Das war ja so eine Idee. Sich an den Rückblick für 2019 zu setzen.

Warum?

Weil ganz schön viel passiert ist, dieses Jahr.

Die letzten Jahresrückblicke waren ja bis auf einige schönen Turniererfolge eher pessimistischer Natur. Dieses Jahr waren die Turniererfolge überschaubar. Nina hatte kein Pferd zu reiten, und konzentrierte sich auf ihre Arbeit und den Einstieg in die Ausbildung und auch ich selbst bin gar nicht geritten und es zeigte sich, dass das Leben sehr viele positive Überraschungen bereit halten kann,ganz ohne Turniersport und bunte Schleifen, der für viele so wichtig ist.

Mein Gesundheitszustand wurde ja trotz mehrfacher Operationen und Rehas, trotz mehr als ehrgeizigem Fitness-Training einfach nicht so gut, dass ich schmerzfrei gewesen wäre. Damit habe ich zwar gelebt und mich auch irgendwo abgefunden, aber so etwas nagt natürlich an einem.

Zu wollen, unbedingt, aber nicht zu können. Aber eigentlich noch fast das halbe Leben vor sich zu haben.

Aber das ist jetzt vorbei.

2019 hat sich das zum Glück alles ausnahmslos zum postiven verändert und ich kann sagen: “Ich bin wieder da”.

Das alles ist sicherlich zum allergrößten Teil meiner Bekanntschaft mit Dr.Randoll zu verdanken, der es nicht akzeptiert hat, dass ich als “austherapiert” abgestempelt wurde, und der mir schon vor Beginn meiner Physioausbildung gezeigt hat, wozu man fähig sein kann, wenn man seine Muskulatur versteht und entsprechend bearbeiten kann. Seitdem setze ich die Matrix-Therapie erfolgreich bei mir selbst, bei Nina und natürlich bei meinen Therapiepferden ein. Aber eins nach dem anderen.

Zurück zum Rückblick.

Das Jahr begann reichlich kalt im Januar ( wann auch sonst)

Calle ging nach einem neuerlichen Rückfall und einer zweiten Eigenblutbehandlung wieder Schritt. Gut nur, dass inzwischen der Bemer bei uns eingezogen war und wir ihn damit einigermaßen entspannt halten konnte und somit das Schritt reiten, im Gegensatz zu den Monaten davor, wieder relativ entspannt möglich war.

Ginny bewies immer wieder ihre Modelqualitäten und stand immer wieder für unsere zahlreichen Fotos zur Verfügung. Daran hat das Mäuschen auch echt Spaß. Das Reiten selbst war bei Ginny in den Wintermonaten überschaubar, da wir ja keine großartigen Ziele mit ihr hatten, konnten wir es auch mal ruhig angehen.

Wenn ich mit allerdings das nächste Bild so anschaue und meinen kleinen Sporthaflinger nun vor mir stehen habe, dann fällt mir schon ein Wahnsinnsunterschied auf. Dadurch, dass Ginny das ganze Jahr als Physio-Übungspferd für mich herhalten musste, hat sich sich ganz schön positiv entwickelt, aber das werdet ihr selbst sehen, wenn ihr die Bilder von jetzt und dann vom Ende des Jahres im zweiten Teil anschaut.

Im Februar haben wir immer noch lässiges Programm gemacht. Gelassenheitstraining, Spazierenreiten, leichte Dressurarbeit, viel mehr stand nicht auf dem Programm. Ich selbst war praktisch alle Wochenende mit Seminaren unterwegs und so war Nina viel alleine mit den Pferden.

In diesem Jahr begann die Kooperation mit Eggersmann Pferdefutter, die mir selbst auch über das ganze Jahre mit einer Top Futterberatung zur Seite standen. In Sachen Fütterung haben wir haben sehr viel von dem fundierten Wissen dieser alteingesessenen Firma profitiert, welches ich nun auch an meine Kunden weitergeben kann.

Die wichtigst Erkenntnis in Sachen Fütterung war wohl: “Weniger und dafür das Passende ist manchmal mehr”

Aber so ein bisschen lockere Arbeit stand für Ginny trotzdem auf dem Programm. Cavalettitraining, Stangenarbeit, ein paar kleine Sprünge, die Arbeit an der Doppellonge und ein bisschen Dressur, das war ihr Februarprogramm.

Während Calle immer noch im Chiller-Schritt-Modus unterwegs war.

Und Ende Februar war es dann soweit. Der unglaubliche erste Familienurlaub nach 19 Jahren stand an. Ja, aufgrund der Pferde waren wir tatsächlich so lange Zeit nicht im Urlaub, einer musste ja immer daheim sein und die Tiere versorgen.

1 Woche Ägypten durften wir gemeinsam geniessen, bevor sich Nina in ihr Amerika-Abenteuer verabschiedete und ich erstmal alleine mit den Pferden war.

Und so war das dann. Nina weg, und ich auch viel unterwegs.

Da war ich echt froh, so ein tolles Team zuhause zu haben, die sich um die Pferde gekümmert haben. Eigentlich wollten wir ja schon im Februar unseren Paul nach Hause holen, aber dadurch, dass wir nicht so viel da waren, haben wir ihn noch länger in der guten Obhut der Familie Wolf gelassen.

