Dieses Wochenende waren wir auf zwei Turnieren unterwegs.

Freitags ging es mit Ginny und Calle nach Weinsberg.

Freitags in diese Richtung zu fahren ist eigentlich Harakiri, aber wir hatten vorher genug Zeit eingeplant, die wir auch dringend brauchten, da wir uns gleich mal in den 25km Stau zwischen Leonberg und Mundelsheim stellten. Bei einer Fahrt von 50km sind 25 km Stau im Stuttgarter Verkehr schon echt heftig. Aber als Stuttgarter weiß man das und plant großzügig. Das hat uns also noch nicht in Stress gebracht, es war halt nur nervig, aber momentan sind wir ja nichts anderes gewöhnt als Stau. Morgens, mittags und abends.

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Als wir dann ankamen waren wir immer noch entspannt. Wir sattelten gemütlich Ginny und ich ritt gemächlich zur Dressur rüber. Das Parken war ein bisschen schwierig, ich wusste nicht, dass es noch einen anderen Parkplatz gegeben hätte und so teilten wir uns mit vielen Freibadbesuchern, den Freibadparkplatz. Solange man zu zweit ist, ist das kein Problem. Einer hält das Pferd, weicht aus, wenn Autos kommen, der andere holt das  Zeug und sattelt.

Aber dann wurde es doch noch schwierig. Eigentlich sollten Dressur und Springen eine gute Stunde auseinander sein. Als 4.Starter in der Dressur sollte ich genau rechtzeitig zurück sein, um Ginny zu verladen und Calle zu satteln. Aber die Dressur hatte Verspätung. Und dann war ich plötzlich 5. Starter statt 4. und schon wurde es knapp. Ich bekam von alledem nichts mit, aber als ich am Hänger ankam war Nina im Vollstress.

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Calle war heute, sagen wir mal freundlich, etwas ungehalten. Ehrlich ausgedrückt, war er ein richtig kleines oder großes Aas. Ja, das kann der kleine Kuschel-Calle auch mal sein. Und dann ist er nicht mehr klein und kuschelig, nein, dann ist es ein ausgewachsener 175 großer 650kg Koloss, der randaliert. Den bändigt man dann auch nicht so einfach. Warum er heute so verrückt wurde, als Ginny ging, weiß keiner, aber heute musste er einfach mal wieder zeigen, dass er ein großer starker Kerl mit großem Liebeskummer ist.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Nina, als ich gemütlich meine Kringel im Sandkasten geritten bin, versucht hat diesen Eumel aus dem Hänger zu laden, die Stollen zu drehen, zu satteln, gleichzeitig den ständig vorbeifahrenden Autos auszuweichen und gleichzeitig zu wissen, dass sie total im Zeitverzug ist.

Damit ist klar, dass es dieses Management nicht mehr geben wird. Das müssen wir besser machen. Entweder brauchen wir jemand zum helfen, oder die Beiden können nicht mehr gleichzeitig gehen.

Naja, es war wie es ist, Nina ist durchgestartet zum Springplatz, ich habe Ginny verladen, was zum Glück problemlos alleine geht und bin hinterhergespurtet. Für die Kamera hatte ich keine Zeit mehr, deshalb gibt es auch keine Bilder.

Als ich drüben angehechelt kam, hatte Nina noch drei Starter vor sich, den Parcours nur von weitem gesehen, aber das war jetzt nicht mehr zu ändern. Schnell abspringen und rein.
Eigentlich wollte sie sich den Parcours dann nochmal beim vorhergehenden Reiter anschauen, aber der ritt nur bis Sprung 5. Das war natürlich nicht der Plan. Nina musste kurz raten, welches ihre Sprünge sein könnten und ritt los.
Zum Glück war das Springen wenigstens  nicht schwer gebaut, trotzdem passte ihr eine Distanz nicht, weil sie ja nicht abgegangen war,   und so fiel eine Stange. Damit waren die Beiden dann aber trotzdem noch 7. und wir konnten langsam wieder durchatmen.

