Für uns ging es diese Woche mit kleiner Besetzung nach Möglingen. Das ist mal total entspannt, weil es ums Eck ist und man mal keine ewig lange Anfahrt hat. Zudem ist es einfach ein familiäres Turnier, auf dem ich selbst schon reite seit ich denken kann. Es gehört einfach seit vielen Jahren fest in unseren Terminkalender. Diese Woche hatten wir keine Minis am Start. Wie ihr ja schon in Leonberg mitbekommen habt, sind wir durch den Weggang von Knisti und Paul noch in der Umsortierphase, manche hatten Schulveranstaltungen und manche fielen verletzungsbedingt noch aus. Diese Woche musste es also nochmal ohne die Minis gehen, die aber zuhause fleißig am trainieren sind, damit sie auch bald wieder los können. Am Samstag machten Celine und Vincens GG den Auftakt. Die beiden hatten sich ganz schön war vorgenommen. Erst mal ging es in die A-Dressur.
Vincens fand aber so manche Sachen außerhalb des Vierecks spannender, als das, was Celine da von ihm wollte und so haken wir den Start mal unter der Rubrik „Erfahrung gesammelt“ ab.
Wir hatten gar nicht lange Zeit die Dressur Revue passieren zu lassen da Vinnies nächster Start auf dem Springplatz schon anstand. Also ging es los, Stollen schrauben, umsatteln, Gamaschen dran, damit es gleich im E-Springen weiter gehen konnte.
Wenn uns das vor ein paar Jahren mal einer gesagt hätte, dass der Hupf-Vinnie auf dem Turnier mal so zu händeln sein wird, wie er jetzt ist, wir hätten ihn schallend ausgelacht. Aber es scheint, als ob er es nun tatsächlich mal probiert mit dem Erwachsen werden. Das muss er jetzt auch, schließlich ist er jetzt nicht mehr das „Baby“, das er ca. 8 Jahre lang war 😉 sondern seit dem Einzug von Aubin, der große Bruder.
Während Katja und Yvi sich um Vinnie kümmerten gingen Celine und ich schon mal Parcours ab. Für mich ist es ganz gut, wenn mal jemand heimlich Bilder macht, da sehe ich mich mal selbst und weiß, dass ich auch, wenn ich nicht auf dem Pferd sitze wieder an meiner Körperhaltung arbeiten muss. Ich gelobe Besserung.

Celine ritt eine gute Runde mit Vinnie, die mit 6,9 belohnt wurde. Vinnie ist im Parcours nicht so ganz einfach zu reiten, da er sehr (Boden)guckig ist und es seinem Reiter damit nicht immer einfach macht. Da ist 100% Konzentration gefragt. Leider hatten die Beiden 1 Stange und so blieb von der Note eine 6,4 übrig, was dann nicht mehr in die Platzierung reichte.

Und jetzt, da Vinnie sowieso schon mal warm war durfte er gleich noch eine Runde im Geländereiterwettbewerb laufen, den er auf dem 6. Platz beendete.
Damit war dann aber auch Feierabend und Vinnie durfte nach Hause fahren.
Der erste Tag war damit auch für uns schon beendet und wir genossen den Nachmittag mit unseren Pferden auf der Koppel, da diese heute keinen Start hatten.

Dafür ging es am nächsten Morgen mit Ginny los. Unsere Prüfung begann um 10.45 Uhr, wir waren 14.Starter. Das ist irgendwie perfekt. Man muss nicht mitten in der Nacht aufstehen und ist trotzdem schon wieder daheim, bevor er zu heiß wird und kann danach noch die anderen Pferde bewegen.
Wir waren früh genug da, so dass wir noch 8 andere Paare anschauen konnten. Hmmm, da waren die Noten aber schon ganz schön knickerig am Sonntag morgen. Versteht mich nicht falsch, es ist völlig ok, dass Dressurreiten Ansichtssache ist, aber ich finde immer, wir haben eine Notenskala von 0-10 und ich mag es ganz gerne, wenn man motivierende Noten gibt. Wenn dann am Ende die Rangierung stimmt, ist es doch schöner, die Prüfung mit einer 7 oder gar einer 8 zu gewinnen, als mit einer 6 davor. Schließlich ist eine 6 einfach nur befriedigend. Eine 7 wäre ziemlich gut, und ziemlich gut sollte man ja eigentlich schon reiten, um als Sieger oder Platzierter vom Platz zu gehen.

