Fast drei Monate nach der Chip-Op heißt es für uns und Calle weiterhin Geduld haben

Wenn ihr die letzten Beiträge zu Calle`s Genesung verfolgt habt, wisst ihr, dass wir eigentlich auf einem sehr guten Weg waren.

 

Eigentlich, halt….

 

Von unserer Seite aus haben wir tapfer alles getan, was wir tun konnten.

In den letzten 4 Wochen hatten wir den Auftrag ihn zu traben.

Jeden Tag nur 10 min und nur ganze Bahn oder mal einen großen Zirkel auf dem großen Platz und auf gutem Boden.

Wir haben es also immer so organisiert, dass wir nach dem Fahren des Traktors geritten sind, dass wir nicht in die kleine Halle gegangen sind, sondern tapfer bei jedem Wetter auf dem großen Platz waren, weil er da einfach länger geradeaus traben kann und  nicht so oft ums Eck muss.

Wir haben auch nach Möglichkeit vermieden mit vielen anderen Pferden auf dem Platz zu reiten um schnelle Ausweichmanöver zu vermeiden, außerdem hat Calle gerade Angst, wenn ihm einer entgegenkommt und so ein schnelles umdrehen muss ja auch nicht sein.

Ob er jetzt wirklich Angst  hat oder nur nach einer Gelegenheit sucht albern zu sein lassen wir jetzt mal dahingestellt, ich will ihm ja nichts unterstellen.

 

Die ersten zwei Wochen trabte er gut. Erstaunlich eigentlich dafür, dass er so lange Schritt ging. Es ist ja klar, dass so ein großes Pferd, das lange rausgenommen wird, nicht wie ein Gummiball aus der Box kommt, oft hat man danach andere Baustellen, aber das ging eigentlich.

Trotzdem hat mir der Bewegungsablauf  nicht 100% gefallen, aber nicht vorne, wo er operiert war, sondern hinten. Er fußte einfach mit einem Hinterbein nicht gerade unter den Körper, sondern seitlich am Vorderbein vorbei.

Um ihn komplett zu unterstützen und in der Aufbauphase das Bestmögliche für ihn zu machen, sollte gleich noch eine Osteophatin draufschauen.

Gesagt, getan.

Calle war zwar gelinde gesagt, überhaupt nicht begeistert und wehrte sich wo er nur konnte, da er inzwischen wohl genug von Leuten hat, die etwas anderes von ihm wollen als kuscheln.

Da wird er inzwischen sehr unkooperativ.

Aber wir haben es, wahrscheinlich in der doppelten Zeit von anderen Pferden, und mit viel gutem Zureden und Geduld geschafft, dass er sich behandeln lassen hat, aber das war für die Osteophatin schon ein Sportprogramm.

Die Behandlung hieß natürlich wieder drei Tage Schritt, aber das sind wir ja schon gewöhnt.

Calle schlucke es und war zufrieden.

Das erste antraben war gut, sehr gut.

Wir hatten das Gefühl, dass Calle elastischer ist und auch über das Reiten wird. Diese zwei Wochen fühlten sich sehr gut an.

Außer, dass Calle sehr übermotiviert war und jetzt eindeutig keine Lust mehr auf traben hatte, was alles gut.

Aber er war “on”. Jedes kleinste Geräusch, jedes fallende Blatt, jedes Eichhörnchen im Baum, jedes vorbeifahrende Auto usw. waren ein Grund loszuhüpfen.

Das war für Nina echt anstrengend. Man musste immer 120% konzentriert sein, wenn die Maschine erstmal losgeht, dann ist sie so schnell nicht zu bremsen. Und das sollte er ja auf gar keinen Fall.

Andererseits wollte man ihn aber ja auch gerne mal ein bisschen in die Tiefe reiten, die Zügel mal länger lassen und ihm erlauben sich zu strecken.

Aber das war riskant. Einmal nicht aufgepasst, einmal den Zügel zu lang, schon hüpfte er los wie ein Känguruh.

Das mit dem locker am langen Zügel reiten wäre schon auch einfacher, wenn die Pferde, insbesondere Calle, etwas kooperativer wären und nicht selbst ihren Heilungserfolg gefährden würden.

Naja, gut, wir wissen ja, dass das Leben kein Ponyhof ist.

Aber trotz seiner Eskapaden lief er gut. So gut, dass der Tierarzt uns den Galopp dazunehmen ließ.

Galopp, das fand er super.

Aber die zwei Runden auf dem Zirkel auf jeder Hand fand er wiederum doof.

Er wollte jetzt richtig Galopp.

Aber das durfte er ja noch nicht.

Ich glaube auf dem Bild kann man ganz gut erkennen, dass er mit dem Tempo, das er gehen soll, so gar nicht einverstanden ist und Nina ordentlich zu tun hat, ihn davon zu überzeugen.

 

Aber so viel zum galoppieren kamen wir ja sowieso nicht.

Gleichzeitig mit der Aufnahme des Galoppierens war der Entzündungshemmer, den er die ganze Zeit noch bekommen hatte zu Ende.

Ich denke  nicht, dass es an den paar Runden Galopp lag, schließlich hat er ja auch schon vorher unbeschadet auf dem Paddock rumgebockt, so dass ein kontrollierter Galopp geradeaus ihm nicht schaden sollte.

Aber er fühlte sich nicht mehr so richtig gut an.

Wir wissen ja, wie er sich anfühlen muss und sind da auch sehr genau und plötzlich gefiel uns das nicht mehr.

Also riefen wir den Tierarzt wieder an.

Zwei Tage Schritt, vorsichtshalber bis er kam und dann bestätigte er unseren Verdacht. dass das nicht ganz gut war.

 

 

 

Und so war schnell klar, dass wir den Plan nochmal ändern müssen.

Nachdem er wohl eindeutig noch eine Entzündung im Gelenk hat, sonst hätte er nicht so klar auf das Absetzen des Medikamentes reagiert, gingen wir diesmal direkt ins Gelenk.

Bisher hat er ja das Medikament über das Futter bekommen.

Diesmal gingen wir eine Stufe weiter und er bekam eine Hyaluronspritze gemischt mit Cortison direkt ins Gelenk.

So, dass es genau an der Stelle wirkt, wo es hin muss.

Das hieß aber natürlich wieder eine Sedierung und wieder ein Mittagsschläfchen für Calle.

 

 

 

Soweit so gut. So ist es jetzt.

Für uns heißt es wieder zwei Wochen Schritt, dann kommt der Tierarzt wieder.

Dann gibt es die zweite Eigenblutbehandlung und wieder zwei Wochen Schritt.

Damit wird dann also der Rest des Jahres für Calle mit Schritt gehen vonstatten gehen.

Aber das ist jetzt eben so.

 

Für uns ist nicht wichtig, wann Calle wieder fit ist, es ist nur wichtig dass er überhaupt wieder fit wird.

Welche Zeit dafür noch ins Land gehen wird und wie unsere Chancen stehen weiß keiner.

Wir für uns werden alles dafür tun, was möglich ist, dass wir unseren weißen Riesen wieder auf alle 4 Beine bekommen.

In diesem Sinne: Gute Besserung, großer Kuschelcalle

 

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