Heute haben wir uns wieder ein bisschen Zeit gelassen, da bei uns im Verein erfahrungsgemäß Samstag morgens die Halle sehr voll ist. Da wir auch Schulbetrieb haben, ist meistens eine Halle damit belegt und der Rest der rund 80 Pferde verteilt sich den Tag über auf die andere Halle.

Und da kann es dann schon mal zu Stoßzeiten kommen, die wir, wann immer möglich, meiden. Und so stehen am Wochenende morgens andere Sachen auf dem Plan. Es gibt ja noch genug rund ums Pferd, was gemacht werden muss.

Heute habe ich mir mal vorsichtig den neuen Turnierkalender angeschaut und mir so einen kleinen Plan zurechtgelegt. Ich denke, wir werden Ende Februar mal mit ein paar kleinen Dressuren anfangen, nur, damit man mal wieder unterwegs war. So langsam muss ich echt zugeben, wird es zuhause, und dann noch bei dem Wetter, echt langweilig.  Nicht, dass wir im Moment schon in einem Turniertrainingszustand wären, aber so ein geplantes Turnier im Hinterkopf hilft einem doch ein bisschen dabei aus dem Winterschlaf aufzuwachen und wieder ein bisschen gezielter zu arbeiten.

Mit Springen werden wir uns und den Pferden Zeit lassen, bis es wieder ins Freiland geht, da keins  unserer Pferde ein begnadetes Hallenspringpferd ist.

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Am Mittag war es dann aber auch für uns Zeit in den Stall zu gehen. Da ich gestern wegen des Hufschmiedtermins von Calle meine Reha-Fitness verpasst habe, wollte ich das unbedingt heute noch hinten dranhängen. Witzig, dass ausgerechnet heute im neuen Sankt Georg ein Bericht über Ausgleichstraining für Reiter kam, den ich natürlich gleich verschlungen habe.

Ich merke im Moment selbst am eigenen Körper wie viel mir das gezielte Training unter Anleitung bringt und wie ich manche Körperpartien noch gar nicht im Einklang miteinander bewegen kann. Wenn ich das schon auf dem Boden nicht kann, wie soll es dann auf dem Pferd gehen, wo man noch tausend andere Dinge zu beachten hat, als seine eigene- im Zweifel durch falsche Muskulatur bedingte- Körperhaltung. Klar, ich bin gerade ein Extrembeispiel, aber ich rate auch immer wieder meinen Reitschülern Haltungsprobleme durch gezieltes Training außerhalb des Pferdes in Ordnung zu bringen. Nur reiten reicht meistens nicht, um den Körper rundum fit zu halten und je fitter und beweglicher wir sind, desto mehr können wir unser Pferd unterstützen.

Aber ich glaube, das ist schon wieder einen eigenen Beitrag wert. Bevor ich hier abschweife, gehe ich mal wieder zurück zu den Pferden.

Heute war Wetter,-und Hallenbedingt für alle Dressur angesagt. Manchmal gibt es keine Frage, was man heute macht, weil es die Bedingungen gar nicht anders zu lassen. Gelände war wegen Regen gestrichen,  der Longierzirkel und die Halle in der man Laufen lassen dürfte dauerbelegt, die Plätze unter Wasser, so blieb nur noch die kleine Halle, in der nur Dressur geritten wird. Keine Frage also.

Also ging es mit Ginny los. Ginny geht ja die meiste Zeit mit meiner Lieblingstrensenkombination, dem Micklem mit dem Nathegebiss. Das ist ihr Favourit. Aber, das sie ja auf dem Turnier auch mal L- Dressuren auf Kandare geht ( sonst muss ich mir ja wieder anhören, ich würde nur in kleinen Prüfungen rumjuckeln), muss sie natürlich auch damit laufen. Das mit den Metallgebissen ist so eine Sache mit ihr. Die mag sie nicht so gerne. Sie klappert dann gerne mal mit der Zunge mit dem Gebiss. Das Geklapper nervt sie dann aber schon wieder und sie versteckt sich hinter dem Zügel und wird aufgrund des nicht aufhörenden Geräusches nervös. Dass sie einfach aufhören könnte zu klappern, kam ihr noch nicht in den Sinn. Das Nathe liegt einfach ruhiger im Maul, macht keine Geräusche und Ginny nimmt es besser an, das heißt, sie zieht mehr an die Hand ran, als mit anderen Gebissen. Schade, dass es keine Nathekandare gibt, oder habe ich sie nur noch nicht gefunden?

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Mit Ginny ist es manchmal noch schwer in einer vollen Halle zu reiten, in Kombination mit mir drauf sowieso. Einerseits weiß man bei Ginny ja immer noch nicht, ob sie nicht zwischendurch einfach mal ohne Vorwarnung blockiert, das heißt, man braucht immer genug Platz um sich  herum. Mein Problem ist es immer noch, dass ich weder sehe, was neben oder gar hinter mir passiert, oft also nicht schnell genug reagieren könnte oder gar vorausschauend reiten könnte. Also war mein Plan heute einfach Linke Hand – Ganze Bahn und vorwärts. Ab und zu mal ein Handwechsel auf großer Linie und ein Zirkel. Das geht immer. Und Ginny findet es klasse. Gerade mit Kandare ist es für Ginny gut, wenn man keine Lektionen reitet und auch nicht über Versammlung und sonstige Sachen nachdenkt. Mit der Kandare reitet man sie am Besten so einfach wie möglich, nur um sie zum ziehen zu bringen und ihr das Vertrauen an die Gebisse gibt.

