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Für Ginny stand heute mal wieder eine Einheit Stangenarbeit an, die uns in der Dressurarbeit weiterhelfen soll.

Mit Ginny ist das ja zweigeteilt. Im Springen brauchen wir etwas mehr Zug zum Sprung und fördern es auch gerne mal, dass sie sich mehr streckt, größer galoppiert und auch mal früher abspringt.

Das heißt eine Gymnastikarbeit mit dem Hintergedanke auf das Springtraining sieht anders aus, als eine, die wir für die Dressurarbeit nutzen wollen. In der Dressurarbeit wollen wir sie mit den Stangen dazu animieren, sich im Körper zu spannen, ohne sich zu verspannen.

Sie soll lernen ihren Körper noch effektiver zu benutzen, und noch mehr Koordination zwischen Vor,-und Hinterhand zu finden.  Will man Ginny versammeln, kann es sehr schnell passieren, dass sie nicht mehr von hinten nach vorne durch den Körper arbeitet, sondern in einen Hasen-Hoppelgalopp verfällt aus dem sie nur schwer wieder rauszureiten ist.

Mit den Stangen tut sie sich leichter, da sie sich mehr auf die Stangen konzentriert und immer wieder daran erinnert wird, dass der komplette Körper die Aufgabe lösen muss. So bekommt man mehr Aufmerksamkeit von ihr auf die Aufgabe und sie verkriecht sich nicht in ihrer Abwehrhaltung.

Heute haben wir das kleine Zeitfenster genutzt, das uns in der Halle zwischen Schulbetrieb, Voltigieren und anderen Reitern zur Verfügung steht und haben eine Aufgabe gelegt, die schnell auf und auch wieder abgebaut ist, falls man die Einheit abbrechen muss. im Winter ist eben alles etwas schwieriger.

Sich einen kompletten Parcours aufzubauen ist nicht möglich, und so muss man immer versuchen schnelle, einfache Lösungen zu finden, die trotzdem effektiv sind. Eigentlich habe ich ja so einiges im Kopf, was man mal schnell in die Halle legen kann, aber ich lasse mich auch gerne mal von der Equisense App inspirieren und so haben wir heute mal den Fisch ausprobiert.

Der Fisch ist schnell gelegt, wir haben dafür die 3,5m Stangen genützt, dann passt das genau auf die angegebenen Abstände von 3 m von Spitze zu Spitze.

Wir waren echt gespannt, wie Ginny das finden würde.

Normalerweise reitet man ja gerade Stangen an, eventuell mal auf gebogener Linie, aber ich muss zugeben, auf die Idee so etwas mit Ecken und Spitzen anzureiten kam ich bisher auch noch nicht.

Das wäre aber bisher auch mit Ginny kontraproduktiv gewesen, da sie ja schon an einer einzelnen Stange blockieren konnte und mehrere Stangen hintereinander sowieso völlig inakzeptabel für sie waren.

Aber das Mädel hat sich ja in diesem Jahr weiterentwickelt, so dass man es auch mal wagen kann, etwas ungewöhnliches zu probieren, ohne dass man Angst haben muss gleich wieder in halbes Jahr zurückgeworfen zu werden.

Den Fisch habe ich auf der Mittellinie platziert, so dass man ihn von  beiden Händen anreiten kann.

Anfangs fand Ginny das Gebilde echt gruselig.

Aber sie war tapfer und hat ihre Aufgabe versucht. An den gespitzten Ohren sieht man, wie sie sich darauf konzentriert hat, schließlich will sie ja keine Stange treffen.

Ginny würde nie, wie manch anderer – Calle zum Beispiel- einfach drüberlaufen, ohne Rücksicht auf Verluste.

Ginny macht das entweder ehrgeizig, oder eben gar nicht. Halbe Sachen macht sie nicht.

Und so war das für sie eine echte Aufgabe. Erstmal musste sie sich überwinden überhaupt in dieses Gebilde reinzulaufen und dann wollte sie natürlich auch ohne Stangenberührung wieder rauskommen.

 

Glaubt  mir, das sieht alles recht einfach aus, ist es aber gar nicht.

Trotzdem sieht man auf den Bilder schon einen tollen Effekt, den ich genauso haben möchte.

Ginny trägt aus dem Halsansatz raus den Hals hoch, hat ihn aber schön gewölbt, dadurch, dass sie doch den Fokus auf den Stangen hat.

Nina lässt ihr den Hals lang genug, damit sie sich selbst ausbalancieren kann und entlastet den Rücken, damit die Hinterhand arbeiten kann.

Durch dieses Zusammenspiel und diese Aufmerksamkeit, die nicht vom Reiter sondern von der Aufgabe gefordert wird, muss sie selbständiger werden.

Das heißt, man überredet sie nicht zu irgendeinem Bewegungsablauf, sonder dieser ergibt sich aus der Aufgabenstellung und sie macht das selbst so. Gerade für Pferde, die gerne mal ihr Hinterbein vergessen ist das sicherlich eine gute Idee.

Nachdem Ginny die Aufgabe im Trab  von beiden Händen verstanden hatte und sowohl von der geraden Seite, als auch von der spitzigen Seite aus easy gelöst hat, haben wir das Ganze auch im Galopp probiert.

Man sieht auf dem Bild ganz gut, wie sie sich aus der Hinterhand raus spannen muss, wie sie sich verkürzt und dadurch kraftvoller unter den Schwerpunkt springt, ohne dass man das Ganze vorne halten müsste.

Sie schließt sich einfach, hat das Genick oben und arbeitet mit ihrem Körper.

Nina muss außer das Ganze gerade zu halten nicht viel einwirken, sie überlässt Ginny die Arbeit.

Das Ganze funktioniert natürlich nur mit einem Pferd, das nicht blind in den Stangensalat reinrennt.

