissen abschliessen und der Grundstein für mein zweites Standbein war gelegt.

Und so war unser Herbst dann wieder eine ganze Ecke entspannter.

Nina und Calli arbeiteten viel an der Kommunikation. Calli sieht nicht nur aus wie Paul, die beiden haben auch sonst relativ viele Ähnlichkeiten.

Beide sind endlos ehrgeizig und wollen laufen, laufen,laufen. Das waren wir von Ginny und Calle nicht mehr gewöhnt, die lieber mal einen Schritt zuwenig als einen zuviel machen.

Dadurch wurde das Leben mit Calli recht aufwändig, da er immer zweimal am Tag ordentlich bewegt werden will, zusätzlich natürlich auf die Koppel, spazieren gehen, Führmaschine usw., ein echtes Familienpferd wohl, der die ganze Familie beschäftigt. Aber ein süßes Familienpferd. Auch er war sofort bei uns angekommen, gehört nun zur Familie und wir freuen uns jeden Tag wieder über seine Späße und seine Art.

Das Reiten war oder ist geprägt davon, Callis etwas ausgeprägten Fluchtreflex und seine Lieblingshalshaltung ( hoch und eng) und wir sind immer ständig bemüht eine kleines bisschen mehr ehrliche Losgelassenheit zu erarbeiten.

Oft gelingt das auch schon, dann lässt er seinen Hals fallen und ist bei seinem Reiter. Wenn aber viel los ist rund um den Reitplatz, lässt er sich sehr gerne ablenken und dann wird es mit der Konzentration und der Losgelassenheit schwierig.

Da das so sein Typ ist, wird das noch eine große Aufgabe werden, ihn zum entspannen unter dem Reiter zu bringen, aber wir sind dran.

Callis Springmanier ist witzig. Das war glaub auch das, was uns an ihm sofort beim ausprobieren fasziniert hat. Dieser Riesenschlacks ist wie aus Gummi. Wenn er einen Sprung sieht, dann will er da rüber. Unbedingt. Da er aber eben manchmal ein Konzentrationsproblem hat und dann nicht mehr wirklich bei Nina ist, kommen die witzigsten Sprünge dabei raus.

Witzig ist das momentan tatsächlich noch, weil die Sprünge ja noch klein sind. Da geht das noch, da kann man das so machen. Da ist es auch kein Drama, wenn er eine Kombi mit einem Galoppsprung auf In-Out geht. Vermögen hat er ja reichlich genug und zur Not fällt halt die Stange.

Aber das geht natürlich nicht dauerhaft. Die Sprünge werden irgendwann höher werden, die Wege dazwischen kürzer und das Zuhören und das sichere Sortieren der langen Beine wird immer wichtiger werden.

Wer uns kennt, weiß, dass wir uns so lange an der Basisarbeit aufhalten werden, bis das drin ist. Aber bei so einem Pferd, bei dem man weiß, dass es weder an der Höhe, noch an der Einstellung scheitern wird, ist jede Einheit der Basisarbeit wichtig und richtig und wird sich am Ende auszahlen, egal wie lange es dauert, bis das ordentlich und abrufbar ist.

Für Ginny steht indessen mehr Dressurreiten auf dem Programm. Nina hat inzwischen ihre Ausbildung begonnen und ist nur noch abends im Stall und am Wochenende.

Für dieses Zeitfenster hat sie mit Calli genug zu tun und so ist Ginny wieder mein Pferd. Sie ist ja recht unaufwändig, in sich zufrieden und so sind wir mit Dressur beschäftigt, was sie momentan auch sehr ehrgeizig macht. Man hat das Gefühl, dass Ginny wahnsinnig viel von meiner Physioarbeit profitiert, da sich ihre Schiefe – Ginny ging ja tatsächlich immer auf mindestens zwei Hufschlägen- immer mehr verliert, sie immer mehr über den Rücken schwingt und Bewegunsgabläufe zeigt, von denen wir gar nicht wussten, dass sie ihr möglich sind.

