Zum Ende der Saison geht es für uns nochmal los.

mit kleinem Gepäck ( Pferdemäßig) machten  wir uns auf den Weg nach Ditzingen.

Hätten wir uns vorher drauf verlassen, dass die Zeiteinteilungen so passen, wie sie in  der Ausschreibung standen, dann hätten wir sicher mit allen beide  Turniere dieses Wochenendes gemeldet, aber so hatten wir uns eigentlich für Waldenbuch entschieden.

Letzte Woche fiel  mir dann aber auf, dass wir Samtags dort gar nichts haben und haben Ditzingen nachgemeldet. Danke hier an die Meldestelle für die kurzfristige Annahme unserer Nennungen.

 

Den Turnierauftakt machten Toni und Chica de la Luna

gerade erst mal eine Woche aus dem vierwöchigen Sommerurlaub zurück, war Toni nun auch noch ein bisschen angeschlagen, aber auf eines der letzten Turniere des Jahres, will man ja trotzdem.

Deshalb sammelte Toni alle Kräfte und wir mussten schauen, dass wir gut mit der Kondition haushalten. Chica ist ein kleiner Diesel, sie braucht relativ lange, bis sie auf Betriebstemperatur ist und eigentlich auch erstmal richtig Galopp auf einem großen Platz. Das geht natürlich in einer vollen Halle nicht und wir machten das Beste aus unseren Möglichkeiten.

Toni joggte locker warm mit ihr, immer möglichst easy und stellte sie kurz vor der Prüfung zusammen.

Das funktionierte auch gut so.

Chica lief eine ordentliche Runde, die  noch etwas frischer hätte sein können, aber im Grunde waren wir zufrieden.

Die Richter auch, und vergaben eine 7,2 das war am Ende der 7. Platz im großen Starterfeld.

Und dann wurde es spannend für mich

vor ungefähr zwei Wochen kam mir das erste Mal die Idee, Jule auf Ginny zu setzen.

Natürlich hatte ich keine Ahnung, ob das funktionieren würde, man kennt einerseits Ginny und ihre Eigenheiten, weiß aber andererseits, dass sie eben das rittigste Pferd ist, das ich je unter dem Sattel hatte.

Ein Versuch war es wert.

Jule hat sie zuhause nun 4 x geritten, einmal in der Gruppenreitstunde, in der wir probieren konnten, was sie in der Abteilung macht.

Das war alles unproblematisch bis Gänsehautschön.

Und so probierten wir es einfach aus. Jule hatte ihre Instruktionen, wie sie im Falle eines Problems zu reagieren hat, und war wahrscheinlich die Coolste von uns allen.

Die erste Viertelstunde in der Abreitehalle, die wir in typischer Ginny-Esel-Loseier- Manier hinter uns brachten und einige verwunderte Blicke ernteten, war amüsant.

Aber wir wissen ja wie sie ist. Man muss sie am Anfang einfach in Ruhe lassen. Die kommt dann schon. Und so war es auch.

Die beiden ritten eine schöne Prüfung.

Beide waren hochkonzentriert, und Runde für Runde wurden alle ruhiger. Alle außer Jule, die war von Anfang an entspannt und strahlt bis über beide Backen.

Unser Puls ging nach dem Abteilungstrab dann nochmal in die Höhe, weil wir nicht wussten, wie das mit dem Galopp gehen wird. Aber wir waren ganz umsonst aufgeregt. Ginny marschierte wie ein alter Hase, galoppierte an, parierte wieder durch, galoppierte  neu an, alles ohne zu zicken. Puh, mir fiel ein riesen Stein vom Herzen.

Jule hat super schöne Hufschlagfiguren geritten und insgesamt sah das einfach rund aus. Die beiden passen aber auch größenmäßig toll zusammen.

 

 

Nach dem letzten Abteilungstrab, den ich nun aber völlig entspannt genießen konnte, war das Warten auf die Siegerehrung angesagt. Stillstehen, ja, das kann Ginny gut, da machte ich  mir keine Sorgen.

Und dann war es soweit.

Die Schleifenmädchen kamen mit den schönen Ditzinger Schleifen und es wurde ruhig.

Wer würde als erstes aufgerufen werden? Die Spannung ist ja im Reiterwettbewerb immer am größten weil man hier eben sein Ergebnis noch nicht kennt. Und am Ende reiten die ja alle gut. So war das auch heute. Eine gute Abteilung stand hier vor uns. Jeder für sich hatte seine Aufgabe toll gemacht, die Aufgabe der Richter war es, das jetzt zu sortieren.

Nach einem kurzen Aufbau des Spannungsbogens ging es los.

Und als Sieger wurde die 224 aufgerufen. Ein kurzer Blick auf die Startnummer, das waren ja wir.

Obwohl Jule das echt toll gemacht hat, hatten wir damit nicht gerechnet, und freuten uns umso mehr. Mit einer 7,5 als Wertnote durften sie sich das gelbe Schleifchen und das liebevoll gestaltete Geschenk des Sponsors abholen und führten die Siegerehrung an.

Mann, mann, mann, ihr beide Mäuse, das habt ihr so gut gemacht.

Ich war echt stolz auf die Beiden und freue mich wahnsinnig für Jule die seit dem ersten Ausfall von Paul im letzten Sommer kein Auswärtsturnier mehr reiten konnte und immer zuschauen musste, wenn die anderen loszogen.

 

 

Für Ginny gab es dann eine kurze Mittagspause im Hänger und dann ging es los in die L-Dressur.

Das kennt sie ja gar nicht. Zwei Prüfungen an einem Tag, aber ich dachte, Jule hat sie mir ja schon locker geritten, das geht schon.

Ich ritt nicht mehr viel ab. Ginny ist in der letzten Woche irgendwie explodiert und hat ein Fell wie ein Plüschbär. Das Wetter hatte es es gut mit uns gemeint und verwöhnte uns mit tollen Temperaturen.

Aber Ginny konnte halt ihre Winterjacke  nicht einfach ausziehen.

Dementsprechend müde war sie jetzt und ich musste viel mit dem Bein ran, um noch ein bisschen Ausdruck zu haben.

Im Großen und Ganzen war die Aufgabe bis auf einen dicken Patzer in der Galopptour nicht so ganz schlecht.  Aber ich hatte kein gutes Gefühl. Wir waren nicht so locker unterwegs, wie ich das gerne hätte, ich musste viel drücken, dadurch ging teilweise der Rhytmus im Takt verloren, weil Ginny immer von ihrer Leichtigkeit lebt.

Die hatte wir heute nicht und so habe ich das zwar fertig geritten, dann aber auf die Wertnote verzichtet.

Das wäre wohl eine mittlere 5 geworden, da war es mir irgendwie nicht danach.

Kaum auf dem Hänger wieder angekommen musste Ginny auch noch pinkeln und da war mir dann klar, warum sie so klemmig war, das würde uns ja auch nicht anders gehen.

Alles gut also, für uns hat es heute nicht gepasst.

 

Nach einer Nacht ausschlafen wird das neue Team Jule und Ginny morgen gleich nochmal einen Reiterwettbewerb reiten, mal sehen, ob das nochmal so schön geht, oder ob Ginny Flausen im Kopf hat.

Man weiß es nie.

Auch, wenn es einmal klappt, kann das am nächsten Tag schon wieder ganz anders aussehen.

Neues Spiel, neues Glück.

Wir freuen uns auf das heutige Turnier in Waldenbuch und werden euch dann berichten, wie es war.

Bis dann……

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