Wir sind Mama Catherine  mit Jule

Jule kennt ihr bisher als die Reitbeteiligung von Paul

den beiden gehört Linghs Lovely Linn, die ihr schon öfters hier gesehen habt

Aber da wir Silke schon gefühlte Ewigkeiten kennen, müssen wir ein ganzes Stück ausholen

Unsere Zusammenarbeit begann schon im Jahr 2008, damals noch mit meinem Trakehnerwallach Bastien

In dem Jahr habe ich den Tipp bekommen, dass Silke als “mobile Bereiterin” auch in andere Ställe fährt, und da Basti damals noch in einem anderen Stall stand, war das meine Lösung.

Anfangs kam Silke nur einmal in der Woche zu uns, um uns wieder in die Spur zu bringen.

Basti und ich waren zu dem Zeitpunkt eigentlich auf gutem L-Niveau unterwegs, aber hatten uns irgendwie festgefahren. Es lief nicht rund und ich wusste nicht so recht, wie ich aus dieser Sackgasse herausfinden sollte.

Obwohl Basti damals schon 12 Jahre alt war und eigentlich alles konnte, was für eine L-Dressur notwendig war, schraubte Silke uns einmal komplett runter.
Wir arbeiteten sicherlich ein halbes Jahr lang nur an der Basis, d.h. Basti musste wieder lernen aus seiner falschen Aufrichtung ins Vorwärts-Abwärts zu finden, dabei den Rücken zu öffnen und mit dem Hinterbein zu arbeiten.
Ein neuer Sattel und eine Osteopatin, die regelmäßig draufschaute taten das ihre dazu und so konnten wir nach einer langen Durststrecke doch wieder ein paar Schleifen in L-Dressuren erreiten.

Diesen Stand konnten wir dann sicher halten bis Basti mit 20 Jahren und kerngesund in seine verdiente Rente gehen durfte.

 

Als dann Jules kleiner Bruder unterwegs war zog Basti für eine Zeit ganz  zu Silke um und irgendwie bin ich da dann hängengeblieben. Mit zwei kleinen Kindern war es  einfacher in einem Stall mit Halle zu stehen und jemand im Hintergrund zu haben, der ihn auch mal reiten konnte, wenn mit den Kindern alles drunter und drüber ging.

So wuchsen wir zu einem Team zusammen, bis Silke nach Leonberg wechselte. Wir merkten schnell, dass es nicht funktionieren wird in zwei verschiedenen Ställen zu sein und so zog Basti nach Leonberg nach, obwohl das für mich nochmal eine längere Strecke durch den Stuttgarter Verkehr bedeutete.

Aber Basti war kein Kinderpony. Die kleine Jule wurde aber größer und wollte auch reiten. Nach den Anfängen in der Leonberger Ponygruppe wurde sie Pauls Reitbeteiligung.

Die ersten 1,5 Jahre war Mama Catherine gefragt. Paul hatte es nämlich nicht so damit, langsam zu laufen und Jule war ja schon noch ganz schön klein.

So führte Catherine ihn tapfer jeden Donnerstag eine Stunde am Strick mit Jule im Schritt, Trab und Galopp. Nach und nach gab es schon kurze Phasen in denen Jule ihn alleine reiten konnte, und so bekamen die beiden immer mehr Sicherheit.

Über die Zeit arbeiteten sie sich von der Führzügelklasse über die Führzügel Cross Country bis zum Sieg im Reiterwettbewerb hoch.

Die beiden hatten eine tolle Zeit miteinander  und das was Jule von Paul gelernt hat, das Vertrauen in ein Pferd, aber auch das komplette drumrum mit Pflegen, Koppel, Misten, Versorgen,

für ihn da zu sein, wenn er krank ist und man nicht reiten kann, diese Erfahrung kann ihr keiner  mehr nehmen.

Für Jule kam Pauls Rente ein bis zwei Jahre zu früh, sie hätte noch so viel von ihm lernen können, aber das hat nicht sollen sein.

2016 , als Basti in Rente ging suchten wir ein Nachwuchspferd

Catherine machte sich auf den Weg zum Birkhof und verguckte sich dort in die dunkelbraune Stute Linn. Ein Hänfling von einem Pferd mit endlos langen Beinen und schon damals als Spätentwickler bezeichnet.

Die 4-jährige Linn brauchte tatsächlich ihre Zeit, um zu wachsen, sich zu entwickeln und zu reifen, wobei ihre Einstellung und ihre Zuverlässigkeit immer gegeben waren.

Nur den Knoten in den Beinen, den haben wir nicht so einfach entfernen können und aus der Erfahrung mit Basti war Catherine klug genug nichts zu überstürzen und Linn die Zeit zu geben, die sie brauchte und so wurde sie nochmal ein halbes Jahr auf die Koppel gestellt.

 

Das war rückblickend gesehen das Beste,was man machen konnte, wenn auch die Entscheidung in dem Moment nicht so einfach war

Nach der Auszeit und dem erneuten Antrainieren auf dem Birkhof kam eine gereifte Linn zurück, die sich von Woche zu Woche weiterentwickelt, nun aber auch die körperliche Möglichkeit hat, diese Entwicklung zu schaffen.

Linn entwickelt sich seit dem Frühjahr zu dem Pferd, das sich Catherine immer gewünscht hat, nämlich ein toller Familienallrounder.

Mit Catherine auf jedem Platz zuverlässig zuhause, sei es der Dressurplatz mit viel Trubel, der Springplatz oder auch das Stoppelfeld, aus Linn ist ein richtiges Verlasspferd geworden.

 

Am Sortieren der Beine arbeiten wir immer noch, das Prädikat Spätentwickler wird uns auch noch eine ganze Weile begleiten.

Aus diesem Grund war Linn bisher auch noch auf keinem Turnier, weil wir ihr die Zeit geben wollen und werden, die sie braucht und wenn sie auch mit 20 Jahren noch bei uns sein sollte, so wie Basti es war, dann ist noch genug Zeit Turniere zu reiten.

Aber dafür macht sie jetzt schon zuhause eine super Job.

Ohne Bedenken kann Jule sie selbst auf dem großen Springplatz reiten, und Catherine geht regelmäßig das Herz auf, wenn sie die Beiden miteinander sieht.

Das ist mal wieder ein tolles Beispiel dafür, dass sich das Reiterleben nicht nur um Turniererfolge dreht, sondern man einfach das macht, was momentan geht und sich an dem freuen kann, was man hat.

Das wird einem besonders bewusst, wenn man einen etwas holperigen Start hatte und dadurch für jeden noch so kleine Erfolg bewusst wahrnimmt und sich an dem Pferd freut.

Sollte es im nächsten Jahr soweit sein, dass Linn mit aufs Turnier geht, vielleicht sogar mit Jule, dann freuen wir uns auch darüber, das ist aber nicht die Grundvoraussetzung für ein tolles Miteinander mit unserem Pferd.

 

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