Für Calle schien es langsam aufwärts zu gehen. Was ich schon so konnte an Physio ( das wuchs ja nur langsam) wendete ich an, und der Tierarzt tat sein Bestes. Es war auch nicht so ganz schlecht. Aber eben auch nicht so ganz gut. Wir hatten super Zeiten, die hoffen liessen, dass wir das Tal nun durchschritten hatten, aber immer, wenn er weniger bewegt wurde, wenn ich z.B. ein Wochenende nicht da war, war es wieder schlechter. Das gefiel mir so gar nicht.

Auch für Ginny stand das Dressurreiten nun im Vordergrund, da musste sie jetzt durch. Der Spaßfaktor für die Pferde steht aus Sicherheitsgründen bei mir leider ein bisschen im Hintergrund.

Aber was beide Pferde echt toll mitgemacht haben, waren meine unzähligen Physioübungsstunden mit ihnen. Jeden Tag musste einer von beiden ran, und sie waren so geduldig mit mir. Irgendwie hatte man das Gefühl, dass sie sogar meine dilletantischen Anfänge genossen haben. So falsch kann ich es dann ja nicht gemacht haben.

Trotzdem glaube ich , dass sie irgendwie auf Nina gewartet haben. So ein ordentlicher Galopp im Gelände, ein bisschen Springen, das hat schon gefehlt, das hat man den Pferden auch angemerkt.

Calle als Akupunktur-Blasenmeridian Übungspferd

Aber die Zeit ohne Nina ging schnell vorbei und endlich durften die Pferde wieder Spaß haben.

Mit Calle waren wir noch vorsichtig, der kämpfte immer noch mit guten und schlechten Phasen und so wurde Ginny zum Top-Scorer.

Nina hat aus Amerika eine etwas veränderte Reitweise mitgebracht. Mir hat das natürlich sehr gut gefallen, weil ich ja schon immer versuche etwas mehr Lässigkeit in mein ehrgeiziges Kind zu bekommen. Aber wer glaubt schon seiner Mutter.

Ginny gefiel das auch sehr gut. Sie hatte sich ja ohnehin über das Frühjahr sehr gut entwickelt und wurde immer mehr zu einem Pferd, das wieder mit seinem Reiter arbeitet, selbstbewusst ist aber ohne grundsätzlich mal gegen alles zu sein, wie das lange Zeit der Fall war.

Auf dem Turnier kam das bei den Richtern allerdings gar nicht gut an und so war die Saison und Ninas Dressurehrgeiz für das Jahr auf Eis gelegt.

Das war irgendwie anders aber auch ganz entspannt. Einfach nicht mehr mitten in der Nacht aufstehen, aufs Turnier fahren, ein Schleifchen mitnehmen oder auch nicht. Es hat mir nicht gefehlt. Ich hatte genug anderes zu tun. Ich war ja immer noch fast jedes Wochenende, manchmal auch eine ganze Woche unterwegs und wenn ich mal zuhause war, stand Lernen auf dem Program.

Nina hat das aber schon gefehlt. Ein Ziel zu haben, auf das man hinarbeitet, nicht nur einfach im Kreis rumreiten, so wie ich das gerne mal zu Entspannung mache. Nina hatte zwar Spaß mit Ginny, aber da wir ja wissen, dass sie auf dem Turnier nicht mehr springen wird, ist und bleibt das eben ein Spaßprogramm.

Ende Juni war es dann auch endlich soweit. Paul sollte wieder nach Hause kommen. Das hatten wir ja schon lange vor, da bei uns ein toller Rentnerplatz frei geworden ist, wo wir ihn mit gutem Gewissen und genug Bewegung alt werden lassen können und ihn trotzdem ganz nah bei uns haben. Und so machten wir uns auf den Weg und holten unseren Rentner wieder zu uns.

Und irgendwann war es auch an der Zeit eine Entscheidung für Calle zu treffen. Inzwischen 9 Monate nach der Chip-Op konnte man ihn zwar reiten, das ging auch recht ordentlich, aber eben nur das. Calle musste sich nie einlaufen, das kannten wir von ihm nicht und deshalb konnten wir da nicht einfach drüberreiten und das akzeptieren, sondern haben uns nach Rücksprache mit dem Tierarzt für eine Auszeit auf der Koppel entschieden. Unsere Wahl fiel auf das Gestüt Altefeld, auf dem Ginny geboren wurde. Dort gibt es endlose, ebene, top gepflegte Koppeln und genau das wollten wir. Calle sollte laufen soviel er selbst mag, weil ich der Meinung bin, dass man viele Sachen eben nicht mit Stillstand auskurieren kann. In Bewegung dauert die Heilung und Regeneration vielleicht länger, weil die ja doch auch mal über die Koppel galoppieren, dafür ist sie nachhaltiger und ehrlicher. Deshalb haben wir nicht die vom Tierarzt angeratenen 3 Monate ins Auge gefasst sondern mindestens 8 Monate, bis wir ihn wieder nach Hause holen. Und so war Anfang Juli der Tag gekommen und wir machten uns auf den Weg, Calle in sein Übergangzuhause zu bringen.

Mit diesem Bild beende ich den ersten Teil des Jahresrückblickes. Wenn ihr gespannt seid wie die zweite Jahreshälfte verlief, könnt ihr gerne morgen nochmal hier rein schauen, denn da geht es dann weiter.

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