Ein bisschen Mitdenken vom Pferd, ein bisschen Rittigkeit ( vielleicht auch viel Rittigkeit) ist schon notwendig, um das im gleichmäßigen Tempo zu reiten, ohne dass das Pferd rechts oder links ausweichen will und ohne, dass es sich in den Stangen verhaspelt.

Ich halte es aber für eine tolle Möglichkeit, sich auch mal selbst zu kontrollieren, einen einzelnen Sprung kann schließlich jeder anreiten.

Um das Ganze noch ein bisschen interessanter zu gestalten haben wir den Fisch auch mal quer geritten.

Nach einer kurzen Eingewöhnungzeit, in der Nina schwer mit mir geschimpft hat ( den Wortlaut erspare ich euch) und erstmal der Meinung war, dass das nur Humbug ist, hat Ginny sich aber dann losgelassen und die Aufgaben schön gelöst.

Nachdem der Fisch geklappt hatte und wir keinen Sinn mehr drin sahen ihn noch öfter zu reiten, habe ich die Schrittpause von Nina genützt um kurz um zubauen.

Den Hashtag in etwas abgewandelter Form ( die Galoppstangen als Cavalettis) habe ich mir als neue Aufgabe ausgesucht.

Das Gute am #Hashtag für Ginny ist der ständige Wechsel zwischen Trab und Galopp. Die Mittellinie im Galopp, dann wieder die Querlinien im Trab, ist für sie sehr gut, da sie hier gleichzeitig viele Übergänge hat, die das Zuhören wieder fördern.

Den #Hashtag fand sie nun weniger gruselig als den Fisch, da ja hier die Stangen in gewohnter Weise gerade liegen. Lediglich die Einrahmung der Cavalettis durch die Querstangen verleitete sie zum hinschauen.

Aber genau das ist ja wiederum eine gute Übung, um sein Pferd gerade zu richten und zu halten, und sich selbst mal zu kontrollieren, ob das Geradeausreiten zwischen den Stangen einfach geht, oder ob man da noch dran arbeiten muss.

Am Ende, als wir sicher waren, dass Ginny wirklich locker ist und aus dem Rücken arbeiten kann, haben wir sie auch über die Cavalettis getrabt.

Das würden wir noch nicht machen, wenn sie nicht locker ist, da man am Hinterbein schon deutlich sieht, welcher Hebel hier gebraucht wird, um das im Trab zu lösen.

Ein verspanntes Pferd hätte hier ernsthafte Probleme und der Schaden wäre größer als der Nutzen.

Aber Ginny hat auch das einfach gelöst, und genau das ist der Effekt, der uns nachher beim Dressurreiten zugute kommt.

Die vermehrte Rückenaktivität, der Fokus des Pferdes auf der Hinterhand, die Koordination, die sie dafür braucht.

Und so hatten wir am Ende der Einheit ein waches Pferd, die Spaß an der Aufgabe hatte, die, wie ihr am Schwitzen seht, ordentlich gearbeitet hat und in der Lage war, einen Bergaufgalopp zu gehen, den wir so von ihr noch nicht täglich abrufen können.

Natürlich hatten wir auch bei dieser Trainingseinheit den Equisense Motion am Sattelgurt und das Handy hat die Einheit aufgezeichnet.

So können wir einerseits unsere Trainingseinheiten langfristig verfolgen und vergleichen, da diese ja ähnlich wie bei einem Trainingstagebuch, gespeichert werden, ich also auch noch Wochen später darauf zugreifen kann, mal was nachschauen und einzelne Trainingseinheiten miteinander vergleichen.

Hier können wir nachschauen, wir wir unser Training aufgebaut haben, wie lange wir insgesamt geritten sind, wie sich Ginny im Vergleich zu vorhergehenden Trainingseinheiten entwickelt hat und ob wir einigermaßen gleichmäßig auf beiden Händen gearbeitet haben.

Ich kann euch gerne mal einen eigenen Beitrag über die Funktionen des Motion schreiben.

Der Motion erkennt Sprünge ab einer Höhe von 70cm als Sprung an, deshalb hat er die Cavalettiarbeit zur Galopparbeit gezählt.

Der  Taktreinheitswert im Schritt und im Trab, der mit um die 7 schon echt top für Ginny ist und sie sich im Vergleich zu den letzten Trainingseinheiten auch schon um 0,3 Punkte gesteigert hat, zeigt uns, dass wir es uns nicht einbilden, dass sie im Moment auf einem guten Weg ist.

Im Galopp, der ja bei Ginny grundsätzlich schon schwierig ist, weil sie ja gerne mal hoppelt, liegt der Wert noch etwas niedriger.  Aber auch das ist ok. für uns, wir wissen ja, dass wir nicht “Klein-Totilas” unter dem Sattel haben, sondern Ginny Gibson und so ist es unsere Aufgabe durch gezieltes Training ihre eigenen Werte zu erhalten und zu verbessern.

Für Ginny war es eine abwechslungsreiche, relativ lange Trainingseinheit.

Aber, das ist für sie ok. da sie ja eine gewisse Zeit braucht, bis sie wirklich warm ist, dann aber der Blüter durchkommt und sie im Arbeitsmodus praktisch unermüdlich ist. Im Gegenteil, je länger,  desto  besser wird sie.

 

Nachdem sie abgeschwitzt hatte, bekam sie noch ihre tägliche Wellnessmassage von mir, damit die Muskulatur das Training optimal verarbeiten kann und ich einem Muskelkater entgegenwirken kann. So gearbeitet und gewellnesst und dann noch mit ihren Powerfutter versorgt, konnten wir eine zufriedene Ginny schlafen schicken und sind gespannt, wie ehrgeizig sie morgen wieder ist.

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