Wir haben ja jetzt schon relativ lange nichts mehr berichtet, einfach, weil es nichts Neues zu berichten gab. Es will ja dann doch auch keiner zum 100sten Mal lesen, ob Ginny heute springt oder nicht, oder was ihr gerade wieder einfällt. Und doch ist genau das unser tägliches Leben mit ihr. Übrigens gilt das, wie man am Ergebnis von Weil der Stadt sehen kann nicht nur fürs Springen, sondern auch für die Dressur und ebenso beim Schritt reiten im Gelände. Es  gibt Tage, da geht alles, es gibt Tage, da geht es halt einfach nicht. An diesem Tagen scheitert es schon dran, wenn man im Schritt den Hof verlassen will, wobei wir das inzwischen rückwärts machen, dann geht das. Man muss halt erfinderisch werden. Wenn man den ersten Diskussionspunkt überwunden hat, dann geht es plötzlich doch.

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Im Grunde genommen ist es aber, wie es ist. Ginny ist immer noch und wird es wohl auch immer bleiben unser Sorgenkind.

Sie macht, wenn sie mutig ist einen Wahnsinnsjob, und ist im Training auch springmäßig auf gutem und sicheren L-Niveau angekommen. Das macht sie mit einer Leichtigkeit, die keins unserer anderen Pferde je erreichen wird. Das sind dann unseren Hochphasen. Dieses kleine Mädel, das wie ein Gummiball über den Parcours hüpft, inzwischen mit den Distanzen spielt, die Technik nicht interessiert, und die rittig ist wie kein anderer.

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Auch alle festen Hindernisse, die rund um unseren Springplatz stehen gehören zu ihrem Programm und inzwischen wird sie wieder so selbstsicher, dass sie sich schonmal traut auf der Wiese zu galoppieren. Ihr werdet euch wundern, aber das war tatsächlich ein Problem. Ginny war eine ganze Zeitlang nicht dazu zu bringen auf Gras zu laufen. Sobald der Boden unter ihren Füßen nur ein kleines bisschen uneben wurde und eben nicht aus Sand oder Beton bestand wurde sie unsicher, verkrampfte sich und begann zu bocken.
Und so reiten wir manchmal auch einfach nur im Schritt über die Anlage , rauf auf die Wiese, wieder auf den Sandplatz, wieder auf die Wiese, berghoch, bergrunter, quer über die Koppel usw. das sind Aufgaben, die wir täglich   mit einbauen. Manchmal macht sie auch nichts anderes als das. Einfach nur üben überall hinzugehen, sich zu trauen, verschieden Böden unter den Hufen zu haben usw. Klingt komisch, ist aber mit Ginny durchaus eine Herausforderung.

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Das war eine ganz schön lange Arbeit, bis sie sich überhaupt mal getraut hat, über die Wiese aus unserem Springplatz rauszugehen und dort weiterzugaloppieren. Und es ist immer noch teilweise schwierig. Aber auch das wird. Durch tägliches Reiten auf unterschiedlichen Böden wird sie immer selbstsicherer und man merkt ihr an, wenn sie es an einem Tag mal geschluckt hat, dass sie das kann, dann ist sie voll dabei und hat Spaß. Was nicht heißen soll, dass das Thema nicht am nächsten Tag von neuem losgeht.

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Und so haben wir ja jetzt vermehrt angefangen sie zum Springtraining mitzunehmen. Einfach, damit sie rauskommt, was anders sieht und immer wieder mit neuen Situationen konfrontiert wird, die sie zunehmend selbstbewusster machen. Ja, es ist echt witzig. Anfangs denkt immer jeder, dieses schüchterne Mäuschen wird -egal was- nie machen, wenn sie dann aber mal warmgelaufen ist und sich wohl fühlt, dann wundert man sich immer wieder was doch in ihr drinsteckt. So geht es uns ja selbst nahezu jeden Tag. Wir sind das schon gewöhnt, für andere ist es sicherlich gewöhnungsbedürftig.

Genauso war es auch, als wir in Tübingen waren. Auf dem Hänger stand sie noch neugierig und hat ganz genau zugeschaut, was Calle denn da so macht. Hänger fahren findet sie inzwischen echt cool und steigt inzwischen auch ein und aus, als hätte sie noch nie was anderes getan.  ( Ja, wir hatten auch Zeiten, da hat sie sich nicht in den Hänger getraut und wenn sie mal drin war, hat sie sich nicht mehr raus getraut)

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Den fremden Platz, die fremden Hindernisse fand sie aber dann doch gruselig und wir hatten eine Situation, wie wir sie vom Turnier kennen.

Die ersten paar Hindernisse waren ein Problem. Da war sie klemmig und hat uns erklärt, dass sie da nicht drüberspringen wird. Aber inzwischen sind wir soweit, dass man sie mit ein bisschen gutem Zureden und ein bisschen energischem Reiten weiterreiten kann und sie es dann doch probiert. Also los gings. Sprung 1- nein- dann drüber, Sprung 2  hmm vielleicht- und rüber, Sprung 3- naja, dann mach ich halt, ebenso Sprung 4,5 und 6. Ein bisschen überlegen, aber ok, kann man ja mal machen.

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Und dann war das Eis gebrochen. Ab dem 7. Sprung war Ginny wach, mutig, hatte Spaß und sprang. Das ist dann der Moment in dem man nur noch genießen muss. Sie sieht dann den Sprung, die Ohren gehen nach vorne, sie taxiert selbst und springt. Fluffig, leicht, easy.

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Und am Ende, wenn sie dann fertig ist, ist sie völlig zufrieden mit sich und der Welt und man fragt sich jedesmal aufs Neue, warum denn immer der Anfang so schwierig sein muss. Wir verstehen es nicht, sie versteht es wohl selbst nicht, aber das scheint so fest in ihrem Kopf verankert zu sein, dass sie immer erstmal dagegen ist.

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