Wir sind ganz schön viel unterwegs dieses Jahr

Und letzte Woche führte uns der Weg nach Mecklenburg-Vorpommern

Über die bekannte Plattform Riders Deal, auf der auch wir schon einige gute Deals an Land gezogen haben, waren wir eingeladen mit einigen anderen Bloggern zusammen einen Imagefilm zu drehen.

Als die Mail ins Haus geflattert kamen, dachten wir zuerst: “Wir? Um Gottes Willen, wir haben doch gar keine Kameraerfahrung”, also ich jedenfalls nicht, und zu den Top-Models zähle ich mich ja nun auch  nicht.  Aber egal, wir dachten, das wissen die schon auch, die kennen uns ja  und wenn sie uns nicht so wöllten, wie wir sind, hätten sie uns ja nicht gefragt.

Also sagten wir zu und dachten nicht weiter drüber nach.

Die Zeit verging und dann rückte es immer näher. Während wir  in Aachen waren durften wir noch ein Gewinnspiel starten, bei dem wir jeweils noch einen Follower auslosten, der eine Statistenrolle beim Dreh bekommen sollte.

Gesagt, getan. Die Statisten waren ausgelost und für uns begann die Planung.

Ich habe wie immer mal wieder alles vor mir hergeschoben und so auf den letzten Drücker habe ich natürlich keine passende Bahn, – oder Flugverbindung mehr gefunden.

Inzwischen war nämlich selbst mir aufgefallen, dass Redefin ja nicht gerade ums Eck war, sondern ganze 750km entfernt.

Aber gut, was solls, wir haben ja ein bequemes Auto, sind zwei Fahrer und so konnten wir wenigstens unser komplettes Gepäck mitnehmen ohne nachdenken zu müssen.

Vor allem Ninas Proviantpaket und unsere Helme und Stiefel nehmen ja schon viel Platz weg.

Am Ende war das eine gute Entscheidung.

Wir wussten zwar, dass wir die neue Kollektion der Eigenmarke vorstellen sollten, aber wir wussten die Farben nicht. Und so war es dann gut, dass wir alle Helme dabei hatten. Ich glaube im Flieger hätte Nina nicht den braunen dabeigehabt, der am Ende aber das Outfit perfekt gemacht hat.

Und so saßen wir also am Dienstag  morgen im Auto

Das Navi zeigte 750km und rund 7 Stunden Fahrt an

Na dann mal los. Noch schnell Reiseproviant besorgt, den Tank voll gemacht und ab auf die Straße. Und das lief wie geschmiert. Die ersten 500km waren easy. In viereinhalb Stunden mit zwei kurzen Pausen waren wir top in der Zeit. Wir sollten um 17 Uhr da sein und das Navy zeigte an, dass wir um 15 Uhr schon da sein werden. Genug Pufferzone also. Sollte man meinen.

Aber eben nur solange, bis die ersten Warnblinker vor dir auftauchen, du immer langsamer wirst, bis du letztendlich stehst. Und zwar komplett. Als die ersten aus den Autos vor uns ausgestiegen sind, die Feuerwehr sich ihren Weg durch die Rettungsgasse gebahnt hatte und die ersten Kinder auf der Autobahn spielten, war uns klar: ” Das wird was längeres.”

Gut, dass wir wenigstens Netz hatten und so vertrieben wir uns die Zeit mit Instagram, wie auch sonst. Ich habe doch tatsächlich zum ersten Mal die neue Funktion des Fragen stellens ausprobiert und mit dem beantworten dieser gingen die eineinhalb Stunden Stillstand dann auch schnell vorbei und es ging weiter.

Aber irgendwie nicht mehr so richtig. Der Rest, eigentlich ja nur 250km, war echt zäh. Durch Stau, Baustellen und wieder Stau brauchten wir doch tatsächlich für die letzten 250km viereinhalb Stunden und kamen dann über eine Stunde zu spät in Redefin an. Aber zum Glück waren wir nicht alleine. Den meisten anderen erging es nicht besser.

Als wir ankamen, war das Filmteam rund um Juliane schon voll in Action.

So gab es eine kurze Begrüßung und schon wurden die ersten Szenen gedreht.