Mal sehen, wenn das über den Winter so weitergeht, wird sie vielleicht in der nächsten Saison doch nochmal ins Dressurviereck gehen. Just for fun.

Ab und zu muss aber auch sie ein paar Sprünge machen, um ihre Motivation zu erhalten, aber das ist Ninas Wochenendaufgabe.

Pauli gedeiht hier zuhause wunderbar.

Er genießt seine Physioeinheiten, die er zweimal in der Woche bekommt und die Sehne sieht top aus. Er ist auch lahmfrei, so dass er wie ein Verrückter mit seinem Kumpel Krümel über die Koppel bocken kann, ohne dass da wieder etwas kaputt gehen würde. Das freut uns natürlich ganz besonders, da es ihm ja auch als Rentnerpferd gesundheitlich möglich sein soll, sich so zu bewegen wie er das mag und das ist eben Galopp und schnell. Um ihm das so lange wie möglich zu ermöglichen, bekommt er die bestmögliche Versorgung von uns.

Für Calli ging es Ende des Jahres aufs erste Turnier.

Kreuth sollte ein Trainingsturnier für uns werden. Wir wollten einfach mal wissen, was passiert, wie er sich auf dem Turnier verhält, wie er mit den Anforderungen beim Abreiten und im Parcours zurechtkommt um dann zu wissen, woran wir im Winter arbeiten müssen.

Es ging hier nicht darum Schleifen zu sammeln, sondern Erfahrungen.

Deshalb wirkten die Ergebnisse für die, die daheim Listen lesen nicht so gut. Für uns war alles gut. Wir konnten in den Parcours ein paar Sachen ausprobieren, beispielsweise, wie man die für Calles lange Beine zu engen Kombinationen und Distanzen am Besten löst, welches Tempo gut ist, ab und an war auch mal eine Volte dabei um die Konzentration wieder herzustellen. Das alles sieht in Ergebnissen erstmal schlecht aus, weil es natürlich Abzüge und Zeitfehler gibt, die am Ende abgezogen werden. Auch eine Stange fällt mal, aber das war uns momentan nicht wichtig. Wir haben sehr viel Information für unsere Winterarbeit mitgenommen und das war der Plan.

Nach dem Turnier begann dann auch zuhause unsere Winterarbeit.

Calli muss sich dran gewöhnen in der Halle gearbeitet zu werden, das kannte er bisher nicht. Draußen ist ihm immer noch lieber, da hat er alles im Blick. Geräusche von außen, die er nicht einordnen kann, oder Regen auf dem Dach, findet er sehr gruselig. Aber wir sind dran. Wir untersützen ihn bestmöglich und so wird auch er die gruslige Halle irgendwann nicht mehr als Geisterbahn empfinden.

Ach ja, ich hatte mich nach meiner Prüfung im Juli auch nicht ausgeruht. Ich habe noch zahlreiche Seminare drangehängt, da man sich in diesem Beruf praktisch endlos weiterbilden kann.

Inzwischen gehört auch das Dry-Needling zu meinem Angebot und ich habe im November die Prüfung zum zertifizierten Pferdethermograf abgelegt. Ihr seht also, Stillstand gibt es für uns nicht, aber genau aus diesem Grund sind auch die Blogbeiträge überschaubar geworden.

Momentan liegt der wichtigste und zeitintensivste Fokus darauf den Pferden gerecht zu werden. Drei zuhause, bzw. nächstes Jahr hoffentlich 4 zuhasue sind zeitintensiv und aufwändig. Nebenbei sind Nina und ich beide beruflich wieder mehr eingespannt und haben einiges zu lernen.

Auch für mich wird die Ausbildung nächstes Jahr weitergehen, da bleibt dann einfach nicht die Zeit Blogs zu schreiben.

Wir werden den Team Kaupp Blog mit ins nächste Jahr nehmen, aber die Anzahl der Beiträge wird überschaubar bleiben.

Ich hoffe, ihr seid trotzdem noch dabei, auch wenn es keine zwei Beiträge mehr pro Woche geben kann.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen Guten Rutsch ins neue Jahr und ein erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2020.

Schreiben Sie einen Kommentar