Aber heute war wohl keiner gut genug für eine Note im „ziemlich guten“ Bereich. Auch wir nicht. Ginny ging meiner Ansicht nach eine schöne Prüfung. Endlich haben wir es mal geschafft den Galopp soweit zu setzen, dass unsere einfachen Wechsel nicht mehr ruckelig waren, das war bisher eine unserer größeren Baustellen. Ich durfte sie einfach noch nie so anpacken, dass die Übergänge gut waren. Heute durfte ich das. Ginny lief eine saubere Prüfung ohne Patzer, ignorierte die Fußgänger und Radfahrer, die manch ein Pferd aus dem Konzept brachten und war voll bei mir. Es gab nicht den allerkleinsten Hauch einer Eskalationsgefahr und das ist für mich momentan das Wichtigste. Erst, wenn wir soweit sind, dass wir auch im Viereck die Nerven behalten, kann ich mehr Risiko reiten und damit mehr Versammlung fordern.

Genug geredet, ich war zufrieden mit Ginny. Sie hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Als die Note kam musste ich zwar kurz schlucken, aber was solls. Das war heute eine 5,6. Naja, ist halt so. Ich habe Ginny ausgeflochten und auf den Hänger gestellt. Dann schaute ich in die Live-Ergebnisse und sah, dass ich nach 16 Reitern noch 4. war. Oha, 8 wurden platziert da mussten wir ja noch bleiben.

Wenn ich mir jetzt die Bilder so ansehe, dann finde ich schon, dass Ginny sich in letzter Zeit nochmal schön entwickelt hat. Sie hat nochmal mehr Muskulatur bekommen, wirkt athletischer, die Oberhalslinie wird aufrechter und sie scheint insgesamt selbstbewusster zu sein. Das freut mich sehr, vor allem, weil man sieht, dass wir doch auf einem guten Weg sind.
Am Ende waren wir mit unserer Note noch als 8. platziert. Das meinte ich vorher. Kann es wirklich sein, dass von 9 platzierten 5 Reiter nicht mal das Urteil „befriedigend“ erreicht haben? Das wäre für uns Reiter echt ein Armutszeugnis und wir müssen nicht wirklich stolz auf diese Schleife sein. Naja, egal, ich war mit Ginny zufrieden, sie hat ja für die gefühlt gleiche Leistung auch schon deutlich bessere Noten bekommen.
Abhaken, nach Hause fahren, Feierabend.

Für mich, aber nicht für meine Team Kaupp Reiter, die schon ohne mich aufs Turnier losziehen.
Am Mittag waren nämlich noch Vincens und Yvi dran. Die beiden ritten die L-Kandare.

Mit einer 6,3 sicherten sie sich den 4.Platz. Vinnie hat wieder gezeigt, dass er auf allen Plätzen klar kommt. Eine Schleife auf dem Dressurplatz, eine Schleife und eine R1 auf dem Springplatz, auch damit können wir zufrieden sein.

Und dann war auch noch Lotte unterwegs. Sie hat sich ja dieses Jahr für die Teilnahme am Landesjugendcup entschieden. Dafür ist sie auf Turnieren in ganz Baden-Württemberg unterwegs. Heute führte der Weg nach Dettingen. Dieser Cup wird immer in L-Stilspringen mit Stechen ausgetragen und am Ende zählen die 4 besten Platzierungen aus der Saison. Mit guten, beständigen Ergebnissen liegt sie hier noch auf den vorderen Plätzen, auch, wenn die Luft nach oben sehr dünn ist, weil diese langen Anfahrtswege eben auch nur die Reiter in Kauf nehmen, die das auch gut können.
Trotzdem , wenn Lotte so beständig weiter reitet, hat sie gute Chancen beim Finale in Pforzheim an den Start gehen zu dürfen.

Heute schlitterte sie mit einer 7,4 und einer Nullrunde im Umlauf knapp am Stechen und an der Platzierung vorbei, aber das gibt als 5. trotzdem noch Punkte, die am Ende sehr wichtig sein können.
Wir drücken auf jeden Fall weiter die Daumen für die nächsten Qualiprüfungen.

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