Juliane, die glaube ich genau wusste, wie wir uns fühlen, hat uns immer super eingewiesen, man konnte praktisch gar nichts falsch machen.  Wir sollten auch gar nichts stellen, sondern einfach so sein, wie wir sind. Das machte es natürlich einfach und schnell war die Anfangsnervositität verfolgen und wir waren mittendrin.

In einem Filmdreh — Verrückt–

Ganz kurz gingen mir noch ein paar Sachen durch den Kopf, die man daheim so zu hören bekommt. ” Die Kaupps denken jetzt wohl, sie wären fame, nur weil sie ein bisschen Insta machen” und solchen Sachen, die man so hintenrum hört.

Nein, die Kaupps denken nicht, sie wären fame, wir  machen nur was uns Spaß macht und das machen wir gerne und mit Leidenschaft. Davon “Fame” zu sein, sind wir weit entfernt, aber egal, wer uns wirklich kennt, der weiß das, von dem her: “Alles gut”

Hier war das alles völlig normal. Hier waren lauter solche wie wir. Und die waren alle nicht “Fame” oder arrogant, oder sonstwas, das waren alles Reiter wie du und ich, die einerseits Spaß an ihrem Sport, aber eben auch Spaß an dem drumrum haben und genau deshalb waren wir eine tolle Truppe, die sich im Laufe der zwei Tage immer besser kennen und schätzen lernte.

Die Begrüßungsszene war schnell im Kasten und für uns ging es umziehen. Riders Deal hatte uns ein Outfit zusammengestellt. Für mich war Team Colour Dressur angesagt. Ich muss mich noch ein bisschen daran gewöhnen zu den Dressurreitern zu zählen und so antwortete ich, als ich bei der Pferdeverteilung nach meinen Vorlieben und Vorkentnissen gefragt wurde: ” Ich brauche einen braven. Ich darf nicht runterfallen.”

Gesagt, getan und schon fand ich mich neben dem 12-jährigen Springschimmel Cerousi wieder, der immerhin schon einige S-Platzierungen auf dem Konto hatte und laut dem Bereiter sogar schon im Hamburger Derby ging. Ein Blick aufs Boxenschild verriet mir, dass Calles Papa Calido I Cerousis Opa ist und ich war beruhigt. So einer wie Calle, da konnte ja nichts schiefgehen. Und wenn es doch komisch werden sollte, habe ich ja inzwischen genug Übung einfach abzusteigen, wenn es brenzelig wird. Da bin ich inzwischen völlig schmerzfrei. Ich bringe mich nicht mehr um. Wenns mir nicht gefällt, steige ich ab.

Dazu gab es aber keinen Grund. Cerousi war toll. Der Pferdewirt Marvin gab uns einige gute Tips mit auf den Weg und so war es ein Kinderspiel die Redefiner Schulpferde die durch die Bank toll geritten waren zu reiten.

Witzigerweise, stammt Cerousi zwar ab wie Calle, war aber zu reiten wie Ginny. Ganz fein in der Hand, man musste ihn immer gut vor dem Schenkel haben, sonst wurde er zu eng. Also Ginny in weiß. Coole Sache. Ist doch  meine Ginny sowieso das Pferd, auf dem ich mich reiterlich am wohlsten fühle und dann kommt dieser Charmeur hier ums Eck.

Eigentlich sollte dieses Reiten nur dazu dienen zu schauen, ob wir mit den Pferden klar kommen und eventuell noch mal zu tauschen, aber ich glaube, es gab nicht einen Wechsel. Jedes der Pferde war auf seine Art toll und keinem stand der Sinn danach zu wechseln uns so hatten wir unsere Partner für den Drehtag morgen gefunden.

 

Auch Nina wurde ins Team Colour gesteckt, allerdings bei den Springern.

Sie bekam kein Schulpferd, sondern das einzige Verkaufspferd, das bei uns mitlief, den 5-jährigen Cerstenberg.

Das war vielleicht mal ein Schnuffelchen. Der hätte echt gut in unser Team gepasst, aber ein vierter geht halt echt nicht. Aber gejuckt hat es uns schon. Dieser kleine, naja, so klein war er gar nicht, aber junge Wallach machte echt alles richtig.