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Auch für Paul war Dressur angesagt. Morgen soll ihn zum ersten Mal seit dem Sommer wieder seine Reitbeteiligung Jule reiten, deshalb war es heute wichtig, ihn nochmal durchlässig zu machen und so zu arbeiten, dass er sich morgen nicht benimmt wie ein dreijähriger. Deshalb arbeitete Nina daran, ihn schön locker zu machen, zu schauen, das er den Rücken aufmacht und sich nicht zu sehr aufspielt. Nur Ruhe reinbringen in das Crazypony, damit er morgen keinen Blödsinn macht.  Ihr werdet euch vielleicht wundern, dass bei Paul oft das Gebiss auf einer Seite rausschaut. Das ist einfach so, weil er im Moment mit der Trense von Ginny und Calle geht. Da ist das Gebiss natürlich dementsprechend groß. Aber auch Paul, der das Micklem früher nie mochte, läuft im Moment damit am Besten. Da ich sowas aber gerne eine Zeitlang probiere, bevor ich losrenne und neue Trensen und Gebisse kaufe ( Ja, auch Blogger müssen sich tatsächlich ihre Sachen kaufen 😉 ) geht er eben gerade mit der Trense, die die anderen auch draufhaben.  Es sieht aber wohl so aus, als würde er sich eine eigene Trense wünschen.
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Und der letzte im Bunde war dann noch Calle. Den wollte ich heute mal selbst reiten, da ich ein paar Sitztechnische Sachen, die ich vor dem Spiegel im Fitnesszentrum geübt hatte, umsetzen und probieren wollten. Für mich ist es immer ganz gut, Fotos zu haben, auf denen ich mich kontrollieren kann und versuchen kann viele Sachen beim nächsten Mal noch besser zu machen. Oft zeige ich die Bilder auch einfach den Trainern und Krankengymnasten und zeige ihnen, wo noch Probleme sind, die mich beim Reiten stören. Da gehen die dann auch toll drauf ein und arbeiten gezielt an den Problemstellen, vor allem dem fürchterlichen Hohlkreuz, dass ich selbst sehe, aber noch nicht ändern kann. Ich bin oft mit den Schultern in Rückenlage um mich auf dem Pferd im Gleichgewicht zu fühlen. Fühlen und Sein liegt leider oft weit auseinander, und genau das, was ich auf den Bildern vom Reiten sehe, versuche ich vor dem Spiegel im Fitness zu korrigieren. Manchmal würde ich mir einfach einen tollen, großen Spiegel in der Halle wünschen.
Von dem her sind sitztechnisch die Bilder nicht perfekt, was aber einfach auch daran liegt, dass ich unter der ständigen Korrektur von Nina immer wieder versuche aus der Fehlhaltung rauszukommen, die sich für mich wie eine normale Haltung anfühlt und wieder in eine normale aufrechte Haltung ohne Hohlkreuz und andere Ausgleichsbewegungen zu finden. Das ist gar nicht so einfach. Oft kommt die Frage von mir an Nina: ” Wie, wo muss jetzt die Hand hin, aber dann rutscht das Bein ja wieder weg oder der Kopf macht sich selbstständig”. Aber das kennt ihr bestimmt. Ist gar nicht so einfach sich zu koordinieren, wenn der Körper einen eigenen Plan hat.

Aber mit Calle kann man solche Übungen gut machen. Der ist froh, wenn der Fokus der Arbeit mal nicht auf ihm liegt, sondern ich mit mir selbst beschäftigt bin. Krankengymnastik auf dem Pferd praktisch. Calle wäre bestimmt auch ein gutes Therapiepferd geworden.

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das ist schon ganz ordentlich, die linke Schulter muss noch höher
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immer mal wieder die Schultern durch überstreichen in Bewegung bringen ohne den Körper mitzunehmen
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da war sie wieder, die Rückenlage, war aber der Versuch nicht ins Hohlkreuz zu kommen.
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Schultern wieder vor, jetzt bin ich ganz leicht vor der Linie, nachdem ich zuvor hinter der Senkrechten war. Der Bauchnabel müsste wieder mehr Richtung Wirbelsäule

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das ist für mich grad schon ganz gut. Ich muss versuchen nicht zu aufrecht zu sitzen, den Bauchnabel zur Wirbelsäule zu ziehen und fast schon an einen Rundrücken denken. Dabei geht dann aber eben gleichzeitig der Kopf runter, weil Kopf hoch nur in Verbindung mit Hohlkreuz geht

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Ihr seht also, jeder von uns hat so seine Baustellen, an denen man arbeiten muss und kann. Wichtig ist nur, diese zu erkennen und dadurch beheben zu können, auch, wenn das nicht von heute auf morgen geht.

Für mich ist es noch ein langer Weg, den ich immer wieder mit Korrektur, sei es mündlich, per Fotos oder Video, gehen werde und versuche, mich immer weiter zu verbessern.  Aus diesem Grunde habe ich mich, als die Pferde im Stall waren gleich wieder an die Geräte gemacht, die mir dabei helfen sollen, die richtige Muskulatur wieder aufzubauen und zu kräftigen.

 

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