Jetzt hatten wir ganz lange Zeit. Die Dressur zog sich ewig. Bis 33 Starter durch die L durch sind, das dauert. Aber ich lag mit Ginny mit 7,1 noch gut und so mussten wir bleiben. Und bleiben und bleiben und bleiben.

Aber so konnte wir wenigstens wieder runterkommen. Der Stress fiel beim Dressur schauen ab, als wäre nie etwas gewesen. Die Pferde waren wieder glücklich vereint, Calle zufrieden, dass Ginny wieder da war und sie mümmelten zufrieden ihr Heu und ließen sich von den Freibadkindern streicheln.

Für Ginny und mich reichte es am Ende noch zur weißen Schleife, nach einer schönen Runde, die mit einer 7,1 und einem sehr freundlichen, postitiven Protokoll belohnt wurde.  Der Schlusssatz war heute folgender: ” Eine ansprechende und mit Übersicht gerittene Aufgabe, das Zusammenspiel der Hilfen war geschmeidig.” Das kann man doch lesen. Und natürlich habe ich mich darüber gefreut, dass Ginny sich heute im Viereck toll reiten ließ, keine Anstalten machte zu eskalieren, obwohl sie ja die letzten vier Wochen eigentlich gar nicht geritten wurde. Aber das ist halt Ginny. Was sie kann, kann sie, wenn sie will, dann macht sie es und wenn ihr was nicht passt, dann macht sie eben nichts.

Für Ginny war das jetzt aber gerade erstmal wieder das letzte Turnier, sie hat jetzt glaube ich 4 Wochen Pause, weil es irgendwie nichts gab, was zu ihr und dem Plan mit Calle gepasst hätte. Naja, macht ja nix, Ginny findet Pause ja anscheinend auch gut.

Um halb zehn abends kamen wir dann endlich im Stall an, und wunderten uns sehr, dass zuhause Land unter war. Bei uns, 50km entfernt war strahlender Sonnenschein, es gab keinen Regentropfen während anscheinend in dieser Zeit in Leonberg die Welt unterging.

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Für Calle ging es am nächsten Morgen nochmal los. Diesmal alleine. In Nordstetten-Horb hatten wir ein M-Springen gemeldet. Wir selbst waren da noch nie, aber ich hatte schon Videos von dort gesehen und dachte, das sieht gut aus, da fahren wir mal hin.

Und die Entscheidung war goldrichtig. Das ist definitiv ein Turnier, dass auf meiner Favoritenliste stehen wird. Der Anfahrtsweg war überschaubar, viel Autobahn, wenig Gegurke über Land, das mag ich ganz gerne zum Fahren.

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Die Parkplätze waren großzügig und in kurzer Entfernung zur Reitanlage. Das Abreiten fand in einer großen Halle mit Top Boden statt, ebenso top war der Sandboden auf dem Springplatz. Der Parcours war fair und schön zu reiten ( sagt Nina) und eine dementsprechend schöne Runde lief Calle.

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Im Vergleich zu unserem Chaostag gestern war das heute die reinste Erholung. Mit Calle alleine loszufahren ist halt doch einfacher als beide dabei zu haben. Wenn Nina und ich Zeit haben, dann arbeiten wir Hand in Hand. Jeder weiß, was er zu tun hat, und so ist da einfach Ruhe drin, die sich aufs Pferd überträgt.

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Nach der Nullrunde hatten wir noch ein bisschen Zeit zuzuschauen, bevor Calle sich die weiße Schleife abholte und wir uns wieder auf den Weg nach Hause machten.

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Damit war das Wochenende für uns beendet, den Sonntag werden die Pferde frei haben.

Definitiv waren das beides sehr schöne Turniere. Dafür, dass unsere Zeitplanung nicht stimmt, kann ja der Veranstalter nichts. Nächstes Jahr werden wir uns für eins der Beiden entscheiden müssen, aber jedes Turnier für sich hatte seinen Charme und steht durchaus weiterhin auf unserer Liste.

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