Die wollen nur spielen

könnte  man das Motto unserer heutigen Stunde nennen.

Wir sind mittendrin im grauen, trüben Deutschlandwinter, in dem es wie so oft keinen richtigen Schnee, dafür aber umso mehr Matsch und Pamp gibt.

Draußen reiten fällt schon seit einer Weile aus, und so haben wir gedacht, bevor wir alle dem Winterblues verfallen, machen wir uns den Winter ein bisschen bunt.

Gesagt, Getan.

Zwischen den Jahren während andere Leute noch beim Weihnachtsschlemmen saßen, waren Nina und ich damit beschäftigt, Bällebadbälle auf Schnüre aufzufädeln um ein paar bunte Hindernisse basteln zu können.

Und jetzt war es soweit.

Eine freie Stunde in unserem strammen Reithallenplan wurde kurzerhand genützt und die vorbereiteten Sachen bevölkerten die Halle.

Für den ersten Team Kaupp Gelassenheistrainingsübungstag entschieden wir uns für ein Training an der Hand.

Ausgestattet mit Trensen – man weiß ja nie, ob lieber einer die Flucht ergreifen will- Decken und einer Portion Leckerlies in den Taschen fanden sich 5 Führer mit ihren Pferden in der Halle ein.

 

Wir hatten uns einige Aufgaben einfallen lassen

Als relativ einfach zeigte sich die Gasse, in der die Pferde über blaue Matten laufen mussten, oder alternativ auch genau zwischen den Stangen anhalten und still stehen bleiben.

Keins unserer Pferde zuckte auch nur mit einem Ohr, als es die Matten betreten sollte.

Das war eine gute Ausgangsposition für unser Bällebad.

 

Vom Bällebad hatte ich mir etwas mehr Probleme erwartet

aber irgendwie scheinen unsere Pferde grundsätzlich schon recht abgeklärt zu sein.

Von der vierjährigen Dinah, die zugegebenermaßen schon Spielplatzerfahrung hatte über Lynn, Ginny, Perina und Stanley fand keiner die bunten, sich bewegenden Bälle zum Fürchten.

Teilweise standen die Pferde sogar im Bällebad und wollten spielen.

Meine anfängliche Befürchtung, dass nach dem ersten Pferd alle Bälle platt sind, hat sich nicht bewahrheitet.

Unsere Bälle ploppten, nachdem ein Pferd draufgetreten war, wieder in ihre ursprüngliche Form zurück und keiner hat Schaden genommen.

 

 

Die nächste Station war das Cheerleaderslalom

erstmal zeigten wir den Pferden die raschelnden PomPoms, bevor wir mit ihnen ins Slalom gingen.

Die Aufgabe war aus dem ersten Hütchen ein PomPom zunehmen, durch das Slalom zu traben und das Raschelteil im letzten Hütchen wieder loszuwerden.

Aber auch diese Teile konnten unsere Pferde nicht verunsichern.

Mal schauen, wie das nächste Woche geritten funktioniert.

 

 

Inzwischen kam auch Bewegung ins Spiel

nachdem das alles uns bisher im Schritt nicht vor Herausforderungen gestellt hat, trabten wir auch schon durch die Aufgaben.

Das Stangenlabyrinth forderte Koordination von Führer und Pferd, hier kommt einem natürlich zu Gute, wenn man schon im täglichen Umgang mit seinem Pferd ein gewisses Maß an Zusammenarbeit hat.

Ein Pferd, das nicht beim Führer bleibt, oder diesen einfach über den Haufen rumpelt, hätte im Stangenlabyrinth keine Chance, da es hier darum ging, zuzuhören und die Aufgabe gemeinsam zu lösen.

Aber auch das war im Schritt und im Trab kein Problem.

 

 

Unsere pinken Baströckchen wurden von den Pferden keines Blickes gewürdigt

Deshalb haben wir entschieden, die Aufgabe nächste Woche etwas abzuändern und die Vorhänge zu einem Tor umzuarbeiten.

Mal schauen, ob das immer noch so lässig ist, wenn wir drunter durch wollen.

Nächste Woche werden wir das probieren.

 

Die schwierigste Aufgabe war dann wohl unser Bällevorhang

Anfangs haben wir das Tor nur mit wenigen Bällen bestückt, so dass der Weg zwischendurch relativ breit war und die Pferde keine Bälle berühren mussten.

Das ging auch recht einfach und mit ein bisschen gut zureden gingen alle tapfer durch den Vorhang.

 

Mit der Zeit haben wir die Aufgabe etwas schwieriger gestaltet

Nach und nach haben wir mehr Bälle reingehängt und es wurde schwieriger für die Pferde.

Wenn ihr das nachmachen wollt, dann schaut bitte, dass ihr euren Pferden keine Angst macht, indem ihr sie überfordert, sondern geht das Ganze langsam an, so dass die Pferde tatsächlich Vertrauen bekommen können.

An Ginnys Dramaqueenauftritt sieht man, dass es nicht selbstverständlich ist, dass die Pferde überall mit dem Kopf voraus durchgehen und manch einer ein bisschen Zeit und Geduld braucht, bis er sich traut.

 

 

In dieser Situation hilft nur ruhig bleiben

Der Führer muss der Ruhepol bleiben.

Aufregung würde die Situation nur verschlimmern.

Wenn das so aussieht, dann bleibt einfach ruhig, zeigt eurem Pferd, dass ihm nichts passiert, stellt am Besten ein anderes Pferd auf die andere Seite des Vorhangs.

Wartet geduldig ab, ob das Pferd sich noch überwindet, lasst es aber möglichst nicht rückwärts ausweichen.

Wenn es gar nicht geht, dann macht die Aufgabe wieder leichter, indem ihr ein oder zwei Bällereihen wegnehmt und geht das Ganze wieder kleiner an.

Geduld und Ruhe ist hier am Wichtigsten.

Und wenn es heute nicht geht mit mehreren Bällen, dann versucht mit einer guten Situation aufzuhören und wiederholt das Ganze ein paar Tage später nochmal.

So werden wir es mit Ginny auch machen.

Sie hat es zwar gemacht, aber gruselig fand sie es bis zum Schluß.

Wir haben bei ihr aufgehört, als sie sich traute im Durchgang stehen zu bleiben, obwohl die Bälle sie berührt haben.

Hier ist natürlich wichtig, eine Belohnung dabei zu haben und so werden wir das Ganze nächste Woche mit ihr nochmal angehen. Mit der Zeit und wenn sie verstanden hat, dass es nichts gefährliches ist, wird sie lässiger werden.

 

 

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