Nichtmal als die Drohne neben ihm auf dem großen Sandplatz startete, um Aufnahmen aus der Luft zu machen, zuckte er mit dem Ohr. Er war nur fokussiert auf Nina und die Sprünge. Das zeugt dann wohl von der reellen Ausbildung, die hier in Redefin gemacht wird, sonst könnte man nicht einfach auf so einen Jungspund draufsitzen und losreiten.

Ich brauche euch nicht erzählen, dass Nina ihn am liebsten gleich eingepackt hätte.

Und damit war unser erster Tag auch beendet. Nach einem gemeinsamen Abendessen, bei dem wir uns alle noch ein bisschen kennenlernen konnten, fielen wir mausetot ins Bett.

Am nächsten Tag begannen wir um 8 mit einem gemeinsamen Frühstück. Obwohl wir die meisten vorher noch nicht kannten und auch das Team von Riders Deal  vorher nicht persönlich kannten, war das alles irgendwie total normal. Als würde man sich schon ewig kennen. Und so stapften wir dann nach dem Frühstück auch schon los. Jedes Team hatte seine Aufgaben.

Meine, mit dem Team Dressur Colour, hieß reiten. Cerousi wartete schon.

Während das Riders Deal Team in der tollen Kulisse schonmal das Zubehör shootete, sattelten wir die Pferde und gingen in Richtung Dressurviereck.

Wir ritten in einer Vierer-Gruppe während die anderen dabei saßen, fotografierten, Juliane und ihr Team ihre ersten Aufnahmen machten und wir einfach Spaß dran hatten, die Pferde in dieser Umgebung zu arbeiten.

Klar sind wir das von zuhause nicht gewöhnt, dass plötzlich das Kamerateam neben dir herläuft,  um Nahaufnahmen zu machen, aber wir waren alle schnell drin in unserer neuen Aufgabe und was soll ich sagen. ” Das hat richtig Spaß gemacht.”

Nachdem unsere Pferde im Stall waren konnten wir noch kurz beim Team Colour Springen vorbeischauen und ich fand eine grinsende Nina auf Cerstenberg vor. Die hatten definitiv auch Spaß auf dem Springplatz hier.

Damit war unser Einsatz auf dem Pferd auch schon beendet. Mittags lernten wir dann unsere Wildcard-Gewinner kennen, die inzwischen auch zahlreich eingetroffen waren und schon voll in den Dreh mit eingebunden waren. Auch sie schienen sichtlich Spaß zu haben und auch wenn sie sich vorher nicht kannten, begegneten uns lauter lachende, entspannt Grüppchen, die alle irgendwo eine Aufgabe hatten.

Ein Shooting hier, eine Szene da, überall auf dem Gestütsgelände verteilt war Action.

Nach der Mittagspause schauten wir den Teams Classic Dressur und Springen noch beim Reiten zu und wurden zu Statisten im Dreh. Unsere Pferde in neuer Montur von unten zu sehen, war auch spannend. Cerousi und Laura waren genauso schnell ein Team, wie er und ich vorher und so machte es Spaß, den anderen beim Reiten zuzuschauen.

Nach den Szenen mit den Pferden stand noch ganz viel drumrum auf dem Plan. Aber ich habe jetzt schon wieder genug erzählt. Lasst euch überraschen, wenn im Herbst der fertige Film online geht. Ich habe keine Ahnung, wie wir uns geschlagen haben, vielleicht werden auch alle Szenen mit uns rausgeschnitten, aber ich bin auf jeden Fall gespannt wie ein Flitzebogen, was Juliane da aus dem zaubert was wir drei Tage lang erleben durften.

Zum Glück gestaltete sich unser Heimweg nicht ganz so staureich wie der Hinweg und wir waren beladen mit unseren Eindrücken nach gut 7 Stunden wieder zuhause und freuten uns schon auf unsere eigenen Pferde.

Das war mal wieder eine tolle Erfahrung und man sieht mal wieder, dass man auch mit Ü40, praktisch als  Insta-Oma noch mit dabein sein darf und dass man jede Erfahrung, die einem das Leben bietet annehmen und genießen soll.

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